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Umweltschutzorganisationen: Österreichische Regierung muss Energiewendeplan vorlegen
Wien, am 13. Jänner 2016 – Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace, WWF und GLOBAL 2000 fordern heute die österreichische Regierung auf, einen Energiewendeplan vorzulegen. Schützenhilfe bekommen sie dabei von der Bevölkerung: Rund 27.000 ÖsterreicherInnen haben eine Unterstützungserklärung mit klaren Forderungen zu Österreichs Energie- und Klimapolitik unterzeichnet. Diese Unterschriften übergeben heute zu Mittag die drei NGOs an Umweltminister Andrä Rupprechter. Weitere 43 Unternehmen, darunter REWE, SPAR und die Allianz sowie viele prominente Persönlichkeiten, wie die Schauspielerin Chris Lohner und der ehemalige Direktor des Tiergarten Schönbrunns, Helmut Pechlaner, schlossen sich den Forderungen an.
„Ein ambitionierter Energiewendeplan für Österreich ist unerlässlich und muss zügig umgesetzt werden“, so die Vertreter der Umweltschutzorganisationen. Die wichtigsten drei Punkte: Verglichen mit dem Jahr 2005 muss der Energieverbrauch bis 2030 um 30 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent gesenkt werden. Der Treibhausgasausstoß soll auf Basis des Referenzjahres 1990 bis 2030 um 50 Prozent und bis 2050 um mindestens 90 Prozent reduziert werden. Zugleich muss die Energieversorgung mit naturverträglichen, erneuerbaren Energien bis 2030 auf über 60 Prozent und bis 2050 auf 100 Prozent gesteigert werden. Nur dieser langfristige Fahrplan stellt sicher, dass Österreich seinen fairen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad Celsius leistet.
Auf der UN-Klimakonferenz in Paris (COP 21) im Dezember wurden erste Schritte in die richtige Richtung angekündigt. Bundeskanzler Werner Faymann sprach von 100 Prozent erneuerbarem Strom bis 2030, was auch Umweltminister Andrä Rupprechter in seiner Rede bei der Konferenz bestätigte. Auch wenn Strom nur etwa 20 Prozent des gesamten Energieverbrauches von Österreich ausmacht, ist das ein guter Ansatz. Umweltminister Rupprechter erklärte zudem, dass er einen Anteil von 50 Prozent erneuerbaren Energien bis 2030 anstreben will. Zudem soll bis dahin auch der Ausstieg aus der Kohleverbrennung geschafft sein. Weiters kündigte er seinen Einsatz für eine CO2-Abgabe an.
Diese Aussagen zeugen davon, dass Klimapolitik ernster genommen wird und auch konkrete Maßnahmen folgen sollen. Die Kampagnen der drei Umweltschutzorganisationen haben Bewegung in die Klimapolitik gebracht. Dennoch fehlt noch immer eine Aussage des für Energie zuständigen Ministers, Reinhold Mitterlehner, und ein langfristiger Energiewendeplan. Denn rund drei Viertel der klimaschädlichen Treibhausgase in Österreich stammen aus der Energienutzung. Energiepolitik und Klimapolitik sind untrennbar miteinander verbunden und brauchen gemeinsame Ziele. „Das Warten auf EU-Vorgaben ist nicht akzeptabel. Österreich braucht rasch einen zuverlässigen und engagierten Weg in die Energiezukunft. Wir müssen die Energieverschwendung stoppen und erneuerbare Energien ausbauen, ohne die Natur zu zerstören“, fordert WWF-Energiereferent Karl Schellmann.
Gleichzeitig kann der Umbau unseres Energiesystems zahlreiche Arbeitsplätze schaffen und uns unabhängiger von fossiler Energie machen. Netto gibt Österreich 11,4 Mrd. Euro (2014) für den Import von Kohle, Öl und Gas aus. „Österreich braucht wieder ein Projekt auf dessen Umsetzung wir stolz sein können. Der Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien ist ein integrierendes Projekt, mit dem wir zehntausende Arbeitsplätze schaffen können. Es gibt keinen Grund noch länger zu zögern“, betont Reinhard Uhrig, Energiesprecher von GLOBAL 2000.
Obwohl Österreich im Rahmen internationaler UN-Klimaschutzabkommen und der EU klare, rechtsverbindliche Verpflichtungen zur Reduktion der Emissionen unterschrieben hat, ist der Ausstoß von Treibhausgasen seit dem Jahr 1990 gestiegen. Wenn Klimaschutz nicht effektiv umgesetzt wird, hat das katastrophale Folgen auch für Österreich, wo die Temperaturen verhältnismäßig stärker ansteigen als im globalen Durchschnitt. „Dürren, Jahrhunderthochwässer und schneearme Winter mit jährlichen Kosten von bis zu 8,8 Milliarden Euro im Jahr 2050 könnten die Zukunft Österreichs sein, sollte die Obergrenze von zwei Grad überschritten werden. Ambitionierte Energie- und Klimaziele sind daher ein Muss“, so Adam Pawloff, Klimasprecher von Greenpeace abschließend.
Bildmaterial:
Bildmaterial finden Sie ab 13 Uhr unter nachstehendem Link. Die Fotos stehen für eine einmalige Verwendung unter Angabe der Photo Credits (© Greenpeace / Georg Mayer) kostenlos zur Verfügung.
https://greenpeace.box.com/s/limrjyep1xvv9k7qu6c1jt6cofbd9scx
Rückfragehinweis:
Lydia Matzka-Saboi, Pressesprecherin GLOBAL 2000, Tel. 0699 14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at
Réka Tercza, Pressesprecherin Greenpeace, Tel. 0664 85 74 598, E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org
Theresa Gral, Pressesprecherin WWF, Tel. 01 488 17 216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at
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