Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
Tonnenweise Zähne im Schredder
Denver/Colorado, 15. November 2013 – Im Kampf gegen die Elefantenwilderei in Afrika setzen die USA ein starkes Zeichen. Gestern wurden ab 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Denver/Colorado sechs Tonnen vom US-Zoll beschlagnahmte Elfenbeinprodukte vernichtet. Der WWF begrüßt diese Aktion gegen den illegalen Elfenbeinhandel aufgrund seiner symbolischen Wirkung: „Die Wildereikrise in Afrika verschärft sich immer mehr. Etwa jede Viertelstunde wird ein Elefant für sein Elfenbein getötet. Nur wenn wir die Absatzmärkte schließen und die Nachfrage eindämmen, wird die Wilderei aufhören“, sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.
Die sechs Tonnen des auch als „weißes Gold“ bekannten Materials bestehen aus geschnitzten und verzierten Stoßzähnen, Schmuckstücken und anderen Utensilien aus Elfenbein, die sich seit Ende der 1980er Jahre in einem Zolllager in Denver angesammelt haben. Sie wurden aufgrund des seit 1989 bestehenden weltweiten Handelsverbots für Elfenbein konfisziert. Heutzutage darf nur noch antikes Elfenbein genutzt werden, dessen Ursprung genau nachgewiesen werden kann. Die amerikanischen Schmuggelbestände werden nun pulverisiert.
Ähnliche Aktionen hatte es zuletzt im Juni auf den Philippinen gegeben, wo fünf Tonnen Elfenbein vernichtet wurden. Davor verbrannten Gabun im Jahr 2012 sowie Kenia in den Jahren 1989 und 2011 ihre Bestände. Die Stoßzähne sind auf dem Schwarzmarkt mittlerweile mehr wert als Kokain. Jährlich werden so mehrere Milliarden Dollar umgesetzt und dafür mehr als 30.000 Elefanten gewildert.
Bisher gelang es nicht, die ungeheure Nachfrage aus Ländern wie China, Thailand und Vietnam zu stoppen. Nashorn, Elfenbein oder Tigerteile gelten in südostasiatischen Ländern als begehrtes Luxusobjekt. Umfragen ergaben, dass vielen Chinesen nicht bewusst ist, dass der Kauf von Elfenbeinschmuck mit dem Tod der Elefanten verbunden ist. Die Ansicht ist weit verbreitet, dass die Zähne den Elefanten ausfallen und nachwachsen würden.
Die enormen Gewinnspannen vom Feld bis zum Endverbraucher locken immer besser organisierte Wilderer- und Schmugglerbanden an, die sich vom Waffen-, Drogen- und Menschenhandel dem illegalen Wildtierhandel zuwenden. Der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten rangiert auf dem vierten Platz der lukrativsten illegalen Handelsarten – hinter Drogen-, und Menschenhandel und der Produkt- und Geldfälschung. Bis zu 19 Milliarden US-Dollar werden so jährlich weltweit umgesetzt. Auch soll der Elfenbeinhandel von militanten Milizen und Terrorgruppen wie der „Lord’s Resistance Army“ im Kongo und im Südsudan und durch die Al-Schabab-Milizen in Somalia als Einkommensquelle zur Finanzierung ihrer Waffen genutzt werden.
Derzeit leben in Afrika noch zwischen 423.000 bis 660.000 Elefanten. Neben der Wilderei sind die Tiere auch durch Lebensraumverlust bedroht, da immer mehr Menschen in ihren Lebensraum der Savannen und Regenwälder eindringen und zerstören.
Fotos und Videos:
- Ivory B-roll from Rocky Mountain Arsenal: http://gvn.panda.org/?r=3743&k=ed3bb8ccda (© World Wildlife Fund/Chris O’Leary)
- USFWS Photos/B-roll of the U.S. Ivory Crush: http://www.fws.gov/mountain-prairie/IvoryCrush/resources.php
Rückfragehinweis:
Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel. 01-48817-215, Mobil: 0676-83488215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.













