Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF: 13 Millionen Hektar Waldverlust in einem Jahr
Wien, Montag, 13. September 2010 – Die Situation der Wälder ist dramatisch. Zu diesem Fazit kommt der WWF anlässlich des morgigen Tages der Tropenwälder. „Seit letztem Herbst sind weltweit schätzungsweise 13 Millionen Hektar Wald verschwunden, hauptsächlich in den artenreichen Tropen“, sagt WWF-Experte Markus Radday. Schuld sind Waldbrände, illegaler Holzeinschlag und die Umwandlung von Wald in Ackerflächen. Damit gehen im Minutentakt wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere wie Orang-Utans und Elefanten verloren. Mit jedem Baum verschwindet außerdem ein Klimaschützer: „Bäume sind Kohlenstoffspeicher. Sie wandeln das Klimagas Kohlendioxid in Kohlenstoff um und binden es in ihrer Biomasse – tropische Bäume besonders viel. Deshalb sind wir auf den Schutz der Wälder angewiesen.“
Sämtliche Ökosysteme der Landoberfläche nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Die Tropen sind dabei wahre Klimakünstler. Berechnungen des WWF zufolge speichert ein einzelner großer Urwaldbaum etwa so viel Kohlendioxid, wie ein Auto auf einer Strecke von 50.000 Kilometern verursacht. Der in den tropischen Torfwäldern Indonesiens gelagerte Kohlenstoff würde bei seiner Freisetzung etwa zehntausend Mal so viel CO2 erzeugen, wie Berlin in einem Jahr ausstößt.

Wie lange die Wälder noch ihren Dienst tun können, ist fraglich. Denn die Tropenregionen sind der weltweite Brennpunkt der Waldzerstörung. Über 90 Prozent der jährlichen Entwaldung finden dort statt. Aber auch in den gemäßigten und nördlichen Breiten geraten Wälder immer mehr unter Druck. So leiden die Wälder in Russland, dem Land mit den drittgrößten Urwaldflächen, unter massiven Bränden. In diesem Jahr hat eine gefährliche Mischung aus Fahrlässigkeit, fehlender Vorsorge und krimineller Energie Russland einen Feuersommer bislang ungeahnten Ausmaßes beschert.
In Zeiten des Klimawandels muss der Waldschutz weltweit ausgeweitet werden, fordert der WWF. „Es müssen mehr Schutzgebiete her, vor allem aber brauchen die Entwicklungsländer finanzielle Anreize, ihre für das Weltklima wichtigen Wälder zu erhalten. Auf internationaler Ebene drängt der WWF daher auf die schnelle Einigung auf ein Verfahren zur Entschädigung der großen Waldnationen für den Erhalt ihrer Wälder im Rahmen des REDD-Mechanismus („REDD – Reduced Emissions from deforestation and forest degradation“). Außerdem müssen wir denjenigen, die Wälder illegal abholzen, den Hahn zudrehen.“ Dafür brauche es ein starkes europäisches Holzhandelsgesetz, das der EU-Ministerrat im Herbst verabschieden will. Kommt das Gesetz, ist die Einfuhr von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen nach Europa endlich verboten. Dafür hat der WWF seit Jahren gekämpft.
Schon heute kann jeder zum Schutz der Wälder beitragen – ganz einfach durch Achtsamkeit beim Einkauf. Wer zu Holz- und Papierprodukten mit dem Garantiesiegel FSC greift, trägt garantiert ein Produkt nach Hause, das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
E-mail: franko.petri@wwf.at.
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