Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
WWF: Gasbohrungen bedrohen das Leben im östlichen Mittelmeer
Wien/Rom, Mittwoch 9. Februar 2011 – Gigantische Gasvorkommen in der Tiefsee des levantinischen Beckens im östlichen Mittelmeer haben derzeit eine große Zahl von Ansuchen für die Bewilligung von Tiefseebohrungen zufolge. Die negativen Auswirkungen der zu erwartenden Schäden an der einzigartigen Artenvielfalt dieser Gewässer sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Beschränkungen werden noch weitgehend ignoriert, kritisiert der WWF. Die Umweltorganisation warnt davor, dass durch Bohrungen in dieser ökologisch sensiblen Region das Meeresleben auf Tausende Jahre zerstört werden könnte. „Der Boden des Levantinischen Meeres ist von einer Vielzahl an einzigartigen Tierarten bevölkert. Der WWF verurteilt Tiefseebohrungen an Hotspots der Artenvielfalt, da hier irreversible Schäden auftreten können“, so WWF-Meeresbiologe Axel Hein.
Die kürzliche entdeckten levantinischen Gasfelder liegen 135 Kilometer vor der israelischen Küste – mit einer geschätzten Größe von etwa 450 Milliarden Kubikmeter an Erdgas. Das ist das größte Erdgasvorkommen in der Tiefsee, das in den letzten Jahrzehnten gefunden wurde. Das Gasfeld im West-Nil-Delta in den ägyptischen Gewässern liegt 80 Kilometer nordwestlich von Alexandria. Die einzigartigen und empfindlichen Ökosysteme beinhalten eine Vielzahl von seltenen Arten von Tiefsee-Schwämmen, -Würmern, Weichtieren bis hin zu Tausende Jahre alten Kaltwasserkorallen. „Diese einzigartigen marinen Ökosysteme sind äußerst empfindlich und anfällig auf externe Einflüsse. Das Gebiet des Nil-Deltas bietet Lebensräume für eine biologische Vielfalt, die stark auf das aus dem Meeresboden sickernde Erdgas angewiesen ist.
Das levantinische Meer ist durch ein Gesetz der UN-Fischerei-Kommission, das im gesamten Mittelmeerraum gilt und das die zerstörerische Schleppnetzfischerei über einer Tiefe von Tausend Metern verbietet, geschützt. Dieses Verbot umfasst unter anderem auch zwei Tiefsee-Schutzgebiete, in denen auch andere schädliche Aktivitäten stark eingeschränkt sind.

Inzwischen rief die Europäische Union die EU-Mitgliedsstaaten auf, diese marinen Lebensräume auf europäischer und internationaler Ebene vor menschlichen Aktivitäten zu schützen, um die Artenvielfalt im Mittelmeerraum zu erhalten. Der WWF ersucht die östlichen Mittelmeerstaaten – speziell Zypern, Ägypten, Israel und Libanon – als auch die EU-Mitgliedstaaten, sicherzustellen, dass höchstmögliche Umweltauflagen festgelegt werden, die sowohl derzeitige als auch künftige Tiefseebohrungen für Gas und Öl im östlichen Mittelmeer mit einbeziehen.
„Umweltverträglichkeitsprüfungen müssen dringend ausgearbeitet und umgesetzt werden, bevor die Forscher der großen Gasfirmen auch nur einen Fuß in diesen Teil des Mittelmeers setzen“, fordert Hein. Um irreversible Schäden zu verhindern, sollten industrielle Entwicklungen und Bohrungen in Tiefseeregionen ausgesetzt werden. „Ist so eine Tiefseeregion einmal durchbohrt, kann es Jahrtausende oder sogar länger dauern, bis das einzigartige Ökosystem wieder nachwächst. Deshalb müssen diese fragilen und wertvollen Arten in ihren Unterwassergebieten weiterhin unberührt bleiben“, betont Hein.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher
Tel. 01/488 17 231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten













