Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
Wagemutiger Einsatz für den Seeadler!
Wien, am 11. Juni 2008 – Im Rahmen des internationalen Beringungsprogramms für den Seeadler, der in Österreich vom Aussterben bedroht ist, hat der WWF dieser Tage in den niederösterreichischen March-Thaya-Auen zwei Jungvögel durch Ringe an den Füßen individuell markiert. Um zum Horst in der Schwarzpappel zu gelangen, war eine waghalsige Kletterpartie am Stamm bis in 15 Meter Höhe erforderlich. Die knapp zwei Monate alten Jungadler wurden kurz aus dem Hort gehoben, an Ort und Stelle beringt und wieder in den Horst gesetzt. Diese beiden Adler sind die ersten in Österreich geschlüpften Vögel, deren Beringung fotografisch dokumentiert wurde. „Die Beringung hilft uns, das Verhalten der sensiblen Adler über einen längeren Zeitraum genau zu verfolgen und sie so besser schützen zu können“, erklärt Dr. Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojekts. Die Aktion wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Remo Probst durchgeführt.
Die Vögel wurden von den Mitarbeitern des WWF mit jeweils zwei Ringen versehen. Ein Farbring in Schwarz und Grün mit weißem Nummerncode kennzeichnet das Tier als Angehörigen der pannonischen Population. Beim zweiten Ring handelt es sich um den Kennring, der eine individuelle Bestimmung ermöglicht: Anhand der darauf angebrachten Buchstaben- und Ziffernkombination können auch Geburtsort und -alter des Vogels festgestellt werden – und er dadurch identifiziert werden, wenn er gefangen oder tot aufgefunden wird.
Sowohl die Farbkombination als auch der Kennring-Code lassen sich aus großer Entfernung mit dem Spektiv ablesen. Dadurch ist es möglich, das scheue Tier wiederholt und ohne es zu stören zu kontrollieren. Um das Verhalten einzelner Vögel über einen großen Zeitraum verfolgen zu können ist es eine nähere Bestimmung von Gefährdungs- und Mortalitätsfaktoren wichtig.
Heuer leben in Österreich sieben Seeadlerbrutpaare. Drei haben davon erfolgreich gebrütet. Dass der hierzulande 1946 ausgerottete Seeadler überhaupt zurückkehren konnte, ist der engen Zusammenarbeit eines Netzwerks an Schutzinitiativen in ganz Europa zu verdanken. Sie entwickelten ein einheitliches System für die Überwachung und Beobachtung der Bestände. „Je genauer wir die Populationsentwicklung beobachten können, umso rascher können wir auf Gefahrenquellen reagieren“, erklärt Kohler.
Für die störungsanfälligen Großgreifvögel sind etwa Windkraftanlagen oder Hochgeschwindigkeits-Bahntrassen, aber auch die zunehmende Erschließung ruhiger Waldgebiete ein großes Problem. Die unmittelbarste Bedrohung des Seeadlers stellt allerdings der illegale Einsatz von Giftködern dar, die mit dem Pestizid Carbofuran präparierte sind. So fiel auch in der Brutsaison 2006/2007 ein Seeadler einem illegalen Gifteinsatz zum Opfer. Dank seiner Ringe konnte der Vogel als fünf Jahre altes Männchen aus Estland identifiziert werden.
Rückfragehinweis und Fotos:
Dr. Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojekts
Tel. 01/488 17-281, E-Mail: bernhard.kohler@wwf.at
Christian Pichler, Projektleitung „Vorsicht Gift“
Tel. 01/488 17-279, E-Mail: christian.pichler@wwf.at
Wir danken den Österreichischen Lotterien herzlich für die Unterstützung des WWF-Seeadlerprojekts!
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Neues Gesetz bedroht Österreichs letzte intakte Flüsse
Naturschutzorganisation warnt vor „Freibrief für Flussverbauung“ durch EABG – Geplantes Aufweichen des Gewässerschutzes geht weit über EU-Vorgaben hinaus – WWF fordert deutliche Verbesserungen
20 Jahre WWF Earth Hour: Licht aus gegen Energieverschwendung
Jubiläum für eine der größten Klima- und Naturschutz-Aktionen – Berühmte Wahrzeichen, Städte und Gemeinden machen mit – Bundespräsident Van der Bellen unterstützt Aktion in Österreich
WWF: Geplantes Salzburger Landesentwicklungsprogramm befeuert Flächenfraß
Begutachtungsphase endet am Mittwoch: Regelungen für Gewerbeparks und Einkaufszentren sollen auf Kosten wertvoller Böden gelockert werden – WWF fordert Fokus auf Bestand statt Neuwidmung auf der grünen Wiese
Energiekrise: WWF fordert Spritverbrauchsbremse
Aktuelle Stellungnahme zur geplanten Mineralölsteuer-Senkung – Umweltschutzorganisation fordert Energiespar-Programme und Offensive für öffentliche Verkehrsmittel, um hohe Erdölabhängigkeit zu reduzieren
Ostern ohne bitteren Beigeschmack: WWF fordert entwaldungsfreie Lieferketten für Schokolade
Kakao-Anbau setzt Regenwälder unter Druck – Klimakrise treibt Preise an – WWF plädiert für nachhaltigen Konsum zu Ostern und fordert bessere Rückverfolgbarkeit für Kakaoprodukte
Trockenheit im Seewinkel: WWF warnt vor Lebensraumverlust für Zugvögel
Rückkehr der Zugvögel im März – WWF warnt vor dramatischem Verlust der salzhaltigen Lacken im Seewinkel – Säbelschnäbler besonders betroffen
Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten: WWF fordert sichere Routen
Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald













