Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
Tag des Rangers: Unter Einsatz des Lebens für den Naturschutz
Wien, 30. Juli 2013 – Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben 82 Ranger beim Einsatz für die Natur ihr Leben verloren. Mindestens 60 davon kamen gewaltsam ums Leben. Unfälle, wie Feuer oder Tierattacken, waren dagegen die Ausnahme. Der WWF feiert morgen am 31. Juli den Internationalen Tag des Rangers. Unter dem Einsatz ihres Lebens sichern tausende Ranger weltweit den Schutz von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Auch in Südostasien unterstützt der WWF die Ausbildung und den Einsatz von Rangern. Der WWF Österreich finanziert in seinen Projekten für die Rettung der wild lebenden Tiger in Thailand den Einsatz von Rangern, die dort mit Spezialeinheiten von Armee und Grenzpolizei gemeinsam auf Patrouille gehen. „Ohne massive Patrouillen von bewaffneten Rangereinheiten in den Naturschutzgebieten wären gefährdete Tierarten wie Saola-Wildrinder, Elefanten und Tiger in Südostasien schutzlos den Wilderern ausgeliefert“, so WWF-Sprecher Franko Petri.
Das Leben der Ranger ist hart. Sie marschieren oft wochenlang durch undurchdringliche Waldgebiete, stellen Wilderer und illegale Holzfäller. Sie befreien verletzte Tiere aus Fallen und sammeln Datenmaterial über die dort vorkommenden gefährdeten Tierarten. Akribisch tragen sie die Position von Spuren von Tieren mithilfe von GPS-Geräten in Karten ein, die die Voraussetzung für wissenschaftliche Studien und den weitergehenden Schutz der Projektgebiete sind. Zusammen mit dem WWF besuchen die Wildhüter Dörfer und Schulen an den Rändern der Nationalparks und tragen so zum Umweltbewusstsein der jungen Generation bei. Allein in den letzten 12 Monaten haben die Ranger in Vietnams Annamitengebirge 14.000 Schlingfallen gefunden und unschädlich gemacht.
Der Job als Ranger ist gefährlich. Oft fehlt es an Ausrüstung, Ausbildung und entsprechender Bewaffnung. Nicht selten geraten sie in Schießereien mit den meist besser bewaffneten Wilderern. So wurde erst heuer der 33jährige Ranger Taweesak Chomyong von einer Gruppe illegaler Holzfäller in Thailands Pang Sida Nationalpark getötet. Der Ranger Pitak Fonglom wurde in den Arm geschossen, als er Wilderer stellen wollte. Der WWF Österreich hat nun für die Parkranger in Thailand finanzielle Hilfen für die betroffenen Ranger und ihre Familien bereitgestellt. Mit weiteren Geldern aus Österreich werden die Einheiten ab sofort mit schusssicheren Westen ausgerüstet.
„Wir zollen unseren höchsten Respekt an die Opfer, die Ranger jeden Tag bringen um die Artenvielfalt zu bewahren“, so der Naturschutzdirektor von WWF Thailand, Petch Manopatwitr. Kein Ranger sollte sein Leben oder schwere Verletzungen in Ausübung ihrer Tätigkeit zum Schutz der Wildtiere riskieren müssen. Der WWF fordert von den Behörden, dass die Ranger besser ausgerüstet werden und sozial abgesichert sind. Auch sollen Fonds eingerichtet werden, wenn es zu Todesfällen oder Verletzungen in Ausübung ihrer Pflicht kommt, damit die Familien überleben können.
Im Projektgebiet des WWF Österreich, dem Kui Buri Nationalpark an der burmesischen Grenze, muss das Team von 18 Rangern eine Fläche von 1.200 Quadratkilometern sichern. Das entspricht etwa der dreifachen Fläche Wiens. Dort leben 230 wilde Elefanten sowie Tiger, Leoparden und Tapire und viele andere gefährdete Arten. Allein 2012 legten sie in 139 mehrtägigen Patrouillen mehr als 1.100 Kilometer zurück. „Seit 2010 starb dort kein Elefant mehr durch die Gewehre von Wilderern“, freut sich Franko Petri vom österreichischen WWF, der selber vor Ort mit den Rangern auf Patrouille war. Der WWF hat dort ein effektives System von Rangerpatrouillen etabliert, bei dem die Einsätze zusammen mit der thailändischen Infanterie, der Grenzpolizei und dem WWF durchgeführt werden. Auch in anderen Ländern organisiert der WWF die Ausbildung von Rangern, führt Fortbildungen durch und unterstützt die Rangervereinigungen in aller Welt.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-mail: franko.petri@wwf.at.
Weitere Fotos zum Download: http://www.mediafire.com/?73xv96k8aabb8
Weitere Fotos auf Anfrage bei Manuela Janosch, Tel. 01-48817-239 , E-mail: manuela.janosch@wwf.at.
Beide Fotos sind bei Namensnennung (WWF/Franko Petri) für jegliche Art von Nutzung freigegeben.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima













