Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
WWF-Amazonas-Ausstellung seit heute in Kärnten
Klagenfurt, 16. Juli 2007 – Im Rahmen des weltweiten WWF-Projekts zur Rettung des Amazonas-Regenwaldes startet der WWF Österreich heute seine Amazonas-Ausstellung in Kärnten. Ab heute steht die Ausstellung in dieser Woche am Hauptplatz in Villach. Mit der Ausstellung will der WWF das Bewusstsein für unsere Abhängigkeit vom Regenwald schärfen. Im Rahmen des größten Tropenwaldschutz-projekts der Welt soll ein WWF-Schutzgürtel mit einer Gesamtfläche von 500.000 Quadratkilometern in Brasilien unter dauerhaften Schutz gestellt werden. Innerhalb von drei Jahren will der WWF in Österreich dafür eine Million Euro sammeln. An dem Projekt ist auch die brasilianische Regierung, die Weltbank und weitere internationale Organisationen beteiligt. Die Amazonasausstellung wird in den nächsten Monaten durch die Bundesländer touren. "Wenn der Amazonas-Regenwald zerstört wird, hat das katastrophale Auswirkungen auf den gesamten Planeten. Dieses weltweite Projekt ist die letzte Chance, den Amazonas dauerhaft vor der Entwaldungsfront zu retten. Wir hoffen auch auf reges Interesse in Kärnten", sagt WWF-Amazonas-Sprecher Franko Petri.
Der Amazonas ist heute so bedroht wie nie zuvor. Viehzüchter und Soja-Farmer brennen die Wälder nieder um Platz für ihre Herden und Plantagen zu schaffen. Der Großteil des für die EU-Tierfabriken benötigten Soja-Futtermittels kommt direkt von den insgesamt mehr als 40 Millionen Hektar großen Anbauflächen aus Südamerika. Der Ausbau der Überlandstraßen, die mitten durch den Regenwald führen, reißt tiefe Wunden in den großteils noch intakten Lebensraum. Illegale Abholzung, der Handel mit bedrohten Tierarten, Bergbau, Waldbrände und der Klimawandel bedrohen die Millionen Jahre alten Regenwälder zusätzlich. Die Rodung des tropischen Regenwaldes ist schon jetzt für ein Viertel des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich. Täglich werden allein in Brasilien durchschnittlich 59 Quadratkilometer Regenwald vernichtet, das entspricht einer Waldvernichtung von fünf Fußballfeldern pro Minute. Die Speicherkapazität des Amazonaswaldes von Kohlendioxid entspricht dem weltweiten Ausstoß von CO2 durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe in 15 Jahren.
Auf Initiative des WWF wurde im Jahr 2002 das ARPA-Netzwerk gegründet, ein seit heuer 235.000 Quadratkilometer großer Schutzgürtel aus verschiedenen Naturreservaten. Bis 2012 soll dieser größte Naturschutzgürtel der Welt auf eine halbe Million Quadratkilometer anwachsen – das sind etwa 12 Prozent des brasilianischen Amazonaswaldes. Die Umsetzung des Projekts wird etwa 400 Millionen Dollar kosten. Zusammen mit der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA, der brasilianischen Regierung und internationalen Organisationen arbeitet der WWF an der Erstellung von Managementplänen und deren Umsetzung. In die Schutzgebietsbetreuung wird die lokale Bevölkerung aktiv miteinbezogen und so gleichzeitig auch die Armut verringert. Mit nachhaltiger Holzbewirtschaftung und Fischereiprojekten konnte schon jetzt die Abholzung verringert werden. Mit Unterstützung des WWF wurde neben weiteren Schutzgebieten 2005 der 19.000 Quadratkilometer große Juruena-Nationalpark gegründet, der besonders für seine Artenvielfalt bekannt ist.
Der Amazonas-Fluss ist die 6.400 Kilometer lange Lebensader des mit mehr als fünf Millionen Quadratkilometern größten Regenwaldgebietes der Erde. 60 Prozent davon befinden sich in Brasilien. 13 Prozent des weltweit verfügbaren Süßwassers sind dort gebunden. Zehn Prozent aller weltweit bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in diesen Wäldern. Viele Gebiete sind noch unerforscht und ständig werden neue Arten entdeckt. 17 Prozent des Waldes in Brasilien sind heute bereits unwiederbringlich vernichtet. "Wenn die Abholzung nicht in diesem Jahrzehnt gestoppt wird, werden bis 2050 etwa 40 Prozent des Amazonas-Regenwaldes für immer verloren sein. Wir laden alle ÖsterreicherInnen ein, zusammen mit dem WWF diesen Prozess der Zerstörung aufzuhalten", ruft Petri die Kärntner zum Spenden auf.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Amazonas-Sprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Download der Factsheets, Fotos, Grafiken und des Ausstellungs-programms unter https://www.wwf.at/de/menu27/artikel337/
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Weltmeere drastisch überfischt – Nordatlantische Heringsbestände in kritische Bereiche gesunken – 92 Prozent des konsumierten Fischs in Österreich importiert
Schutz der Mur: Slowenische Regierung stoppt endgültig alle Kraftwerkspläne
WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark
Good News: Slowenien stoppt Kraftwerkspläne an der Mur
Aufatmen an einem der letzten großen, frei fließenden Flüsse Mitteleuropas: 8 geplante Wasserkraftwerke an der Mur werden doch nicht gebaut.
WWF-Hilferuf: Amphibien in Not am Tiroler Inn
Neue Untersuchung zeichnet drastisches Bild vom Zustand der Frosch- und Schwanzlurche – INNsieme connect setzt Hilfsmaßnahmen für bedrohte Amphibienarten
Good News: Rekordverdächtige Tiger-Großfamilie in China gesichtet
Extrem seltene Sichtung in Nordchina: Eine Amur-Tigerin streift dort mit gleich 5 Jungtieren durch die Wälder.
WWF: Neuer IPBES-Bericht sollte Weckruf für Politik und Wirtschaft sein
Report zeigt wirtschaftliche Risiken des Verlusts von Arten und Ökosystemen – WWF fordert Gegensteuern – „Wer ohne Rücksicht auf planetare Grenzen wirtschaftet, sägt am eigenen Ast“













