Naturschutzorganisation fordert rasches Handeln von Bund und Ländern – Echte Energiewende setzt zuerst beim Verbrauch an – Erneuerbare Energien konsequent naturverträglich ausbauen
Tag des Waldes: WWF fordert Anpassung von Forstgesetz an Klimakrise
Zum internationalen Tag des Waldes am 21. März weist die Naturschutzorganisation WWF Österreich auf einen bedrohlichen Kipp-Punkt hin: “Aktuelle Berechnungen zeigen, dass die Wälder in den Jahren 2018 und 2019 eine Kohlenstoffquelle waren. Sie haben also mehr CO2 an die Atmosphäre abgegeben als aufgenommen und sind damit vom Klimaschützer zur Klimabelastung geworden”, warnt WWF-Waldexpertin Karin Enzenhofer. “Unsere Wälder werden also nicht mehr wie lange angenommen noch über Jahrzehnte als Kohlenstoffsenke erhalten bleiben.” Der WWF fordert daher Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zur Anpassung des Forstgesetzes an die Klimakrise auf: “Die Politik muss unbedingt die letzten verbliebenen Naturwälder Österreichs unter Schutz stellen”, fordert Enzenhofer. “Sie speichern enorm viel Kohlenstoff und gehören zu den letzten großen Bollwerken der Artenvielfalt. Deshalb spielen sie in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise.” Um die Naturwälder adäquat schützen zu können, braucht es neben ausreichend finanziellen Mitteln auch systematische Erhebungen zu deren genauer Verortung und Ausdehnung. “Besonders wichtig wäre eine gesetzliche Verankerung der Klimaschutzfunktion der Wälder”, erklärt Karin Enzenhofer. “Dann könnten auch endlich Waldbesitzer belohnt werden, wenn sie sich für den Erhalt der Natur einsetzen.”
In Österreich speichern die Wälder rund eine Milliarde Tonnen Kohlenstoff. Damit sind sie derzeit noch der größte heimische Kohlenstoffspeicher – vor Mooren und Feuchtgebieten. “Das entspricht mehr als dem 45-fachen des jährlichen CO2-Ausstoßes in Österreich”, erklärt Karin Enzenhofer – und verdeutlicht damit die Gefahr: “Bei Übernutzung oder größeren Schäden kann der Wald auch sehr viel CO2 freisetzen, was die Klimakrise weiter anheizen würde.” Dass der Wald in den Jahren 2018 und 2019 zur Kohlenstoffquelle wurde, hat vielfältige Ursachen: “In beiden Jahren gab es nur geringe Niederschläge, weshalb sich das Wachstum der Wälder verlangsamt hat”, sagt Enzenhofer. “Gleichzeitig haben Stürme große Schäden angerichtet. Das hat dazu geführt, dass der Waldboden stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt war und mehr CO2 freigesetzt hat.”
Inzwischen speichern Österreichs Wälder wieder mehr Kohlenstoff. Die Entspannung könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein. “Trockenjahre werden in Zukunft häufiger werden, ebenso wie Extremwetterereignisse”, warnt WWF-Waldexpertin Enzenhofer. Gleichzeitig steigt der Druck durch die Bewirtschaftung. So wuchs die Holznutzung im Jahr 2021 um fast zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. “Die vielen Monokulturen und die zu intensive Nutzung bedrohen die Vielfalt der Waldarten und damit auch den Kohlenstoffspeicher Wald”, mahnt Karin Enzenhofer.
Eine Grafik zur CO2-Bilanz der österreichischen Wälder sowie Bildmaterial finden Sie hier
News
Aktuelle Beiträge
Tiwag-Studie: WWF warnt vor Profiten auf Kosten der Natur
Naturschutzorganisation kritisiert Wasserkraft-Tunnelblick des Energiekonzerns – Alternativen zu teuren Uralt-Projekten wie Kaunertal-Ausbau gefordert – Schäden für Biodiversität werden ignoriert
WWF kritisiert Abschuss-Bilanz 2025: Alle zwei Wochen ein toter Wolf
25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume









