Bericht zeigt großen Handlungsbedarf bei der Vorsorge gegen klimabedingte Schäden – WWF legt 4-Punkte-Plan gegen aufgehende Versicherungslücke vor
WWF an ÖBB-Chef: Natur darf nicht unter die Räder kommen
Wien, 10. September 2010 – Der WWF vermisst bei der heutigen Pressekonferenz von ÖBB-Chef Kern klare Aussagen zur Entwicklung des Wasserkraftausbaus bei den ÖBB. Seit Monaten stehen die ÖBB durch das umstrittene Vorhaben, die Quellbäche des nationalen Flussheiligtums Lech für Kraftwerksnutzungen ableiten zu wollen, unter Beschuss nationaler und internationaler Naturschutzverbände, Prominenter und Wissenschaftler.
Weiters kritisiert der WWF die heutigen Forderungen von Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, zum nun vorliegenden Ökostrombericht 2010. Schmid spricht sich darin für eine Stärkung des öffentlichen Interesses am weiteren Wasserkraftausbau aus. "Unter dem Deckmantel von Ökostrom dürfen nicht Österreichs letzte intakte Flüsse vernichtet werden", so Wurzer. "Natürliche Flüsse erfüllen viele wichtige Funktionen wie etwa für den Trinkwasser- und Hochwasserschutz, und dienen nicht nur der Energieerzeugung", so der Ökologe.
Derzeit wird – nach der Millionen-Kapitalspritze für den Verbund – hinter verschlossenen Proporz-Türen auch über eine Kapitalerhöhung bei den ÖBB verhandelt. Über den Ausgang dieses Deals ist ebensowenig bekannt wie über den geplanten Einsatz der Mittel. Weil Bahnstrom zu 90 Prozent aus Wasserkraft kommt, finanzieren die Steuerzahler demnach wider besseres Wissen den Ausbau ÖBB-eigener Wasserkraftwerke mit – auch wenn diese sensible Naturgebiete zerstören.
"Keine Steuergelder für ÖBB-Katastrophenprojekte wie das Kraftwerk Spullersee!" fordert Wurzer. Bevor es in Österreich keinen Masterplan auf Basis eines Bundeskritierienkatologes für Fließgewässer gibt, darf der Bund keine Kraftwerksprojekte finanzieren, die heimische Flussjuwele wie den Lech bedrohen.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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