Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
WWF: Junge Seeadler bekommen Ringe
Wien, Marchauen, am 10. Mai 2010 –Dieser Tage beringten WWF-Mitarbeiter im niederösterreichischen Bezirk Gänserndorf zwei junge Seeadler. Die Jungen werden den Horst in Kürze verlassen. Mit Hilfe der Ringe können die Naturschützer das Verhalten der Jungvögel beobachten und sie so besser vor Gefahrenquellen wie Windkraftanlagen schützen. Damit die seltenen Adler jedoch langfristig eine Chance haben, müssen die ausgedehnten Auwälder der March-Thaya-Auen mit ihren imposanten Horstbäumen erhalten bleiben. Sie bieten drei von insgesamt 12 heimischen Seeadlerpaaren einen weitgehend störungsfreien Lebensraum. Die Marchauen waren das erste Gebiet, in dem der ebenso scheue wie majestätische Großgreifvogel 2001 wieder gebrütet hat, nachdem er in Österreich über fünf Jahrzehnte lang ausgestorben war.
Die Beringung und Vermessung der Jungadler im Horst ist Teil der Naturschutzmaßnahmen des WWF für die March-Thaya-Auen. „Auf diese Weise können wir das Verhalten der Seeadler über viele Jahre beobachten, ohne sie zu stören, und so die Entwicklung des sensiblen Bestandes verfolgen“, erklärt Christian Pichler, Leiter des WWF-Seeadlerprojekts.
Um zum Adlerhorst in der Baumkrone der Graupappel zu gelangen, ist eine waghalsige Kletterpartie am Stamm bis in 25 Meter Höhe erforderlich. Der WWF-Spezialist wird dabei an Seilen gesichert. Er steigt zu den wenige Wochen alten Jungadlern – die bereits etwa hühnergroß sind – in den Horst, vermisst sie, stattet sie mit zwei Ringen an den Fängen aus und seilt sich anschließend wieder ab.
Bei der Kennzeichnung erhalten die Seeadler jeweils zwei Ringe. Ein schwarz-grüner Ring mit weißem Nummerncode kennzeichnet die Angehörigkeit zur pannonischen Population (Österreich, Slowakei, Ungarn und Kroatien). Der zweite – silbergraue – Ring mit schwarzen Ziffern dient zur individuellen Bestimmung von Alter und Geburtsort. Dadurch kann der Vogel punktgenau identifiziert werden, wenn er beobachtet, gefangen oder tot aufgefunden wird.
Die Ringe lassen sich aus großer Entfernung ablesen. Weil diese größten heimischen Greifvögel auf Menschen sehr empfindlich reagieren, und Eltern ihr Gelege verlassen könnten, wird die Beringung erst knapp vor dem Flügge werden der Jungvögel durchgeführt. Aus demselben Grund wird auch die genaue Lage der Horste von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Schutzprojekts geheim gehalten.
Die March-Thaya-Auen sind eines der artenreichsten Flussgebiete Europas. Auf einer Fläche von nur 160 Quadratkilometern – dies entspricht 0,2 Prozent der Österreichischen Staatsfläche – beherbergen sie fast 70 Prozent aller heimischen Brutvögel. Für Greifvögel sind sie das wichtigste Gebiet Österreichs. Der Schutz des Seeadlers als einer von 21 besonders gefährdeten heimischen Arten ist auch Ziel der vielfaltleben-Kampagne des Lebensministeriums gemeinsam mit dem Naturschutzbund und BirdLife.
Fotos der Beringung zum Download: www.wwf.at/presse bzw. telefonisch in der Pressestelle unter Tel. 01/488 17-239
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 488 17 250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Christian Pichler, Leiter des WWF Seeadlerprojekts, Tel. 488 17 279, E-Mail: christian.pichler@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern
WWF kritisiert lückenhaftes Umweltbudget
Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein
Artenschutz: WWF-Studie stellt Bundesländern schlechtes Zeugnis aus
WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz













