14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
Uferrückbau gestartet – March wird wieder natürlicher
Das INTERREG Projekt „Kli-Ma“ sorgt dafür, dass ein großes Stück Uferverbauung am rechten Ufer der March bald Geschichte ist. „Ziel der Maßnahme ist die vollständige Entfernung der Wasserbausteine auf einer Länge von 705 Metern. Dadurch entsteht eine unverbaute Uferlinie mit einer Länge von knapp zwei Kilometern, da sich flussauf und flussab des Rückbaus keine Uferverbauungen befinden“, erklärt Franz Steiner, Projektleiter der für die March zuständigen Flussbauverwaltung viadonau. „Nach Abschluss der Arbeiten wird es das längste unverbaute Ufer der gesamten Grenzstrecke der March sein.“ Die Baumaßnahme wird im Rahmen des von der EU geförderten INTERREG Projekts „Kli-Ma“ zwischen Österreich und der Slowakei umgesetzt und von viadonau geleitet. „Nach den umfangreichen Seitenarmanbindungen der letzten Jahre setzen wir nun den nächsten Meilenstein für die March“, freut sich Steiner. „Erstmals können wir einen vollständigen Uferrückbau an der March umsetzen. In diesem Bereich kann sich der Fluss künftig wieder eigendynamisch entwickeln und sein Ufer selbst gestalten.“ Die Bauarbeiten starteten am 29. November 2021 und sollen im Jänner 2022 abgeschlossen werden.
„Wir freuen uns sehr über die neuen Maßnahmen, denn durch die Regulierung der March im 20. Jahrhundert wurden über 70 Prozent der Ufer mit Wasserbausteinen und Betonplatten verbaut“, erklärt Michael Stelzhammer, Gewässerschutzexperte der Naturschutzorganisation WWF Österreich, in dessen Schutzgebiet (WWF-Auenreservat Marchegg) die Arbeiten durchgeführt werden. „Auch wenn die Narben der Regulierungsarbeiten über die Jahrzehnte verheilt zu sein scheinen, darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die March heute de facto ein Kanal ist, der in ein starres Steinkorsett gezwängt wurde.“ Dadurch kann das Wasser der March erst spät aus dem Hauptfluss ausufern, weshalb die Au mit immer weniger Wasser versorgt wird und zusehends austrocknet. Typische nasse und feuchte Aulebensräume, wie Autümpel, Schilf- und Röhrichtbestände sowie wichtige Laichhabitate für Amphibien verlanden und gehen damit langfristig verloren. „Wie Untersuchungen der letzten Jahre belegen, wirkt sich die Regulierung ausgesprochen negativ auf die Ökologie aus, besonders auf Fische, Muscheln und Brutvögel, was in einem Rückgang der Arten und Individuenzahlen sichtbar wird“, bemerkt Stelzhammer kritisch.
Der Uferrückbau soll eigendynamische Prozesse der March initiieren und fördern. Durch die Entfernung der Verbauung können neue Flachufer entstehen, die Jungfischen eine Ideale Kinderstube bieten sowie Steilufer, in denen der Eisvogel wieder Bruthöhlen graben kann. Neben dem Uferrückbau in Zwerndorf werden im Rahmen des INTERREG Projekts „Kli-Ma“ von viadonau gemeinsam mit der slowakischen Wasserbauverwaltung auch die Auswirkungen des Klimawandels auf den Fluss March untersucht und die Auswirkungen auf die Tierwelt analysiert.
News
Aktuelle Beiträge
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.









