Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF: Kraftwerk Puntigam ist Nagl-Probe für Graz
Wien, Graz, am 19. Mai 2011 – Am morgigen 20. Mai ab 14 Uhr findet auf Einladung der Stadt Graz eine Enquete über die Zukunft der Mur statt. Wissenschaftler, Politiker und Bürger werden im Minoritensaal am Mariahilferplatz über die geplanten Staustufen, allen voran das umstrittene Kraftwerk Puntigam, diskutieren. „Endlich eröffnet der Bürgermeister den längst fälligen öffentlichen Dialog über die Staustufe Graz“, begrüßt Christoph Walder vom WWF den Vorstoß Nagls. „Jetzt sollte er die Chance nützen, dem unsinnigen Projekt eine klare Absage zu erteilen, anstatt den Begehrlichkeiten der ESTAG nachzugeben!“
Die Unterschriften von über 30.000 Grazerinnen und Grazern gegen das Kraftwerk und für den Erhalt der frei fließenden Mur zeigen den Willen der Bevölkerung schließlich überdeutlich, so der WWF-Flussexperte. Auf www.fluessevollerleben.at können alle ÖsterreicherInnen ab sofort den Bürgermeister brieflich auffordern, sich für die Rettung der Mur stark zu machen und ihm damit den Rücken stärken, den Wunsch der UnterzeichnerInnen umzusetzen.
Die umstrittene Staustufe Puntigam ist nur eine von Fünfen im Raum Graz. Die gesamte Kraftwerkskette würde die letzte freie Fließstrecke der Mur zwischen Leoben und Spielfeld zerstören. In diesem Flussbereich leben zahlreiche bedrohte Fischarten wie der majestätische „König der Mur“, der international geschützte Huchen.
Gerade jetzt zur Laichzeit kann jeder beobachten, wie sich der Huchen direkt in der Stadt noch selbstständig vermehrt. Mehrere Laichplätze sind in den letzten Wochen im Bereich des geplanten Stauraums dokumentiert worden, wie etwa direkt unter der Erzherzog Johann -Brücke oder auch auf Höhe des Grazbachs. „Die geplante Staukette würde einer der letzten natürlichen Huchen-Populationen Österreichs den Garaus machen“, erinnert Walder.

Nach dem Dafürhalten des WWF hat die Mur ihre Schuldigkeit für die Stromversorgung der Steiermark und Österreichs bereits mehr als geleistet. Der Erhalt der letzten verbliebenen Strecke ist demnach höher zu bewerten, als seine energiewirtschaftliche Nutzung. Neue Erkenntnisse von Grazer Umweltexperten zeigen zudem, dass eine moderne Gestaltung des Fernwärmemanagements das Kraftwerk Puntigam unnötig machen würde.
Im Rahmen der Mur-Enquete kann am 20. Mai die WWF-Ausstellung „Mythos Wasserkraft“ von 10.00 bis 17.00 Uhr auf dem Grazer Mariahilferplatz besichtigt werden. Mit Hilfe von zwölf künstlerisch gestalteten Ausstellungstafeln möchte der WWF das „saubere“ Image der Wasserkraft auf die fachliche Realität zurückholen und zu einer nachhaltigen Energiediskussion beitragen.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Christoph Walder, WWF-Flussexperte, Tel. 0676/92 55 430
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