Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF kritisiert fossile Fonds: Fast 90 Prozent investieren nach wie vor in Kohle, Öl und Gas
Wien, 14. Dezember 2019. Laut einer aktuellen Auswertung der Vergleichsplattform CLEANVEST im Auftrag des WWF Österreich investieren fast 90 Prozent der in Österreich erhältlichen Investmentfonds in fossile Energien, also Kohle, Erdöl und Erdgas. Von den derzeit 3.294 überprüften Fonds mit einem Volumen von 190 Milliarden Euro tätigen 2.934 noch Investitionen in fossile Energieträger (89 Prozent). „Das ist ein verheerendes Zeugnis für die Branche. Offensichtlich fehlt hier immer noch das Bewusstsein für die Verantwortung im Kampf gegen die globale Klimakrise. Die Finanzindustrie nützt ihre große Marktmacht immer noch viel zu wenig für klimafreundliche Investitionen“, sagt Lisa Simon vom WWF Österreich. „Geld treibt die Klimakrise an, oder eben den Klimaschutz. Daher müssen auch Finanzunternehmen einen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele leisten. Sie müssen ihre Investmentstrategien anpassen und dürfen in Zukunft nicht länger in Branchen investieren, die hohe CO2-Emissionen verursachen“, fordert Simon. „Zudem tragen fossile Investitionen ein hohes Risiko in der erneuerbaren Energiewende wertlos zu werden.“
CLEANVEST überprüft in Österreich erhältliche Fonds auf ihre Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit. Zwei der insgesamt acht überprüften Nachhaltigkeits-Kriterien sind dabei die Investitionen in Kohle sowie in Erdöl und Erdgas. Erfasst werden dabei Fonds, die direkt in fossil fördernde Unternehmen investieren oder dies über den Umweg von Investitionen in andere Fonds tun. „Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten wollen ihr Geld mit guten Gewissen investieren. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, braucht es aber deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein, Information und Transparenz im Finanzsektor. Insbesondere ist eine bessere Kennzeichnung für Fonds notwendig, damit auch klar ist, in was man sein Geld eigentlich investiert,“ erklärt Lisa Simon die Partnerschaft zwischen der Umweltschutzorganisation und der digitalen Fondsvergleichsplattform.
Elisabeth Müller von CLEANVEST ergänzt: „Mit CLEANVEST möchten wir Fondsmanager zu einem Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit bewegen. Dazu braucht es ein größeres Sortiment von nachhaltigen Fonds, ein größeres Bio-Angebot für den Fondsmarkt sozusagen, mit klaren Kriterien und unabhängiger Prüfung. Das hat auch direkte Auswirkungen auf Investmentströme, welche somit vermehrt in klimaschonende und soziale Sektoren bzw. Unternehmen umgelenkt werden. Aktuell investieren beispielsweise knapp über 220 der überprüften Fonds überdurchschnittlich in grüne Technologien. Das könnten weit mehr sein.“
Der WWF Österreich setzt sich für einen nachhaltigen Finanzsektor auch im Sinne der Pariser Klimaziele ein und fordert ein möglichst rasches De-Investment aus fossilen sowie klima- und biodiversitätsschädlichen Aktivitäten. „Dafür muss auch die Politik in die Gänge kommen und mit konkreten Maßnahmen eine nachhaltige Trendwende forcieren. Zentral dafür ist eine Ökologisierung des gesamten Steuer- und Abgabensystems – inklusive attraktiver Anreize und Instrumente, damit in Zukunft mehr private Mittel in den Schutz des Klimas und der Ökosysteme fließen“, meint Lisa Simon abschließend.
Rückfragehinweis
Mag. (FH) Julia Preinerstorfer MA, Pressesprecherin WWF Österreich, Mobil: +43 676 834 88 240, E-Mail: julia.preinerstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung











