Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
WWF an Regierungsverhandler: Jetzt Gewässerschutzpaket umsetzen
Gewässerschutz hilft Natur, sichert Trinkwasserversorgung und schafft Arbeitsplätze – Regierungsverhandler samt Umweltminister gefordert – Förderprogramm muss endlich ausreichend dotiert werden
Wien, 14.11.2017 – Der WWF Österreich fordert von der künftigen Bundesregierung ein umfangreiches Schutzpaket für heimische Flüsse und Bäche. Aktuell sind nur 15 Prozent ökologisch intakt, 60 Prozent sind in keinem guten Zustand. „Der Gewässerschutz in Österreich steht auf der Kippe, weil die ohnehin mageren Umweltfördermittel des Bundes für die ökologische Sanierung von Gewässern bereits aufgebraucht sind“, warnt Gerhard Egger, Leiter des Flüsse-Teams im WWF.
Konkret fordert der WWF von den Koalitionsverhandlern – und hier insbesondere von Umweltminister Andrä Rupprechter – die längst überfällige Verlängerung des Förderprogramms im Rahmen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans: „Die künftige Regierung muss das Programm fortsetzen und finanziell aufstocken wie es auch die Bundesländer einhellig fordern“, betont Egger.
„Wer hier ambitioniert vorgeht, hilft unserer Natur, verbessert den Hochwasserschutz und sichert darüber hinaus tausende Arbeitsplätze“, sagt Egger unter Verweis auf das Ergebnis einer vom Umweltministerium selbst beauftragten Studie. „In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 124 Millionen Euro investiert, um die ökologische Qualität der der heimischen Gewässer zu verbessern. Tausende Arbeitsplätze wurden so geschaffen“, zitiert Egger. „Ausgelöst wurden diese Investitionen durch Anschubfinanzierungen des Bundes von gerade einmal 23 Millionen Euro pro Jahr, das entspricht 0,03 Prozent des Bundeshaushaltes. Die hohe Hebelwirkung der Mittel verdeutlicht, dass es sich um wirklich gut eingesetztes Geld für die Natur und die Bevölkerung handelt.“
EU-Ziele weit entfernt
Österreichs Flüsse und Bäche werden im Schnitt alle 600 Meter von einer Barriere wie etwa einer Staumauer unterbrochen. „Dabei sind lebendige Fließgewässer lebenswichtig, für Tiere und Pflanzen genauso wie für den Menschen. Denn ohne gesunde Flüsse gibt es keine sichere Trinkwasserversorgung und keinen nachhaltigen Hochwasserschutz“, erläutert WWF-Experte Egger, der auch an die im Gewässerbewirtschaftungsplan umgesetzten Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie erinnert: „Demnach müssen alle Gewässer in Österreich bis 2027 wieder einen guten Zustand oder zumindest ein gutes Potential aufweisen. Ohne finanzielle Anreize des Bundes können wir dieses Ziel nicht einmal ansatzweise erreichen.“
Rupprechter besonders gefordert
Im Jahr 2015 sind die Fördermittel für die Umsetzung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans ausgelaufen. Für den WWF ist insbesondere Umweltminister Rupprechter am Zug: „Minister Rupprechter verhandelt gerade das Umwelt-Programm der künftigen Bundesregierung und hat damit die Chance, jahrelange Versäumnisse zu beenden. Österreich verdient ein klares Bekenntnis zu seinen Flüssen – mit ausreichender Finanzierung!“, appelliert Egger.
Studie: Die Volkswirtschaftliche Bedeutung der Siedlungs- und Schutzwasserwirtschaft sowie Gewässerökologie (BMLFUW 2017) https://www.bmlfuw.gv.at/wasser/wasser-oesterreich/foerderungen/trinkwasser_abwasser/aktuelle_projekte/volkswirtschaftliche-bedeutung-der-siedlungs–und-schutzwasserwirtschaft-sowie-gewaesseroekologie-in-oesterreich-.html
OTS Landesfinanzreferenten: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171020_OTS0145/nach-pflegeregress-aus-landesfinanzreferenten-verlangen-kostenersatz
Rückfragehinweis:
Gerhard Egger, Leiter Flüsseteam WWF Österreich, 01/48817-272, gerhard.egger@wwf.at;
Martin Hof, Pressesprecher WWF Österreich, 0512/573534-306, martin.hof@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich













