Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
WWF: Herdenschutz gegen Wölfe muss kommen
Presseaussendung WWF
Wien, 7. September 2017. Das Thema Wolf wurde in jüngster Vergangenheit aus der Sicht der Umweltorganisation WWF zu oft auf polemischer und populistischer Ebene diskutiert. Von der hitzigen Debatte und einer Verteufelung des Wolfes hat aber letztlich niemand einen Nutzen. Der WWF ruft daher zur Versachlichung der Debatte auf und fordert vor diesem Hintergrund die Etablierung des Herdenschutzes als zentrale Säule eines funktionierenden Wolfs-Managements. „Der Herdenschutz fand bisher in Österreich lediglich auf Sparflamme statt. Die Politik ist für das funktionierende Wolfs-Management verantwortlich und muss nun Taten setzen“, so Christian Pichler, Artenschutz-Experte beim WWF Österreich.
Als zweiter wichtiger Baustein für ein professionelles Wolfs-Management führt der WWF die lückenlose Beobachtung der Wölfe in Österreich an: „Aus dem Allentsteiger Rudel werden schon bald Wölfe abwandern. Diese Abwanderungsbewegungen müssen umfassend beobachtet und daraus Erkenntnisse für den notwendigen Herdenschutz gewonnen werden“, so Pichler. Das Land Niederösterreich hat mit Allentsteig ein „Freilandlabor“ zur Verfügung, das perfekte Voraussetzungen für die Beobachtung der Wölfe bietet. Die empirischen Daten sind die beste Basis dafür, ein effizientes Wolfs-Management für den gesamten niederösterreichischen Raum zu generieren. „In weiterer Folge könnte Niederösterreich damit eine Vorbildfunktion für ganz Österreich in Sachen Wolfs-Management entwickeln – und damit einen Meilenstein für die Biodiversität in Österreich sowie für das konfliktfreie Miteinander von Mensch und Tier setzen“, betont Pichler.
Das Wildtier Wolf ist selbstständig in seinen ursprünglichen Lebensraum zurückgekehrt und macht Österreich letztlich ein Stück weit wilder und schöner. Bei der Entwicklung der notwendigen Rahmenbedingungen nimmt das Österreichische Bundesheer eine wichtige Rolle ein. Das etwa 157 Quadratkilometer große Naturgebiet des Truppenübungsplatzes Allentsteig ist ein wichtiges Refugium für seltene Arten wie Wolf, Seeadler oder Wachtelkönig. „Seit vielen Jahren leistet das Bundesheer in Allentsteig eine wichtige Arbeit in Sachen Wolfs-Monitoring“, so Pichler und abschließend: „Nun muss die Politik konkrete Schritte setzen und die zwei zentralen Säulen des Wolfs-Managements zur Umsetzung bringen – lückenlose Beobachtung der Wölfe und aus den Erkenntnissen einen Herdenschutz entwickeln.“
Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, 0676 83 488 231, gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten
WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium
Rekordtemperaturen, Massentourismus, Überfischung: WWF fordert 5-Punkte-Schutzpaket für das Mittelmeer
Umweltschutzorganisation macht auf dramatischen Zustand des Mittelmeers aufmerksam – Konkrete Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung, Überfischung, intensive Schifffahrt und Artensterben gefordert













