Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Vor der Klimakonferenz in Durban – Facelifting für Österreichs Klimapolitik gefordert!
Wien, 17.November 2011 – Anlässlich der in zwei Wochen startenden UN-Klimakonferenz in Durban stellt die Allianz für Klimagerechtigkeit – ein breites Bündnis von Entwicklungs-, Sozial- und Umweltorganisationen – ihre Forderungen an die österreichische Klimapolitik vor. In zwei Wochen wird vor allem über die Zukunft des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls entschieden werden. "Das Kyoto-Protokoll war ein Meilenstein der Klimapolitik – in Durban muss Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich um die Zukunft eines fairen, verbindlichen und geschlechtergerechten Klimaabkommens kämpfen", fordern die VertreterInnen der Allianz für Klimagerechtigkeit unisono. Das Kyoto-Protokoll, das 1997 beschlossen wurde, ist bis dato weltweit das einzige international gültige Abkommen für Klimaschutz.
Um die drohende Klimakatastrophe zu vermeiden, müssen die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent bis 2020 und um 95 Prozent bis 2050 reduzieren. "Das bisherige Emissions-Minderungsziel der EU von 20 Prozent bis 2020 reicht dazu bei weitem nicht aus und muss in einem ersten Schritt auf mindestens 30 Prozent erhöht werden. Doch während sieben europäische Staaten wie Deutschland und Großbritannien auf mehr Klimaschutz drängen, blockiert Österreich. Umweltminister Berlakovich muss endlich seine ablehnende Haltung gegenüber ambitionierteren EU-Zielen aufgeben und sich für Klimaschutz stark machen," fordert Johannes Wahlmüller, Klima und Energieexperte von GLOBAL 2000.
Philippinische Partnerin der Dreikönigsaktion: Unsere Lebensgrundlagen sind akut bedroht
Jovelyn T. Cleofe, Direktorin des Centers for Empowerment and Resource Development und Projektpartnerin der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar aus den Philippinen, unterstützt als internationale Partnerin die Forderungen der Klimaallianz. Sie erzählt: "Auf den Philippinen spüren wir bereits jetzt lebensbedrohliche Auswirkungen des Klimawandels: Extreme Wettereignisse wie Taifune häufen sich und durch die steigende Meerestemperatur sterben Korallen und der Fischreichtum nimmt ab. Dies zerstört die Lebensgrundlagen der Fischerfamilien, mit denen wir arbeiten. Wir setzen bereits jetzt konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des schädlichen Klimawandels und fordern von den reichen Ländern wie Österreich, ihren Ausstoß von Treibhausgasen ernsthaft zu reduzieren und Maßnahmen zur Anpassung in den Entwicklungsländern zu unterstützen."
CARE: Noch mehr Hunger unbedingt verhindern!
Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich, fordert eine zentrale Berücksichtigung der Interessen der ärmsten und vom Klimawandel am stärksten betroffenen Menschen in den Entwicklungsländern – hierbei handelt es sich insbesondere um Frauen und Kinder. Wagner-Hager warnt: "Schon jetzt stirbt alle sechs Sekunden ein Kind an Hunger – und auch wenn die Ursachen für Unterernährung komplex sind, die Auswirkungen des Klimawandels sind schon heute massiv spürbar. Wenn die Industrieländer nicht schnellstens Maßnahmen treffen, um den Klimawandel zu begrenzen bzw. den Menschen zu helfen, sich an seine Auswirkungen anzupassen, könnten die Hungerzahlen bis 2050 um bis zu 20 Prozent steigen!" Von Österreich gefragt seien nicht nur großzügige Finanzmittel für Klimaschutz, Anpassungsmaßnahmen und Katastrophenvorsorge, vor allem "müssen bisherige Finanzierungszusagen für Entwicklungszusammenarbeit endlich eingehalten werden", betont Wagner-Hager.
WWF: Tropenwälder schützen
Klimaallianzmitglied WWF sieht den Schutz der tropischen Wälder als eine der wichtigsten Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel. 15 Prozent aller Treibhausgasemissionen haben ihre Ursache in der Abholzung der Wälder. "Um katastrophale Klimafolgen abzuwenden und den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten, muss die Entwaldung weltweit bis 2020 gestoppt werden", betont Annabella Musel, Energie- und Klimaexpertin beim WWF.
In Durban wird als wichtigstes Waldschutzinstrument REDD+ zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die aus Entwaldung und Waldschädigung in Entwicklungsländern resultieren, verhandelt werden. Ein künftiger REDD+-Mechanismus muss Sicherheitsklauseln und Kontrollmechanismen beinhalten, die geeignet sind, die biologische Vielfalt sowie die Rechte der im und vom Wald lebenden Menschen zu schützen. Die Partizipation und die Rechte der indigenen Waldbevölkerung müssen gesichert und gefördert werden. Der WWF tritt für konkrete nationale Entwaldungsziele und Methoden zur Bekämpfung der Ursachen der Entwaldung ein. "Es ist jetzt höchste Zeit in REDD+ zu investieren, denn jeder Tag, den wir verstreichen lassen, erhöht die Kosten zur Vermeidung des Klimawandels", erklärt Musel: "Die Finanzierung von REDD+ sollen aus öffentlichen und privaten Geldern kommen und in gerechter, transparenter, koordinierter und gemeinschaftlicher Art und Weise zur Verfügung gestellt werden."
Weitere Informationen auf: www.klimaallianz.at
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000: nunu.kaller@global2000.at // 0699 14 20 00 20
CARE: angelika.gerstacker@care.at // 0664/88731425
WWF: franko.petri@wwf.at // 01-488 17 -231
Dreikönigsaktion: herbert.wasserbauer@dka.at // 0676 88011 1086
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