Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
Weltweit einzigartig: Monaco ohne Thunfisch
Wien, 27.3.09 – Im Fürstentum Monaco haben alle Restaurants, Einzelhändler und Chefköche den vom Aussterben bedrohten Roten Thunfisch aus ihren Regalen und von ihren Speisekarten genommen. Diese Maßnahme setzt Monaco so lange, bis sich die Bestände dieser Fischart von der Jahrzehnte langen Ausbeutung erholt haben und die Fischerei nachhaltig geführt wird. Dies wurde bei einem Treffen in Anwesenheit seiner Durchlaucht Fürst Albert II von Monaco vereinbart und gefeiert. Der WWF gratuliert Monaco – einem Mittelmeer-Anrainerstaat, in dem das Fischen und das Verzehren von Rotem Thunfisch traditionell stark verankert ist – das erste Land der Welt zu sein, das komplett auf Roten Thunfisch verzichtet.
“Dieser gemeinsame Schritt von Restaurants und Verkäufern, Roten Thunfisch zu verbannen ist ein starkes Signal, um auf den Besorgnis erregenden Zustand dieser einzigartigen Fischart hinzuweisen. Dadurch rufen wir eindringlich die Fischereikrise und Ausbeutung der Meere in das Bewusstsein der Menschen“, sagt Philippe Mondielli, Wissenschaftlicher Direktor der Prince Albert II von Monaco- Stiftung.
“Der WWF applaudiert Monaco dafür, dass das Fürstentum das erste Land der Welt ist, in dem kein einziger vom Aussterben bedrohter Roter Thunfisch mehr verkauft wird”, erklärt Georg Scattolin, Meeresexperte des WWF. “Der WWF fordert andere Länder auf, dem Beispiel Monaco´s zu folgen, bis diese Fischart gerettet ist und nachhaltig befischt wird.“
Die Bestände des Roten Thunfisches sind extrem überfischt, die Spezies dadurch vom Aussterben bedroht. Der Rote Thunfisch wird bis zu 680 Kilo schwer und bis zu dreißig Jahre alt. Er ist der „Ferrari der Meere“ und kann bis zu 100 km/h schnell schwimmen. Überfischung, illegale Fischerei und schlechtes Fischereimanagement haben diesen außergewöhnlichen Fisch aber an den Rand der Ausrottung gebracht.
Die Prinz Albert II von Monaco-Stiftung unterstützt die Arbeit des WWF zum Schutz des Roten Thunfisches durch Naturschutzaktivitäten wie ein innovatives Thunfisch-Markierungsprojekt. Ziel des Projektes ist, die Wanderwege der Thunfische rückverfolgbar zu machen und somit ihre Verhaltensweisen zu erforschen. Die Daten, die durch diese Markierungen gewonnen werden, verbessern das wissenschaftliche Verständnis für diese Fischart und bilden die Grundlage für ein besseres Fischereimanagement von Rotem Thunfisch zu dessen langfristiger Erhaltung.
Rückfragehinweis:
Mag. Georg Scattolin, WWF-Meeresexperte, georg.scattolin@wwf.at
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