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Widerstand gegen Gletscher-Verbauung wächst: Tiroler Landesregierung muss die Notbremse ziehen
Innsbruck, Wien am 9. November. Der öffentliche Widerstand gegen die umstrittene Gletscher-Verbauung Pitztal-Ötztal wächst: Die von der Allianz für die Seele der Alpen unterstützte Petition der Bürgerinitiative Feldring hat am Mittwochvormittag bereits die Marke von 90.000 Unterschriften übersprungen. „Immer mehr Menschen wünschen sich ein Ende des Ausbauwahns in den Bergen. Tirol muss seine letzten intakten Alpenlandschaften schützen und für einen nachhaltigen, sanften Tourismus erhalten anstatt sie für den Massentourismus zu opfern“, sagt Josef Schrank, Alpenschutzexperte des WWF Österreich. „Mit der Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal würde kostbare Natur für immer belastet und zerstört. Daher sollten die Projektbetreiber das Projekt am besten von sich aus zurückziehen. Ansonsten muss die Tiroler Landesregierung das Projekt im UVP-Verfahren stoppen. Ein derart überdimensioniertes Megaprojekt kann gerade in einer hochalpinen Landschaft niemals naturverträglich sein.“
Die Naturschutzorganisation WWF Österreich fordert gemeinsam mit Alpenverein, Naturfreunden und der Bürgerinitiative Feldring den sofortigen Stopp des Megaprojekts sowie rechtlich verbindliche Ausbaugrenzen für Skigebiete und einen Gletscherschutz ohne Ausnahmen. Denn das Ausbaggern und Asphaltieren eines gewaltigen Speicherteiches, der Bau von Gebäuden, Seilbahnen, Wegen und Pisten würden den Totalverlust wertvollster alpiner Lebensräume bedeuten. Für den Bau einer Bergstation müsste sogar ein Berggrat um fast 40 Höhenmeter bzw. 120.000 Kubikmeter abgetragen werden. Insgesamt sollen für das Projekt sogar 750.000 Kubikmeter Gestein, Erde und Eis ausgehoben werden. Wasserableitungen für technische Beschneiungen, Querungen und Verlegungen drohen den Zustand der Gewässer zu verschlechtern.
Nur mehr sieben Prozent der österreichischen Staatsfläche sind heute noch weitgehend naturbelassen und unerschlossen. Dennoch scheint der Nutzungs-und Erschließungsdruck auch auf diese besonders wertvollen, letzten alpinen Freiräume größer denn je. „Die Verbauung unberührter Gletscherwildnis mit neuer energiefressender Infrastruktur ist sinnbildlich für die desaströse Klima- und Umweltpolitik Österreichs: Anstatt die Klimakrise, den Biodiversitätsverlust und den Flächenfraß einzudämmen, dominiert eine fahrlässige Kurzsichtigkeit“, kritisiert WWF-Experte Josef Schrank die Untätigkeit der Politik.
Auf Basis der Projektpläne hat der WWF aktuelle Bildgrafiken erstellt: Download der Visualisierungen(zur honorarfreien Verwendung mit Credit: © WWF Österreich)
Rückfragehinweis:
Josef Schrank, Landschaftsökologe WWF Österreich, Mobil: +43 676 834 88 299, E-Mail: josef.schrank@wwf.at
Volker Hollenstein, Leiter Politik und Kommunikation WWF Österreich, Mobil: +43 664 501 31 58, E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
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