Europäische Führungskräfte befragt: 55 Prozent bewerten Folgen der EU-Deregulierung negativ oder gemischt – WWF fordert verlässliche Umweltpolitik statt Zick-Zack-Kurs
Vereinte Nationen erklären der Wilderei den Krieg
New York/Wien, 30. 7. 2015 – Die Vereinten Nationen haben heute in New York eine Resolution gegen den illegalen Wildtierhandel verabschiedet. Darin verpflichten sich alle 193 Staaten der Welt, dem derzeit beispiellosen Anstieg der Wilderei und des illegalen Wildtierhandels in gemeinsamer Zusammenarbeit entschieden entgegenzutreten. „Die UN-Resolution markiert eine neue Phase im Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel. Diese Art von Kriminalität ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt, vielmehr bedroht sie das Überleben unzähliger Arten sowie die nachhaltige Entwicklungschancen ganzer Regionen“, sagt Volker Homes, Artenschutzleiter des WWF Deutschland. „Mit der heutigen Resolution haben wir einen Meilenstein erreicht, der deutlich macht, dass Wilderei nicht nur ein Naturschutzthema ist, von dem einige wenige Staaten betroffen sind, sondern dass der Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel ganz oben auf der Agenda aller Staaten steht.“
Der Antrag wurde von Deutschland, Gabun und mehr als 70 weiteren Staaten unterstützt in die Generalversammlung der UN eingebracht und ist das Ergebnis von drei Jahren diplomatischer Bemühungen. Erstmalig erkennen damit alle Staaten die Schwere und das Ausmaß dieser Art von Kriminalität an sowie die Notwendigkeit sie gemeinsam zu bekämpfen. Jahrzehntelange Artenschutzerfolge würden torpediert durch das Ausrotten ganzer Elefantenpopulationen in den Staaten Zentralafrikas, Mosambik und Tansania und Wilderei-Exzessen an Südafrikas Nashörnern. Diese Entwicklung bedroht die öffentliche Sicherheit in fragilen Staaten und unterwandert die Justizsysteme, indem die Wilderei zu einem mafiös organisierten illegalen Wirtschaftszweig heranwächst, mit dessen Gewinnen oftmals Kriege und andere Kriminalitätszweige finanziert und aufgebaut werden. Zugleich stellt die Wilderei eine ernste Gefahr für die Entwicklungschancen lokaler Gemeinschaften dar, für die z.B. Safaritourismus eine wichtige Einnahmequelle ist.
Um die Wildereikrise erfolgreich zu überwinden, ist es entscheidend, dass die 193 UN-Mitglieder sich zu regionaler und internationaler Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette des illegalen Wildtierhandels verpflichtet haben. Nur so kann Wilderei, illegaler Handel und der illegale Verkauf an Endkonsumenten gestoppt werden. Neben der Verbesserung der Gesetze und Arbeit der Gerichte und im Bereich der Strafverfolgung will die Resolution die Staaten ermutigen, lokale Gemeinschaften im Kampf gegen die Wilderei stärker einzubinden.
Ein Mut machendes Beispiel ist das von Nepal. In dem asiatischen Land wurde dank hochrangigem politischen Rückhalt, engagierten Wildhütern und enger Einbindung der Gemeinden in den letzten drei Jahren kein Nashorn mehr getötet worden. Dieses Beispiel muss Schule machen, fordert der WWF. „Das verhältnismäßig geringe Risiko bei hohen Gewinnspannen hat Wilderei und illegalen Wildtierhandel in wenigen Jahren zu einem Spielfeld von kriminellen Netzwerken gemacht, die dieses Geschäftsfeld neu in ihr Portfolio aufgenommen haben. Dadurch hat eine Professionalisierung stattgefunden, die effektiveren Wildereimethoden, mehr Gewalt und einem neuen Maß an Korruption den Weg geebnet haben. Der Ausweg kann nur in engmaschiger Zusammenarbeit der Staatengemeinschaft liegen, die sich auch stärker gegen klassische kriminelle Phänomene wie Korruption und Geldwäsche engagieren muss, die nun auch beim illegalen Artenhandel zunehmend eine Rolle spielen“, so Homes.
Wenn die Mitgliedsstaaten der UNO die Resolution vollständig umsetzen, wird der illegale Wildtierhandel deutlich risikoreicher und weniger lukrativ für die kriminellen Syndikate, so die Einschätzung des WWF. Die Resolution fordert eine genaue Berichterstattung ein, die Schwachstellen in der Umsetzung deutlich sichtbar machen. In der Resolution ist weiters festgeschrieben, dass der UN-Generalsekretär ab 2016 jährlich einen Lage- und Fortschrittsbericht erstellt. Zusätzlich soll über die Ernennung eines UN-Sonderbeauftragten zu Wilderei und illegalem Artenhandel diskutiert werden.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at
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