Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Welttag der Wale: WWF weltweit im Einsatz zum Schutz der Meeressäuger
Am internationalen Tag der Wale kommenden Sonntag macht die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) auf die faszinierenden Riesen der Ozeane aufmerksam – und auf die zahlreichen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind: “Fischerei, Schifffahrt, Lärm-, Plastik- und Schadstoffbelastung machen die Routen der Wale zu tödlichen Hindernisparcours. Hinzu kommen Belastungen durch die Klimakrise”, sagt Axel Hein, Meeres-Experte beim WWF Österreich. Darunter leiden alle Walarten in allen Regionen der Welt – insbesondere Großwale, die weite Strecken durch die Ozeane ziehen. Sechs der dreizehn großen Walarten gelten heute als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. “Damit sich Populationen erholen können, müssen weltweit Schutzgebiete ausgeweitet, besser verknüpft und menschliche Gefahren reduziert werden”, fordert Hein.
Zum Schutz der Wale setzt sich der WWF für die Ausweitung von Meeresschutzgebieten in verschiedenen Regionen der Welt ein: Am Hellenischen Graben im Mittelmeer zum Beispiel, wo sich Pottwale zur Fortpflanzung und zur Aufzucht ihrer Jungen aufhalten, arbeitet der WWF vehement an der Anpassung von Schiffsrouten – denn schon kleine Kursänderungen können tödliche Kollisionen verhindern. “Bis 2025 sollen sich mindestens 50 Prozent der Schifffahrtsunternehmen und Gewerkschaften dazu verpflichten, Maßnahmen für weniger Kollisionen im Hellenischen Graben zu ergreifen”, fordert Hein vom WWF. Neben Pottwalen werden die stark gefährdeten Finnwale im Mittelmeer-Schutzgebiet Pelagos durch die intensive Arbeit des WWF vor schädlichen Einflüssen bewahrt.
Auch an der Beobachtung von Großwalen in der Arktis ist der WWF beteiligt, um ihre Wanderrouten zu erforschen und sogenannte “Blaue Korridore” auszumachen. “Die Beringstraße verbindet die Arktis mit dem Pazifischen Ozean. Diese Region ist ein enorm wichtiger Korridor und ein wichtiges Nahrungsgebiet für mehr als eine Million an Meeressäugern, darunter Buckel-, Finn-, Grönland-, Beluga-, Grau- und Zwergwale, aber auch Eisrobben und Walrossen. Doch die Region verändert sich aufgrund der Klimakrise schneller als jede andere auf der Welt”, sagt Hein. Als Folge der Klimakrise schmilzt das Meereis früher und bildet sich später, was zu immer längeren offenen Wasserflächen führt. Infolgedessen werden neue globale Schifffahrtsrouten zugänglich. “Jede Route, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, führt durch die Beringstraße. Die Ausweitung des Seeverkehrs in diesem Teil der Welt bringt aber neue Risiken mit sich, darunter Ölverschmutzungen, Schiffsunfälle, Unterwasserlärm und andere Formen der Störung und Verschmutzung durch den Menschen”, warnt Hein. Um diese Risiken zu reduzieren, arbeiten der WWF und der Marine Exchange of Alaska (MXAK) gemeinsam mit Expert:innen an der Entwicklung einer Reihe von Frühwarnsystemen für Schiffe, um auf wichtige Lebensräume oder Walbeobachtungen aufmerksam zu machen. Zusätzlich informiert der WWF über freiwillige Maßnahmen, um das Kollisionsrisiko mit Walen zu verringern, wie zum Beispiel die Reduktion der Fahrgeschwindigkeit auf 10 Knoten.
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