Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
WWF: Gefährdete Monarchfalter in Amerika erholen sich
Presseaussendung WWF
Mexiko-Stadt, 1. März 2016: Der Bestand des Amerikanischen Monarchfalters (Danaus plexippus) hat sich erstmals seit vielen Jahren spürbar erholt. Die aktuelle Zählung des WWF zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr fast vier Mal so viele Schmetterlinge in ihrem Winterquartier in Zentralmexiko angekommen sind. Die Umweltschützer zählten neun Kolonien, die eine Fläche von 4 Hektar besiedeln. „Das sind ermutigende Zahlen, aber leider sind die Tiere damit nicht über den Berg“, sagt WWF-Artenschutzexperte Arnulf Köhncke. „Wir müssen die Lebensräume der Falter besser schützen und in der Landwirtschaft weniger Pestizide verwenden. Sonst bleibt die diesjährige Erholung ein unverhoffter Ausschlag nach oben.“
Der Trend bei den Monarchfaltern zeigt seit mehr als zehn Jahren nach unten. Daran ändert auch die aktuelle Zählung nichts. Entscheidenden Anteil an der Schmetterlingskrise hat nach Angaben des WWF die Landwirtschaft. In den USA und Kanada sind in den letzten Jahren zahlreiche Siedlungsflächen der Insekten in Ackerflächen umgewandelt worden. Auch in Mexiko dezimierten illegale Abholzungen ihr Winterquartier. Zugleich macht der massive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln den Monarchfaltern indirekt zu schaffen. Die Seidenpflanzen, Hauptnahrung der Raupen, würden stetig seltener, wodurch es der Falter-Nachwuchs immer schwerer habe. Der WWF fordert daher eine möglichst naturnahe Landwirtschaft, die auch Rückzugsräume für wildlebende Tiere und Pflanzen bietet.
Die Reise der Monarchfalter gilt als weltweit einmaliges Naturphänomen. In den USA und Kanada machen sich im Spätherbst Millionen von Schmetterlingen auf in Richtung Süden. Die Tiere legen gemeinsam bis zu 4.200 Kilometer zurück, um ihr Winterquartier im Hochland von Zentralmexiko zu erreichen. Da die Insekten eine Lebenserwartung von nur wenigen Wochen haben, braucht es mehrere Generationen für die Wanderung. In Mexiko lassen sich die Falter dann in mehreren kleinen Waldarealen nieder. Ihre Zahl ist so gewaltig, dass sich sogar die Äste der Kiefern, Tannen und Zypressen unter dem Gewicht der federleichten Monarchen verbiegen. Auch der Boden unter den Nadelbäumen gleicht einem orangen Meer aus schwarz geäderten, weiß getupften Schmetterlingsflügeln. Die Größe dieser Teppiche aus Schmetterlingsflügeln dient dem WWF dazu, die Bestandgröße abzuschätzen.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at, www.wwf.at/presse.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf
Good News: Mehr Luchse in den Südostalpen
Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
WWF zum Tag der Haie: 80 Arten leben im Mittelmeer – und brauchen besseren Schutz
Über 60 Prozent der Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind bedroht – Überfischung und Verschmutzung als Ursache – Haifleisch oft versteckt auf Touristenmenüs – WWF ruft zu Vorsicht beim Fischkonsum auf und fordert strengere Kontrollen der Fischerei













