Schlüsselkapitel zu EU-geschützter Natur und Städten ohne Flächenangaben und Maßnahmen – Gesamtausmaß der zu renaturierenden Flächen bis 2030 fehlt – WWF fordert rasche Nachschärfungen
Stopp für weiteres Magna-Abenteuer auf Kosten der Natur!
Wien, am 22. Mai 2009 – Fast zwei Jahre nach dem Aus für das defizitäre „Racino“ will die seit Anfang März insolvente Magna Entertainment Corporation am selben Gelände einen riesigen Freizeit-Park errichten. Dem Projekt sollen weitere acht Hektar Moor-, Wald- und Wiesenlandschaft zum Opfer fallen. Seit sechs Wochen laufen die Umwidmungen im Verborgenen. Die Frist zur Einbringung von Stellungnahmen endet am 27. Mai. „Eine Genehmigung erscheint nicht nur im Hinblick auf die mit 958 Millionen Dollar verschuldete Projektwerberin unverantwortlich“, erklärt Emil Benesch vom WWF. „Wir befürchten, dass einmal mehr die jahrtausende Jahre alte Niedermoorlandschaft auf der Strecke bleiben wird.“
In seiner Stellungnahme fordert der WWF die Erhaltung der noch unzerstörten Moorwiesen im Bereich des Pferdesportparks. Das Ebreichsdorfer Moor beherbergt immer noch 1.000 Schmetterlingsarten, zwei vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten und ist Herz der „Feuchten Ebene“ dem – gemäß einer aktuellen Studie von BirdLife – fünftwichtigsten Vogelschutzgebiet Österreichs.
„Bereits das Magna Racino war ein Lehrbeispiel für ein wirtschaftliches und ökologisches Desaster“, unterstreicht WWF-Experte Benesch. Für die 2004 (nach einem 7 Jahre dauernden Konflikt) eröffnete Rennbahn, die nur drei Jahre im Vollbetrieb lief, wurden knapp 38 Hektar Moorflächen für immer zerstört. Die 2001 angeordneten ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für die Zerstörung dieser Moorlandschaft sind bis heute nicht vorgewiesen worden.
In den vergangenen 13 Jahren wurde der Flächenwidmungsplan von Ebreichsdorf für Magna und andere Bauvorhaben bereits 24 Mal abgeändert und neu erlassen. „Statt weiterer planloser Bauland-Geschenke am falschen Ort ist der Schutz der Natur sicherzustellen!“, appelliert Benesch an die NÖ Behörden.
Am 27. Mai findet eine behördlich angeordnete Überprüfung der Naturdenkmäler auf Magna- Grund statt. Der WWF fordert, dies zum Anlass zu nehmen, dafür zu sorgen, dass das Natura 2000 – Gebiet „Feuchte Ebene“ bei Ebreichsdorf nicht durch unbedachte Baulandwidmungen in zwei Teile getrennt wird. Kostbarkeiten österreichischer Natur wie das Naturdenkmal „Wiener Teich Wiese“, das Naturdenkmal „Kalter Gang“ sowie eine Sumpfgladiolenwiese sind noch – wenngleich in Besitz von Magna – als Natura 2000 – Flächen zur Sicherung des europäischen Naturerbes zu nominieren, so der WWF in seiner heutigen Stellungnahme.
Rückfragehinweis und WWF-Stellungnahme:
Emil Benesch, WWF-Moorexperte,
E-Mail: emil.benesch@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Erstmals Wolfsrudel in Nordtirol nachgewiesen: WWF fordert Abschuss-Stopp
Neue Verbreitungskarte des Österreichzentrums dokumentiert Rudel im Bezirk Landeck – Vier Jungwölfe bei Fiss gesichtet – WWF: Drei Abschussverordnungen sofort aussetzen
WWF: Österreich legt lückenhaften Renaturierungsplan vor
Naturschutzorganisation fordert Nachschärfungen mit verbindlichen Maßnahmen, Fristen und Budgets – Bestehende Programme reichen nicht für Schutz vor Hitze und Dürre
646 Hitzetote: WWF fordert Klima- und Naturschutzpaket
Umweltschutzorganisation für „Hitze-Milliarde“, mehr Renaturierung und wirksamen Klimaschutz – Natürliche Schutzmaßnahmen verstärken
WWF-Auswertung: 39 große Alpenspeicher im Nahbereich von Permafrost
Steigende Klimarisiken erfordern mehr Transparenz und Vorsorge – Minister Totschnig soll bis Jahresende Klima-Sicherheitsbericht vorlegen – Stopp für riskanten Kaunertal-Ausbau gefordert
Rechenzentrum Stetten: WWF fordert Stopp der Umwidmung auf der grünen Wiese
4,3 Hektar Ackerfläche sollen zu Bauland werden – Naturschutzorganisation verlangt Prüfung von Brachflächen und Offenlegung aller Umweltfolgen
WWF zu CO₂-Speicherung: CCS nur für unvermeidbare Restemissionen
Umweltschutzorganisation warnt vor Freibrief für fossile Geschäftsmodelle – Vorrang für Emissionsvermeidung – Strenge Grenzen bei geplanter Öffnung für CO₂-Speicherung
Finale bei Österreichs Flusswahl: Noch bis 1. September abstimmen
Neun Flüsse aus allen Bundesländern stehen zur Wahl – Extreme Trockenheit und Hitze setzen Gewässer und Fische unter Druck – WWF ruft zu starkem Zeichen für lebendige Flüsse auf
WWF-Erfolg: Brutflöße sorgen für Jungvogel-Boom an der March
Der WWF baut und renoviert künstliche Brutplätze für die Zugvögel. Nun können wir eine positive Bilanz ziehen: Im Gebiet gibt es so viele Jungvögel, wie seit Jahren nicht mehr!











