Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF IM GESPRÄCH:
Laut aktuellem Report des Forum Nachhaltige Geldanlage sind nachhaltige Fonds 2019 um 39 Prozent gestiegen. Walter Hatak, Sie sind „Head of Responsible Investements“ bei der ERSTE ASSET MANAGEMENT, welche Faktoren sehen Sie dafür als ausschlaggebend? Welchen Einfluss hat Covid-19?
Neben der Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie der guten wirtschaftlichen Entwicklungen von grünen Produkten, sehen wir die Nachfrage von institutionellen bzw. privaten Investoren als Schlüsselfaktor für die steigende Dynamik am nachhaltigen Anlagemarkt.
Dies ist auch im Zuge dieser Krise sehr deutlich geworden – die Bevölkerung ist für große Veränderungen in kürzester Zeit bereit und trägt sie sogar aktiv mit, wenn klar ist, wofür. Auch der Klimawandel betrifft jeden von uns, genauso wie Corona, unabhängig von Wohlstand, Region oder Alter – jedoch ohne Möglichkeit auf eine Rückkehr zu der bisher bekannten Normalität.
Nachhaltige Fonds investieren in nachhaltige Unternehmen. Warum performen diese aus Ihrer Sicht in der aktuellen Krise besser?
Die vorliegenden Zahlen der Auswertungen untermauern, dass Unternehmen mit einer positiven Nachhaltigkeitsbewertung, bislang besser durch die derzeitige Krise gekommen ist. COVID-19 ändert übrigens auch nichts an unserer positiven Einschätzung von Umwelttechnologien. In absehbarer Zeit wird Solar- bzw. Windenergie inklusive Speicherung die günstigste Form der Stromerzeugung darstellen, was unweigerlich zu einer weiteren Beschleunigung der Nachfrage führen wird. Auch andere Bereiche wie Recycling oder nachhaltigen Wassermanagement rücken immer stärker ins Bewusstsein und sollten daher auf Jahre deutlich überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen.
Nachhaltiges Investieren reicht über die Auswahl nachhaltiger Unternehmen hinaus. Welchen Impact können Sie als Fondsgesellschaft damit in der Praxis erzielen?
In gezielten Dialogen mit Unternehmen (Engagement) sowie in der Ausübung der Stimmrechte (Voting) liegt das größte Potential nachhaltige Veränderung herbei. Große Erfolge können erzielt werden, wenn Dialoge über mehrere Jahre geführt und Unternehmenskontakte regelmäßig wahrgenommen werden. Gerade in unserem Heimatmarkt in Österreich führen wir daher verstärkt fortlaufende Engagements, um Nachhaltigkeit stärker zu berücksichtigen.
Der ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT investiert weltweit nur in Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Die Zusammenarbeit zwischen der Erste Asset Management (EAM) und dem WWF besteht bereits seit Oktober 2006. Bei der Auswahl der Unternehmensanteile des Fonds werden strenge Kriterien angewendet und Transparenzrichtlinien befolgt. In einem vom WWF initiierten Umweltbeirat werden zusätzlich alle Unternehmen überprüft und bewertet. Gleichzeitig spendet die Erste Asset Management einen Teil ihrer Verwaltungsgebühr des Fonds. Mit diesen Mitteln werden seitdem Wasser-, Klima- und Naturschutzprogramme des WWF unterstützt.
Weiterführende Links:
https://www.wwf.at/de/oekofonds/
https://view.publitas.com/efolder/erste-wwf-fonds-fur-eine-nachhaltige-zukunft/page/1
https://www.wwf.at/meinfonds/
Sämtliche Inhalte dieser Website dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder Werbung, Angebote noch Finanz-, Anlage- oder sonstige Beratung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Derivaten oder anderen Finanzinstrumenten dar. Der WWF übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Genauigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der hier dargestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte dieser Seite erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Sämtliche Haftungen für Schäden aus der Verwendung von Inhalten dieser Seite, einschließlich Vermögensschäden, werden vollumfänglich ausgeschlossen.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen












