Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
Weltwassertag: Staudämme bedrohen Flussparadiese an der Adria
Wien, Donnerstag, 19. März 2010 – Die österreichischen Energiekonzerne EVN und Verbund ziehen sich nach anfänglichem Interesse aus einem Mega-Staudammprojekt in Südosteuropa zurück: In Montenegro soll am Fluss Moraca eine Kette von vier bis zu 150 Meter hohen Staudämmen errichtet werden. „Wird dieses Projekt realisiert, droht eine riesige Umweltkatastrophe“, warnt WWF-Balkanexperte Arno Mohl. Die Kraftwerkskette würde den artenreichen Moraca-Canyon für immer zerstören und den größten See des Balkans, den Skutari-See, massiv schädigen. Dessen Schilfgürtel beherbergt mehrere Kolonien des weltweit vom Aussterben bedrohten Krauskopfpelikans. „Wir begrüßen den Ausstieg von EVN und Verbund aus dem Moraca-Projekt“, so Mohl. „Umso mehr schmerzt uns das Engagement der Konzerne im Nachbarland Albanien“.
Die ökologischen Auswirkungen der Moraca-Dämme auf die einzigartige Naturlandschaft Montenegros sind dramatisch, so der WWF. Es droht das Aussterben von Fischarten, die weltweit nur in diesem Gewässersystem vorkommen. Auch eines der bedeutendsten Feuchtgebiete des Mittelmeerraums und Rastplatz von bis zu 250.000 Zugvögeln, der Skutari See, ist bedroht. Durch den Wasserrückhalt in den Staubecken der Moraca – sie ist der wichtigste Seezubringer – würden die lebensspendenden Frühjahrshochwässer am See ausbleiben und damit die wichtigsten Fisch-Laichgebiete austrocknen. Der Zusammenbruch der Fischerei, die rund 600 Familien ernährt, ist vorprogrammiert.
Eine ähnliche Katastrophe zeichnet sich im Nachbarland Albanien ab, wo die Regierung derzeit mehr als 150 Wasserkraftprojekte forciert. Der WWF kritisiert, dass die EVN und der Verbund in diesem Land Kraftwerke bauen und damit die wertvollsten Flussgebiete der Region zerstören. Dabei verliert Albanien alleine durch sein schlechtes Stromnetz mehr als ein Drittel des derzeit produzierten Stroms. „Die österreichischen Stromkonzerne sollten lieber das Elektrizitätsnetz verbessern als neue Kraftwerke in intakter Natur zu bauen“, so Mohl.
Am Devoll, einem einzigartigen Wildfluss in der albanischen Bergwelt, baut die EVN derzeit drei Speicherkraftwerke mit einer Leistung von 340 Megawatt für Kosten von 900 Millionen Euro. Ein weiteres 48 Megawatt-Kraftwerk am Drin-Fluss wird in Zusammenarbeit mit dem Verbund errichtet und soll im Jahr 2012 fertig gestellt sein. „Hier geht es um reinen Profit auf Kosten der Natur. Albanien könnte effiziente Sonnenkraftwerke bauen und mit einer Erneuerung des Stromnetzes wären die Kraftwerke völlig überflüssig“, erklärt Mohl abschließend.
Eine aktuelle Studie von EuroNatur zeigt die Auswirkungen der Kraftwerke am Drin: siehe unten.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Medienleiter WWF, Tel. 01-48817-231, Email: franko.petri@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
Google-Rechenzentrum wird größer: WWF fordert strenge Umweltauflagen
Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten













