Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
WWF: 159 Seeadler fliegen auf Österreich
Wien, am 28. Februar 2012 – Die Landschaften im Osten Österreichs gehören zu den wichtigsten Plätzen, an denen der Seeadler überwintert oder brütet. Der majestätische Greifvogel steht bei uns immer noch auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Umso mehr freuen sich die Vogelexperten von WWF, Nationalpark Donau-Auen und BirdLife über einen neuen Rekord bei der alljährlichen Seeadlerzählung: Insgesamt 159 Vögel beobachteten die Ornithologen und freiwilligen Helfer Mitte Jänner 2012 in Niederösterreich und dem Burgenland. Bereits zum fünften Mal in Folge wurden dabei in den March-Thaya-Auen die meisten Adler gezählt – stolze 49 Stück.
Auch die Zahl der Bruten ist angestiegen. Dabei handelt es sich um jene Seeadler, die bei uns nicht nur überwintern oder rasten, sondern auch erfolgreich Junge großziehen. Spätestens Ende März werden die Seeadlerküken schlüpfen. Mit vier von insgesamt 14 Paaren in Gesamtösterreich, führt der Nationalpark Donau-Auen die Liste der Brutgebiete an.
Die Top fünf der Überwinterungsgebiete Österreichs
In den nachfolgenden Beobachtungsgebieten wurden die meisten der 159 europäischen Seeadler gezählt.
1. Die March-Thaya-Auen in NÖ inkl. Grenzgebiet zu Tschechien/Slowakei: 49 Seeadler
2. Die Parndorfer Platte im Nordburgenland: 32 Seeadler
3. Der burgenländische Seewinkel inkl. Grenzgebiet zu Ungarn (Hanság): 29 Seeadler
4.Die Donau-Auen westlich und östlich von Wien: 21 Seeadler
5.Das NÖ Waldviertel: 13 Seeadler
Die wichtigsten Brutgebiete Österreichs
In den nachfolgenden Beobachtungsgebieten wurden die meisten der 14 heimischen Seeadlerpaare gezählt.
1.Der Nationalpark Donau-Auen östlich von Wien: 4 Brutpaare
2.Die March-Thaya-Auen: 3 Brutpaare
3.Das Waldviertel: 3 Brutpaare
Für die so genannte Synchronzählung, verteilen sich jeden Januar etwa 20 Vogelkundler in Gebieten, in denen der Seeadler vorkommt. Das Areal wird gleichzeitig abgeschritten und die Adler gezählt. Doppelzählungen vermeidet man anhand individueller Merkmale wie der Färbung des Federkleides. Seit dem Jahr 2000 werden die Seeadler auf diese Weise gezählt.
Rekordwerte beim Seeadler durch gezielte Schutzprojekte
„Die erfreulichen Zahlen zeigen, dass unsere Schutzmaßnahmen wie der jahrelanger Kampf gegen illegale Abschüsse und Vergiftungen erfolgreich war”, erklärt Christian Pichler, Leiter des WWF Seeadlerprojekts. Auch Horstschutz ist wichtig: Damit die äußerst empfindlichen Seeadlereltern ihre Eier bis zum Schlüpfen der Küken bebrüten, müssen Störungen um den Seeadlerhorst vermieden werden. Im Einvernehmen mit den jeweiligen Grundbesitzern werden Forstarbeiten für die Dauer der Brut aufgeschoben. Außerdem werden die Horststandorte geheim gehalten, um nicht Schaulustige anzulocken.
Hoffnung auf viele Jungvögel zu Frühlingsbeginn
Unter den 159 Seeadlern, die derzeit in Österreich überwintern, befinden sich auch 14 Paare, die gerade mit dem Brüten begonnen haben – vier davon im Nationalpark Donau-Auen. „Dies unterstreicht die Bedeutung des Nationalparks für den Seeadler wie auch zahlreiche weitere Vogelarten mit unterschiedlichsten Bedürfnissen und belegt die ökologische Qualität dieses Lebensraums. Die Sicherstellung einer ungestörten Brut für die Seeadler zählt zu unseren wichtigsten Schutzzielen!“, erläutert Nationalparkdirektor Mag. Carl Manzano. Auch heuer soll so den Jungadlern ein erfolgreiches Ausfliegen ermöglicht werden.
Rückfragehinweis und Fotos des Seeadlers:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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