Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
WWF: Historische Ergebnisse in Bangkok
Zum Ende der Artenschutzkonferenz CITES zieht die Naturschutzorganisation WWF ein positives Fazit. Nach einem Jahrzehnt des Stillstands haben sich auf der diesjährigen Artenschutzkonferenz in breitem Stil Umwelt- und Naturschutzziele gegenüber kommerzieller Ausbeutung durchgesetzt, so der WWF in seiner Abschlussbewertung. Besonders profitieren verschiedene Haiarten und Mantarochen, deren Schutzanträge in den vergangenen Jahren mehrfach in letzter Minute gekippt worden waren. „Dies ist ein historischer Moment. Nach vielen Jahren mit schwachen Ergebnissen freuen wir uns über dieses Geburtstagsgeschenk zum 40. Jubiläum des Artenschutzübereinkommens“, sagte Volker Homes, Artenschutzexperte des WWF vor Ort in Bangkok. Erfreut zeigt sich der WWF auch über die stärkeren Schutzmaßnahmen für die charismatischen Flagschiffarten Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen.
Heringshai, Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhaiarten und Mantas wurden mit einer klaren Zweidrittelmehrheit auf Anhang II des Artenschutzabkommens gelistet. Sie dürfen damit nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden. Eine Sägefischart wurde in die höchste Schutzkategorie aufgenommen.
Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen stehen schon lange unter Artenschutz. Die aktuelle Wildereikrise zeigt jedoch, dass dieser Schutz alleine nicht reicht. Der illegale Handel mit diesen Arten hat sich zu einem Verbrechen globalen Ausmaßes entwickelt. Das haben auch die CITES-Mitgliedsstaaten erkannt: Nie zuvor war der Ruf nach Sanktionen für Nichteinhaltung der Konferenzbeschlüsse so laut wie auf der diesjährigen Zusammenkunft. Vielen Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern, darunter dem Gastgeberland Thailand, sowie China und Kenia, wurden die Daumenschrauben angelegt, sich deutlich stärker für den Schutz der bedrohten Tiere einzusetzen. Gegen Guinea wurden sofortige Sanktionen eingeleitet, da das Land mehrfach mit bedrohten Menschenaffen gehandelt hatte.
Im Fall der Nashörner wurden Vietnam und Mosambik als Haupttreiber der Wilderei auf die Dickhäuter identifiziert. Laut vietnamesischem Aberglauben hilft gemahlenes Horn gegen Krebs und Kater. Mozambik, das an den Krüger Nationalpark angrenzt, in dem weltweit die meisten Nashörner leben, gilt als eines der Hauptschmuggelländer. Beiden Ländern drohen nun Handelssanktionen, wenn sie innerhalb des nächsten Jahres nicht entschieden der Wilderei entgegentreten.
Pressekontakt:
Claudia Mohl, Pressestelle WWF Österreich, Tel. +43 1 488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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