Naturschutzorganisation unterstützt ÖVGW-Forderung nach Register für Wasserentnahmen, warnt aber vor zu starkem Fokus auf technische Lösungen – Renaturierung, Bodenschutz und Wassersparen zentral für Versorgungssicherheit
WWF: Geheim-Protokoll deckt Versäumnisse der Klimapolitik auf
Wien, am 16. Dezember 2019. Ein bisher unveröffentlichtes Protokoll zeigt, dass mit dem Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) in seiner jetzigen Form sogar unter Einrechnung zahlreicher fiktiver Annahmen die Klimaziele deutlich verfehlt werden. Das geleakte interne Expertenpapier belegt einmal mehr das mutlose Scheitern der heimischen Klimapolitik: „Klimaschutz wird in Österreich lieber sabotiert als gestaltet. Anstatt eine langfristige Trendwende zu starten, soll ein untauglicher Entwurf mit allen Mitteln schöngerechnet werden. Denn alle unabhängigen Bewertungen kommen bisher zum Schluss, dass Österreich mit diesem Klimaplan nicht einmal die EU-Mindestziele schaffen wird“, sagt Karl Schellmann, Klima- und Energiesprecher beim WWF Österreich. „Die Rechnung dafür zahlen wir alle: Wenn diese Klimaschutz-Lähmung nicht überwunden wird, drohen milliardenschwere Budgetrisiken. Wirtschaftliche Chancen werden liegen gelassen, zukünftige Arbeitsplätze verspielt.“
Der WWF Österreich appelliert an Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, den untauglichen NEKP grundlegend zu sanieren, ansonsten sei auch die Übermittlung an die EU-Kommission sinnlos. „Ohne belastbare unabhängige Modellierung ist der Klimaplan nicht einmal das Papier wert, auf dem er steht. Dieses Flickwerk darf nicht an die EU-Kommission übermittelt werden“, fordert Schellmann. Auch laut dem internen Schreiben aus dem Autorenkreis der Wirkungsfolgenanalyse ist es „unumgänglich, konkrete Maßnahmen in allen Sektoren zu planen, umzusetzen und mit einem Monitoring zu ergänzen“. Ebenfalls zentral seien "eine Form der CO2-Bepreisung" sowie der Abbau kontraproduktiver Subventionen.
Besonders in der Pflicht sieht der WWF die künftige Bundesregierung: „Die nächste Koalition muss umweltschädliche Subventionen rasch abbauen und das Steuersystem umfassend ökologisieren. Dafür braucht es auch einen eigenen Klimabonus mit Lenkungswirkung, finanziert aus einer sozial und wirtschaftlich gerecht gestalteten CO2-Bepreisung“, fordert WWF-Experte Schellmann. Darüber hinaus braucht es eine große Energiesparoffensive, eine zusätzliche jährliche Klimaschutz-Milliarde und eine echte Mobilitätswende, die an den Wurzeln der Probleme ansetzt – vom massiven Ausbau des Öffentlichen Verkehrs über eine Rad-Offensive bis zur Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge und die konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.
15 Zukunftsprojekte für die neue Bundesregierung
„Österreich klimafit regieren“ – unter diesem Motto fordert der WWF Österreich gemeinsam mit weiteren Umweltorganisationen und dem Klimavolksbegehren ein ambitioniertes Maßnahmenpaket von der künftigen Bundesregierung. 15 Zukunftsprojekte sollen sicherstellen, dass Österreich von einem der europäischen Schlusslichter zum Klimaschutz-Vorreiter wird. Die Projekte sind online abrufbar: https://bit.ly/33wsB5b
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leiter Politik & Kommunikation WWF Österreich
Mobil: +43664 501 31 58
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Landesrechnungshof zeigt massiven Nachholbedarf bei Renaturierung
Naturschutzorganisation fordert mehr Budget, Personal und Tempo bei der Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung – Alle Länder sowie Bundesregierung massiv in der Pflicht
Trockenheit in Österreich: BOKU-Studie zeigt Wirkung natürlicher Schutzmaßnahmen
March-Einzugsgebiet im Weinviertel untersucht: Naturbasierte Lösungen sorgen für mehr Bodenwasser, senken Dürre-Risiken und sichern Erträge der Landwirtschaft – WWF fordert „grünes Sicherheitsnetz“ für Österreich
Dürre spitzt Lage zu: WWF warnt vor Austrocknung der Unteren Lobau
Anhaltende Trockenheit verschärft Wassermangel im Nationalpark und gefährdet Biodiversität – WWF fordert Stadt Wien zum Handeln auf
WWF warnt: Drei Viertel der Fluss-Pegel in Österreich mit Niedrigwasser
Extreme Trockenheit setzt Gewässer und Arten stark unter Druck – Besondere Betroffenheit in der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten – WWF fordert Schutzpaket für Flüsse
Good News: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun
Spektakuläre Aufnahmen zeigen wie ein Leopard den Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan überwindet. Das gibt Hoffnung für die bedrohte Art.
WWF fordert Sieben-Punkte-Plan gegen zunehmende Dürre
„Österreichs Wasserpolitik nicht klimatauglich“ – WWF fordert mehr Wasserrückhalt, weniger Versiegelung und konsequente Renaturierung – Biber als natürlichen Helfer fördern
Studie der Uni Graz: Fehlende Klimapolitik gefährdet Budgetsanierung
Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai












