Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
Weltwassertag: Staudämme bedrohen Flussparadiese an der Adria
Wien, Donnerstag, 19. März 2010 – Die österreichischen Energiekonzerne EVN und Verbund ziehen sich nach anfänglichem Interesse aus einem Mega-Staudammprojekt in Südosteuropa zurück: In Montenegro soll am Fluss Moraca eine Kette von vier bis zu 150 Meter hohen Staudämmen errichtet werden. „Wird dieses Projekt realisiert, droht eine riesige Umweltkatastrophe“, warnt WWF-Balkanexperte Arno Mohl. Die Kraftwerkskette würde den artenreichen Moraca-Canyon für immer zerstören und den größten See des Balkans, den Skutari-See, massiv schädigen. Dessen Schilfgürtel beherbergt mehrere Kolonien des weltweit vom Aussterben bedrohten Krauskopfpelikans. „Wir begrüßen den Ausstieg von EVN und Verbund aus dem Moraca-Projekt“, so Mohl. „Umso mehr schmerzt uns das Engagement der Konzerne im Nachbarland Albanien“.
Die ökologischen Auswirkungen der Moraca-Dämme auf die einzigartige Naturlandschaft Montenegros sind dramatisch, so der WWF. Es droht das Aussterben von Fischarten, die weltweit nur in diesem Gewässersystem vorkommen. Auch eines der bedeutendsten Feuchtgebiete des Mittelmeerraums und Rastplatz von bis zu 250.000 Zugvögeln, der Skutari See, ist bedroht. Durch den Wasserrückhalt in den Staubecken der Moraca – sie ist der wichtigste Seezubringer – würden die lebensspendenden Frühjahrshochwässer am See ausbleiben und damit die wichtigsten Fisch-Laichgebiete austrocknen. Der Zusammenbruch der Fischerei, die rund 600 Familien ernährt, ist vorprogrammiert.
Eine ähnliche Katastrophe zeichnet sich im Nachbarland Albanien ab, wo die Regierung derzeit mehr als 150 Wasserkraftprojekte forciert. Der WWF kritisiert, dass die EVN und der Verbund in diesem Land Kraftwerke bauen und damit die wertvollsten Flussgebiete der Region zerstören. Dabei verliert Albanien alleine durch sein schlechtes Stromnetz mehr als ein Drittel des derzeit produzierten Stroms. „Die österreichischen Stromkonzerne sollten lieber das Elektrizitätsnetz verbessern als neue Kraftwerke in intakter Natur zu bauen“, so Mohl.
Am Devoll, einem einzigartigen Wildfluss in der albanischen Bergwelt, baut die EVN derzeit drei Speicherkraftwerke mit einer Leistung von 340 Megawatt für Kosten von 900 Millionen Euro. Ein weiteres 48 Megawatt-Kraftwerk am Drin-Fluss wird in Zusammenarbeit mit dem Verbund errichtet und soll im Jahr 2012 fertig gestellt sein. „Hier geht es um reinen Profit auf Kosten der Natur. Albanien könnte effiziente Sonnenkraftwerke bauen und mit einer Erneuerung des Stromnetzes wären die Kraftwerke völlig überflüssig“, erklärt Mohl abschließend.
Eine aktuelle Studie von EuroNatur zeigt die Auswirkungen der Kraftwerke am Drin: siehe unten.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Medienleiter WWF, Tel. 01-48817-231, Email: franko.petri@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen












