Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Analyse: Neues Seilbahn-Programm ermöglicht Raubbau an der Natur
Innsbruck, 17. November 2018. Auf Basis einer aktuellen Analyse warnt der WWF Österreich die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung vor einem Durchwinken des umstrittenen Seilbahn- und Schigebietsprogramms. „Rein kosmetische Änderungen sind definitiv zu wenig. Dieses Programm muss völlig neu gedacht werden, damit es kein umweltschädlicher Turbo für neue Großprojekte wird. Denn damit würde der Bodenverbrauch in Tirol drastisch erhöht“, sagt Josef Schrank vom WWF Österreich. Der Landschaftsökologe der Naturschutzorganisation verdeutlicht die Folgen des Programmentwurfs in neuen Zahlen: 140 Quadratkilometer heute noch naturbelassene Landschaftsräume könnten im Rahmen von Zusammenschlüssen seilbahn- und schitechnisch verbaut werden. Die Neuerschließung von bis zu 63 Gebirgskämmen und Bergrücken sowie 23 Tälern wäre grundsätzlich zulässig. In den davon betroffenen Naturräumen befinden sich rund 400 Quadratkilometer Bergwald, 200 Quadratkilometer natürliche alpine Matten, 100 Quadratkilometer Wiesen und Weiden. Außerdem liegen hier zahlreiche Kernlebensräume von Murmeltier, Auerhuhn oder Steinbock sowie beispielsweise 26 Moore, die nicht nur wichtige Lebensräume, sondern auch große CO2-Speicher sind. Ebenfalls erfasst wären 95 Kilometer noch intakte Fließgewässer.
Klare Endausbaugrenzen statt Raubbau an Natur und Umwelt
Schon jetzt gibt es in Tirol 93 Schigebiete, über 1.000 Liftanlagen, 3.500 Pistenkilometer, fast 5.000 Hektar technisch beschneite Fläche, 125 Speicherteiche, 18,5 Millionen Kubikmeter genehmigte Wasserentnahme zur Beschneiung. „Daher muss ein neues Programm klare Endausbaugrenzen enthalten. Alles andere bedeutet zu viel Naturbelastung, gerade vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen fünf Jahren 99 Prozent aller Bescheide zum Bau von Schigebietsinfrastruktur genehmigt wurden“, sagt Schrank unter Verweis auf Angaben der Umweltanwaltschaft. Anders als bisher müssen bei einer Neuverhandlung des Programms eine echte Einbindung und ein ehrlicher Dialog aller Stakeholder gegeben sein.
Die Tiroler Politik steht jedenfalls vor einer entscheidenden Weichenstellung: „Inmitten der Klimaerwärmung weiter auf die unsichere Karte Schitourismus setzen und etliche ökologische Krisen riskieren – oder doch noch die Reißleine ziehen und eine nachhaltige Raumentwicklung für Mensch und Natur gewährleisten. Genau darum geht es jetzt, um die Seele der Alpen zu schützen“, bekräftigt WWF-Experte Schrank.
Gemeinsam mit Alpenverein und Naturfreunden setzt sich der WWF Österreich für den Erhalt der letzten unberührten Naturräume Österreichs ein. Unterschriften dafür sind online auf der Seite www.seele-der-alpen.at möglich.
Rückfragehinweis:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF Österreich, Tel.: 0676 83 488 231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen












