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WWF: Klimaabkommen in Poznan letzte Chance für das Weltklima
Wien/Poznan, 27. 11. 2008 – Die aktuellen Untersuchungen des WWF zur derzeitigen Klimasituation zeichnen ein düsteres Bild. Die Menschheit nähert sich der letzten Chance, um die Erwärmung unseres Klimas unter dem gefährlichen Schwellenwert von zwei Grad Celsius zu halten. Die globale Umweltorganisation ruft die auf der UN-Klimakonferenz vom 1. bis 12. Dezember im polnischen Poznan (Posen) tagenden Regierungen dringend dazu auf endlich einen tragfähigen ersten Entwurf eines neuen Klimavertrags im Hinblick auf 2009 zu entwerfen. Der WWF Österreich sandte heute einen offenen Brief an die österreichischen Regierungsmitglieder, namentlich an den zukünftigen Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll sowie an den designierten Umweltminister Nikolaus Berlakovich. Darin werden die gemeinsamen Wurzeln der Klimakrise und der Finanzkrise thematisiert und konkrete Maßnahmen zu deren Abwehr vorgeschlagen. Der WWF fordert von der österreichischen Regierungsdelegation ein Eintreten für die Reduktion von Klimagasen von 30 Prozent bis 2020 und 80 Prozent bis 2050.
„Die aktuellen Forschungsergebnisse bekräftigen die Vorhersagen, dass die Auswirkungen der Erwärmung heute eine Dimension erreichen, wie wir sie für dieses Jahrzehnt in dem Maße nicht erwartet hätten“, sagt der WWF-Klimaexperte Markus Niedermair, der in Poznan anwesend sein wird „Das schnelle und frühe Abschmelzen des Eises in der Arktis und in Grönland könnte schlagartig weitere gefährliche Rückkopplungseffekte haben. Das bedeutet, dass die Klimaerwärmung noch schneller und stärker voranschreitet, als bisher angenommen. Die verantwortlichen Politiker können und dürfen nicht länger auf Zeit spielen und dabei die deutlichen Warnungen der Natur ignorieren.“
Laut WWF machen Wissenschaftler jetzt schon deutlich, dass sogar eine Erwärmung von weniger als zwei Grad den Verlust des arktischen Eises sowie das Abschmelzen der Grönland-Eisdecke auslösen könnte. Folgewirkungen von unvorhersehbarem Ausmaß werden uns bei der Überschreitung dieser kritischen Werte treffen. Ein Szenario ist der Anstieg des weltweiten Meeresspiegels um mehrere Meter, was eine Bedrohung von mehreren zehn Millionen Menschen weltweit bedeutet.
„Unser Planet sieht sich heute mit einer völlig neuen Form des Wandels konfrontiert, die es immer schwieriger macht, sich anzupassen und bald auch eine Umkehr unmöglich macht“, sagt Niedermair. „Die Regierungen müssen in Poznan über den Höchstwert und die festzusetzende Senkung der globalen CO2-Emissionen bis 2020 übereinkommen, um den Menschen die Hoffnung zu geben, dass die Klimaerwärmung in dem erforderlichen Maß eingedämmt werden und das Schlimmste verhindert werden kann. Zusätzlich zu konstruktiven und zielorientierten Diskussionen in Poznan erhoffen wir uns deutliche Signale für sofortiges Handeln“, so Niedermair.
Die CO2-Speicherkapazität unserer Meere und der Erdoberfläche – die so genannten natürlichen Senken unserer Erde – ist in den letzten 50 Jahren um fünf Prozent gesunken. In derselben Zeit sind die durch fossile Brennstoffe vom Menschen verursachten CO2-Emissionen kontinuierlich gestiegen – allein in den letzten zehn Jahren vier mal schneller als in dem Jahrzehnt zuvor. Der WWF drängt die Regierungen den UN-Klimagipfel in Poznan für eine unmittelbare Kursänderung zu nutzen und einen Weg aus der Krise einzuschlagen, in der wir uns derzeit befinden.
„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem unser Klimasystem außer Kontrolle gerät”, warnt Niedermair. „Nur ein einziges Jahr bleibt uns noch für die Verabschiedung eines neuen weltweiten Abkommens, das unser Klima bewahren und schützen kann. Die UN-Verhandlungen, die nächstes Jahr in Kopenhagen stattfinden werden, können nur dann erfolgreich sein, wenn das Gipfeltreffen in Poznan in den nächsten zwei Wochen einen gerechten und ehrgeizigen Erstentwurf hervorbringt.
Die WWF-Studie im Volltext hier.
Offener Brief vom 27. 11. 2008 an BM Josef Pröll, an den des. BM Nikolaus Berlakovich und die österreichische Regierungsdelegation: www.wwf.at/presse.
Weitere Informationen:
Franko Petri, Pressesprecher WWF Österreich, Tel. 01-48817-231.
Markus Niedermair, WWF Österreich Klimaexperte (7. bis 13. 12. in Poznan), Tel. 01/48817-252.
Deutschsprachige WWF-Pressesprecher in Poznan (1. bis 13. 12.): Martin Hiller, Tel: +41-79-3472256, Email: mhiller@wwfint.org und Christian Teriete, +852-93106805, Email: cteriete@wwf.org.hk.
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