Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
WWF: Existenz der Sibirischen Tiger akut bedroht
Wien, 25.07.07 – Seit 1993 ist der WWF in der Amur-Region im Osten Russlands aktiv. Der Schutz des bedrohten Sibirischen Tigers, auch Amur-Tiger genannt, ist sein Ziel. Viel Unheil konnte durch Managementmaßnahmen bereits abgewehrt werden. Wilderei stellt trotzdem die massivste Gefährdung der größten Raubkatze der Welt dar. Aber auch illegaler Holzeinschlag und Waldbrände bedrohen akut den Lebensraum der Sibirischen Tiger. Die Spezies der Amurtiger ist inzwischen auf lediglich 450 Exemplare geschrumpft.
Ausrottung durch Wilderei
Die Jagd durch Wilderer ist die Hauptbedrohung des Sibirischen Tigers. Obwohl das Erlegen des „Königs der östlichen Wälder“ verboten ist, sterben jährlich 50 der noch verbliebenen Tiere aus diesem Grund. Das kostbare Fell erzielt auf dem Schwarzmarkt Preise bis zu 11.000 Euro. Auch die Knochen der Tiger und sogar ihre Barthaare sind bei den Wilderern begehrt, da daraus Medikamente mit nicht nachgewiesener Wirkung hergestellt werden.
Lebensraumzerstörung durch illegalen Holzeinschlag
Auch der illegale Holzeinschlag gefährdet die Spezies. Die Amur-Region, in der der Sibirische Tiger lebt, ist eines der waldreichsten Gebiete der Erde. Die Nachfrage nach preisgünstigem Holz ist aber besonders im benachbarten China sehr groß. Die Hälfte des exportierten Holzes wird illegal geschlagen. „Es gibt trotz aller Bemühungen leider noch immer zu wenige Waldhüter, die den Holzdieben das Handwerk legen könnten“, bedauert Artenschutzexpertin Beate Striebel vom WWF die aktuellen Zustände.
Vertreibung durch Waldfeuer
Immer häufiger werden auch große Waldflächen vernichtet, da Bauern ihre Felder zur Düngung brandroden. Dadurch werden riesige Gebiete des Lebensraums der Tiger zerstört. Durch das Anpflanzen von Lärchen wird versucht, diese Zerstörung aufzuhalten, denn Lärchen bieten kleinen Feuern keine Nahrung und dienen somit als Feuerbarriere.
„Das WWF-Schutzprogramm braucht insgesamt ein noch größeres Wildhüter-Netzwerk, mehr aufmerksame Zöllner im Kampf gegen die Wilderer und besser ausgestattete Schutzgebiete mit nachhaltiger Forstwirtschaft. Nur so kann die Heimat des majestätischen Tigers gerettet werden“, so Striebel vom WWF abschließend.
Weitere Informationen:
Mag. Elke Mühlbachler, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel.: 01-488 17-210
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf
Good News: Mehr Luchse in den Südostalpen
Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
Google-Rechenzentrum wird größer: WWF fordert strenge Umweltauflagen
Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung













