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Studie: Wo stehen Österreichs Unternehmen in Sachen Klimaschutz?
Wien, 15. November 2013 – 70 Prozent der Österreichischen Unternehmen haben schriftliche Klimaschutzziele. Ebenso viele investieren in die betriebliche Nutzung Erneuerbarer Energien. Knapp die Hälfte der heimischen Wirtschaft plant trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds eine Erhöhung ihres Nachhaltigkeitsbudgets. Verstärkte Investitionen in Erneuerbare Energien oder Energieeffizienz sind jedoch für rund 80 Prozent nur dann denkbar, wenn dadurch primär ihre Energiekosten sinken. Das zeigt die Studie „Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2013“ von WWF CLIMATE GROUP und KPMG. Von der Politik erwartet sich Österreichs Wirtschaft klare Vorgaben und sinnvolle Förderungen. 96 Prozent der heimischen Unternehmen sind politische Klimaschutzvorgaben unbekannt oder unklar.
Die Studie „Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2013“ erhebt bereits das vierte Jahr in Folge die Meinung österreichischer Unternehmen zur internationalen und nationalen Klimapolitik sowie Informationen zu unternehmensintern umgesetzten oder geplanten Klimaschutzmaßnahmen. Die Studie zeigt damit einen Klimaschutz Status Quo der österreichischen Wirtschaft, Entwicklungen im Verlauf der letzten Jahre und daraus resultierende Handlungsaufträge für Politik und Wirtschaft. Schwerpunkt der diesjährigen Erhebung sind die Themen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Befragt wurden 115 Unternehmen aller Branchen und Größen in ganz Österreich.
Mit Blick auf die Studienergebnisse und auf die derzeit in Warschau stattfindende Weltklimakonferenz fordert der WWF von der Politik dringend verbindliche globale und nationale CO2-Reduktionsziele, klare Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und effektive politische Maßnahmen. „Die diesjährige Umfrage zeigt, dass Österreichs Wirtschaft beim Thema Klimaschutz immer heftiger an die Türen der Politik klopft“, betont Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich. „Der Großteil der Unternehmen vermisst klare politische Vorgaben, die Hälfte erkennt keinen Einfluss derzeitiger Regulierungen auf die Entwicklungen in ihrer Branche. Zwei traurige Zeichen dafür, wie wenig die aktuelle Klimapolitik bewirkt.“
Erneuerbare Energien: Kurzfristige Rentabilitätsbrille dominiert Investitionsentscheidungen
Im Vergleich der Energieträger zeigt sich ganz klar: Erdöl, Erdgas, Kohle und Atomkraft sind auch in den Augen der heimischen Wirtschaft gefährlich, umweltschädlich und vor allem überholte Technologien. Im Gegensatz dazu werden die Erneuerbaren Energieträger von den Studienteilnehmern einhellig als ungefährlich, umweltfreundlich und zukunftsträchtig bewertet. 70 Prozent der befragten Unternehmen investieren in den betrieblichen Einsatz Erneuerbarer Energien. Hauptgrund ist der Wunsch den unternehmerischen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, gefolgt von erwarteten Kosteneinsparungen und einem Imagegewinn bei den Kunden. Die Wahl fällt dabei primär auf Eigeninvestitionen, z.B. eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, oder den Bezug von Ökostrom.
„Die Studie zeigt gleichzeitig sehr klar, dass weitere Investitionen der Unternehmen sowohl in die Nutzung Erneuerbarer Energien wie auch Energieeffizienzmaßnahmen nur dann zu erwarten sind, wenn sich diese rechnen“, betont KPMG-Partner Gert Weidinger. 77 Prozent der befragten Unternehmen würden weitere Investitionen in die betriebliche Nutzung Erneuerbarer Energien tätigen, wenn sich dadurch die Energiekosten reduzieren. Im Bereich Energieeffizienz sind es sogar 88 Prozent. An nachfolgender Stelle im Motivationsranking stehen Vorgaben durch den Gesetzgeber und die betrieblichen Investitionszyklen.
Steigendes Nachhaltigkeitsbudget trotz Wirtschaftskrise
Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds der letzten Jahre hat die große Mehrheit (88 Prozent) der befragten Unternehmen ihr Nachhaltigkeitsbudget nicht gekürzt. Vielmehr wollen 41 Prozent der Studienteilnehmer dieses im Laufe der nächsten drei Jahre erhöhen. Verwendet werden die Mittel primär für Umweltschutzmaßnahmen (50 Prozent), Mitarbeiterförderung (39 Prozent) und für eine stärkere Nutzung Erneuerbarer Energien (34 Prozent). Die Erhebung zeigt aber auch, dass jedes achte österreichische Unternehmen keine finanziellen Mittel für den Bereich Nachhaltigkeit einplant.
Bei den betrieblichen Klimaschutzzielen setzen die Unternehmen in erster Linie auf Energieeffizienz, danach auf CO2-Reduktion. „70 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits schriftliche Klimaschutzziele festgelegt. Dabei setzen sich mehr Unternehmen Energieeffizienz- und Energieeinsparungsziele als CO2-Reduktionsziele oder Ziele zum Ausbau Erneuerbarer Energien“, so KPMG-Partner Peter Ertl.
Wirtschaft will schärfere Klimaziele
87 Prozent der Studienteilnehmer sind für eine Verschärfung der Klimaschutzziele auf EU-Ebene, d.h. eine Erhöhung der CO2 -Reduktion von 20 auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020. Die Hälfte der Befragten allerdings nur unter der Voraussetzung, dass keine Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Staaten wie den USA oder China entstehen. Die Erreichbarkeit der internationalen Klimaschutzziele wird von den heimischen Unternehmen auch im vierten Studienjahr pessimistisch gesehen. Nur 23 Prozent halten es für realistisch, den Klimawandel unter der entscheidenden Zwei-Grad-Celsius-Grenze zu stabilisieren und so die schlimmsten Folgen für Menschen und Natur zu verhindern.
Erwartungen an die neue Bundesregierung: Klare Vorgaben und sinnvolle Förderungen
Von der neuen Bundesregierung wünschen sich die Studienteilnehmer in der Klima- und Energiepolitik einerseits klare Rahmenbedingungen und verbindliche Ziele. Gefordert wird eine „konsistente Energiepolitik“, „klare Vorgaben“ sowie „strenge Richtlinien“, die deutlich werden lassen, dass die Klima- und Energiepolitik der nächsten Regierung ein stimmiges Gesamtkonzept darstellt. Zum anderen erhoffen sich die befragten Unternehmen konkrete Anreize und Förderungen. Gefordert wird eine „Förderung Erneuerbarer Energien“, eine „sinnvolle Förderung der Energieeffizienz“, eine „Direktförderung von Normalverbrauchern“ sowie die „Abschaffung kontraproduktiver Förderungen“.
Rückfragehinweis:
- Mag.(FH) Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel. 01-48817-215, Mobil: 0676-83488215,
E-Mail: lisa.simon@wwf.at. - Mag. Mariana Herrloss, Unternehmenskommunikation, KPMG, Tel. 01-313 32-730, Mobil: 0664-266 50 82,
E-Mail: mherrloss@kpmg.at - Mag. Iris Zeppezauer, Unternehmenskommunikation, KPMG, Tel. 0732-6938-2157, Mobil: 0664-816 1053,
E-Mail: izeppezauer@kpmg.at
Zur Studie
An der Studie „Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2013“ nahmen Geschäftsführende und Führungskräfte von 115 Unternehmen aller Branchen und Unternehmensgrößen aus ganz Österreich teil. Schwerpunkte bilden der Sektor Industrieprodukte/Anlagen- und Maschinenbau (16 Prozent), der Finanz- und Versicherungssektor (14 Prozent) sowie Handel und Dienstleistung (je 10 Prozent). 18 Prozent der Unternehmen sind an der Börse notiert, zwei Drittel haben mehr als 250 Mitarbeiter. Die Befragung erfolgte im September 2013 mittels elektronischem Fragebogen. Die Studie ist ein Kooperationsprojekt der Unternehmensplattform WWF CLIMATE GROUP und des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. 2013 wurde die Erhebung bereits das vierte Jahr in Folge durchgeführt.
WWF CLIMATE GROUP
Die 2007 vom WWF gegründete WWF CLIMATE GROUP ist eine Klimaschutzplattform österreichischer Branchenleader und Klimaschutzvorreiter verschiedenster Sektoren. Die Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zu einer Reduktion ihrer CO2-Emissionen um 15 Prozent innerhalb von drei Jahren, zum Ausbau klima- und umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen sowie zur Bewusstseinsbildung bei Kunden und Mitarbeiter. Zu den sieben Mitgliedern zählen IKEA, Allianz, Pfanner, Fronius, dm drogerie markt, Erste Group und SPAR. Gemeinsam erreichen die Unternehmen rund 55.000 Mitarbeiter und 20 Millionen Kunden in Österreich. Weitere Informationen auf www.climategroup.at
KPMG
Als Verbund rechtlich selbstständiger, nationaler Mitgliedsfirmen ist KPMG International Cooperative („KPMG International“) mit ca. 152.000 Mitarbeitern in 156 Ländern eines der größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen weltweit. In Österreich ist KPMG eine der führenden Gruppen in diesem Geschäftsfeld und mit rund 1.100 Mitarbeitern an acht Standorten tätig. Die Unternehmensleistungen sind in die Geschäftsbereiche Prüfung (Audit) und Beratung (Advisory & Tax) getrennt. Im Mittelpunkt von Audit steht die Prüfung von Konzern- und Jahresabschlüssen. Tax steht für die steuerberatende Tätigkeit von KPMG. Der Bereich Advisory bündelt hohes fachliches Know-how zu betriebswirtschaftlichen, regulatorischen und transaktionsorientierten Themen. Weitere Informationen unter www.kpmg.at
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