Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF kritisiert fossile Fonds: Fast 90 Prozent investieren nach wie vor in Kohle, Öl und Gas
Wien, 14. Dezember 2019. Laut einer aktuellen Auswertung der Vergleichsplattform CLEANVEST im Auftrag des WWF Österreich investieren fast 90 Prozent der in Österreich erhältlichen Investmentfonds in fossile Energien, also Kohle, Erdöl und Erdgas. Von den derzeit 3.294 überprüften Fonds mit einem Volumen von 190 Milliarden Euro tätigen 2.934 noch Investitionen in fossile Energieträger (89 Prozent). „Das ist ein verheerendes Zeugnis für die Branche. Offensichtlich fehlt hier immer noch das Bewusstsein für die Verantwortung im Kampf gegen die globale Klimakrise. Die Finanzindustrie nützt ihre große Marktmacht immer noch viel zu wenig für klimafreundliche Investitionen“, sagt Lisa Simon vom WWF Österreich. „Geld treibt die Klimakrise an, oder eben den Klimaschutz. Daher müssen auch Finanzunternehmen einen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele leisten. Sie müssen ihre Investmentstrategien anpassen und dürfen in Zukunft nicht länger in Branchen investieren, die hohe CO2-Emissionen verursachen“, fordert Simon. „Zudem tragen fossile Investitionen ein hohes Risiko in der erneuerbaren Energiewende wertlos zu werden.“
CLEANVEST überprüft in Österreich erhältliche Fonds auf ihre Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit. Zwei der insgesamt acht überprüften Nachhaltigkeits-Kriterien sind dabei die Investitionen in Kohle sowie in Erdöl und Erdgas. Erfasst werden dabei Fonds, die direkt in fossil fördernde Unternehmen investieren oder dies über den Umweg von Investitionen in andere Fonds tun. „Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten wollen ihr Geld mit guten Gewissen investieren. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, braucht es aber deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein, Information und Transparenz im Finanzsektor. Insbesondere ist eine bessere Kennzeichnung für Fonds notwendig, damit auch klar ist, in was man sein Geld eigentlich investiert,“ erklärt Lisa Simon die Partnerschaft zwischen der Umweltschutzorganisation und der digitalen Fondsvergleichsplattform.
Elisabeth Müller von CLEANVEST ergänzt: „Mit CLEANVEST möchten wir Fondsmanager zu einem Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit bewegen. Dazu braucht es ein größeres Sortiment von nachhaltigen Fonds, ein größeres Bio-Angebot für den Fondsmarkt sozusagen, mit klaren Kriterien und unabhängiger Prüfung. Das hat auch direkte Auswirkungen auf Investmentströme, welche somit vermehrt in klimaschonende und soziale Sektoren bzw. Unternehmen umgelenkt werden. Aktuell investieren beispielsweise knapp über 220 der überprüften Fonds überdurchschnittlich in grüne Technologien. Das könnten weit mehr sein.“
Der WWF Österreich setzt sich für einen nachhaltigen Finanzsektor auch im Sinne der Pariser Klimaziele ein und fordert ein möglichst rasches De-Investment aus fossilen sowie klima- und biodiversitätsschädlichen Aktivitäten. „Dafür muss auch die Politik in die Gänge kommen und mit konkreten Maßnahmen eine nachhaltige Trendwende forcieren. Zentral dafür ist eine Ökologisierung des gesamten Steuer- und Abgabensystems – inklusive attraktiver Anreize und Instrumente, damit in Zukunft mehr private Mittel in den Schutz des Klimas und der Ökosysteme fließen“, meint Lisa Simon abschließend.
Rückfragehinweis
Mag. (FH) Julia Preinerstorfer MA, Pressesprecherin WWF Österreich, Mobil: +43 676 834 88 240, E-Mail: julia.preinerstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen
WWF: Über 1,25 Millionen Stimmen gegen Abbau des EU-Naturschutzes
Umwelt-Allianz übergibt Petition heute an EU-Umweltkommissarin Roswall – WWF fordert Erhalt zentraler Schutzgesetze und klare Position der Bundesregierung
WWF zu Klimaschäden: Bundesregierung muss Klimaschutz und Vorsorge stärken
Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
Niederösterreich: WWF plant Rückbau von sechs Flussbarrieren
Rund 24 Kilometer von Fugnitz und Fellingbach sollen für Fische wieder durchgängig werden: WWF-Projekt stärkt wertvolle Lebensräume im Thayatal













