Der WWF baut und renoviert künstliche Brutplätze für die Zugvögel. Nun können wir eine positive Bilanz ziehen: Im Gebiet gibt es so viele Jungvögel, wie seit Jahren nicht mehr!
WWF: Countdown für den Inn – LH Platter muss Naturschutz-Versprechen einlösen
– Ankündigungspolitik beenden und freie Fließstrecke am Inn rasch beschließen
– Längst versprochene Verordnung wäre wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung
– Energiewende naturverträglich ausrichten
Innsbruck, 28. Mai 2018 Der WWF Österreich erinnert Tirols Landeshauptmann Günther Platter an sein Wahlversprechen zum Beschluss der kraftwerksfreien Fließstrecke am Inn und fordert einen raschen Beschluss der notwendigen Verordnung. „Sie können sich auf mein Wort immer verlassen. Die freie Fließstrecke von Haiming nach Kirchbichl kommt. Ich garantiere eine Umsetzung dieser Verordnung noch im ersten Halbjahr 2018“, zitiert der WWF eine Aussage Platters im Online-Chat der Tiroler Tageszeitung vom 5. Februar 2018. „Der Schutz des Inn muss möglichst rasch beschlossen werden. Gemessen an seinen eigenen Worten hat der Landeshauptmann nur noch 33 Tage Zeit, sein Versprechen zu halten“, sagt WWF-Expertin Elisabeth Sötz.
„Schon jetzt ist der ökologische Zustand unseres Landesflusses äußerst bedenklich. Viele Arten wären durch eine weitere Verbauung zusätzlich gefährdet und belastet, seien es Forellen, Äschen oder Flussuferläufer. Fakt ist: Wer den Inn noch weiter zubetonieren will, setzt unser Naturerbe aufs Spiel“, warnt Sötz. Die versprochene Verordnung gehe zwar nicht weit genug, sei aber ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung. „Die kraftwerksfreie Fließstrecke von Haiming bis Kirchbichl wäre ein wichtiger Etappensieg für die Tiroler Natur und würde darüber hinaus einen attraktiven Erholungsraum für die Tiroler Bevölkerung schaffen“, betont WWF-Expertin Sötz.
Inhaltlich steht dem Beschluss nichts mehr im Weg, die bisher geäußerten rechtlichen Bedenken sind längst gegenstandslos. "Die vorgeschlagene Verordnung einer ‚hochwertigen Gewässerstrecke‘ am Tiroler Inn stützt sich auf das Tiroler Naturschutzgesetz und steht in Einklang mit den Zielsetzungen des Bundesministeriums. Daher ist kein Widerspruch zwischen Bundes- und Landesrecht ersichtlich", analysiert Teresa Weber, Assistenzprofessorin für Verfassungs- und Verwaltungsrecht am Fachbereich Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht der Universität Salzburg, auf Nachfrage des WWF. Ebenfalls grundlos sind die Sorgen einzelner Gemeinden, dass etwa Fahrten mit Feuerwehrbooten nicht mehr möglich wären.
Naturschutz und Energiewende verbinden
„Herr Landeshauptmann, kämpfen Sie aktiv für den Schutz des Inn und schaffen sie dort mehr Raum für Natur und Menschen“, appelliert Elisabeth Sötz an Günther Platter, das richtige Zeichen zu setzen. Um wirklich nachhaltig zu sein, müsse darüber hinaus die gesamte Energiewende naturverträglich ausgerichtet werden. „Neben dem ökologisch verträglichen Ausbau der Erneuerbaren muss vor allem das Energiesparen stärker unterstützt werden. Denn die echte Wende setzt beim Verbrauch an. Ansonsten werden wir unsere Ziele nicht erreichen“, sagt WWF-Expertin Sötz. Dieser Aufgabe müsse sich sowohl die Bundesregierung, als auch die Tiroler Landesregierung deutlich stärker als bisher widmen.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, 01/48817-250, claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
600 Tötungen pro Jahr: WWF kritisiert geplante Biber-Verordnung in Niederösterreich
Drastische Verschärfung bei Biber-Management vorgesehen – Direkte Eingriffe in Lebensraum und Bestand möglich – WWF ortet Freibrief für pauschale Abschüsse
Klimagesetz: WWF begrüßt Klimaneutralität 2040, kritisiert fehlende Verbindlichkeit
Umweltschutzorganisation fordert ambitionierten und verbindlichen Klimafahrplan, andernfalls droht Etikettenschwindel – Fokus auf natürlichen Klimaschutz und Renaturierung gefordert
WWF kritisiert Blockade der Industriellenvereinigung bei wirksamer Klimapolitik
Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.












