Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Trotz Klimawandel: Tirol vor dem Totalausbau der Wasserkraft
Innsbruck, 3. August 2009 – Die E-Wirtschaft versucht auch in Tirol den Ausbau der natürlichen und naturnahen Flüsse des Landes voranzutreiben. Tirol hat durch seinen hohen Alpenanteil viele bedeutende Fließgewässer, an denen es bereits jetzt an die Tausend Wasserkraftwerke gibt. Der Ausbaugrad der Wasserkraft in Tirol liegt trotzdem erst bei 53 Prozent. Der WWF und die Plattform „Flüsse voller Leben“ sehen darin eine große Gefahr für die tiroler Flüsse und Bäche. Unter den gefährdeten Flüssen befinden sich die Ötztaler Ache, die Isel und der Inn. Sogar der Lech als der letzte große Wildfluss der Nordalpen ist immer noch durch Kraftwerkspläne gefährdet. Heute stehen das WWF-Flüssezelt und das überlebensgroße Herz für Flüsse von 10 bis 17 Uhr auf dem Marktplatz in Innsbruck. „Wir sind gegen den Ausverkauf der tiroler Flüsse und Bäche für die Profitinteressen der Energiekonzerne und treten mit unseren Partnern für den dauerhaften Schutz von Tirols Natur für die Nachwelt ein“, kündigt WWF-Naturschutzexpertin Nicole Schreyer an und lädt die Tiroler Bevölkerung zum Besuch am Marktplatz ein.
Die Energiewirtschaft plant in Tirol derzeit viele Großprojekte – im Einzugsgebiet des Nationalparks Hohe Tauern und in vielen Tälern, die dadurch einer immensen Hochwassergefahr ausgesetzt werden. Besonders akut ist die Situation am Inn. Zwischen Stams und Telfs hat der Inn noch ursprüngliche Auwälder und freie naturnahe Strecken. Die „Rietzer und Mieminger Innauen“ wurden zum Sonderschutzgebiet erklärt, der höchsten Schutzkategorie Tirols. Doch genau an diesem Abschnitt planen die Innsbrucker Kommunalbetriebe die Errichtung eines Laufkraftwerkes. Durch den Bau des Kraftwerkes würden charakteristische Schotterbänke verschwinden und mit ihnen eine Vielzahl an geschützten Tier- und Pflanzenarten. Auch das Sonderschutzgebiet würde massiv beeinträchtigt, kritisiert der WWF und fordert die Erhaltung dieses Flussabschnitts.
Angesichts des drohenden totalen Ausbaus der letzten österreichischen natürlichen Flüsse und Bäche haben sich die größten Naturschutzorganisationen (WWF, Naturschutzbund, Naturfreunde, Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, Fischereiverband, kajak.at und der Alpenverein Edelweiss) zur Plattform Flüsse voller Leben zusammen geschlossen. Das Ziel der Plattform ist der gesetzlich verbindliche Schutz der Flüsse. Denn: „Der totale Ausbau der Wasserkraft kann nur den zusätzlichen Strombedarf der nächsten fünf Jahre abdecken“, so Schreyer. Der WWF und seine Partner treten für Effizienzsteigerung, die Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke und den Ausbau anderer Erneuerbarer Energieträger ein. Dadurch sollen auch wesentlich mehr neue Arbeitsplätze geschaffen werden als dies mit dem Ausbau der Wasserkraft möglich ist. Dazu ruft die Plattform Flüsse voller Leben die Tiroler zur Unterzeichnung der Petition auf, die diese Forderungen unterstützt: www.fluesse-voller-leben.at/petition. Für die Petition setzen sich auch zahlreiche Prominente ein.
Der WWF tourt in den ersten beiden Augustwochen mit einem Info-Zelt für Eltern und Kinder, einem überlebensgroßen Herz für Flüsse und Tausenden Flusskieseln durch ganz Österreich. Die nächsten Stationen sind: 4. 8. in Bregenz (Bahnhofstraße), 5. 8. in Salzburg (Mirabellplatz), 7. 8. in Graz (Herrengasse), 10. 8. in St. Pölten (Riemerplatz), 11. 8. in Linz (Taubenmarkt), jeweils von 10 bis 17 Uhr.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF Österreich, Tel. 01-48817-231 Email: franko.petri@wwf.at.
Factsheets zu Tirol und den tiroler Flüssen, Fotos, Petition, Logo und weitere Pressematerialien unter www.fluesse-voller-leben.at (Presse).
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