In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
WWF kritisiert geplante Angriffe auf den Wasserschutz
Wien. Die geplanten Angriffe auf den Wasserschutz in Europa werden Schritt für Schritt konkreter und damit gefährlicher: Gemäß aktuellen Forderungen eines Vertreters des deutschen Chemiekonzerns BASF in einem Bericht des Ö1-Morgenjournals soll der ökologisch schwer belastete Rhein mit weiteren Staustufen und Schleusen zugepflastert werden. „Neue Verbauungen wären absolut kontraproduktiv. Wer die Klimakrise durch Einschränkungen des Umweltschutzes verschärfen will, hat wirklich nichts verstanden. Eindimensionale Wachstumsphantasien auf Kosten der Natur verstärken die negativen Folgen des Klimawandels sogar noch“, kritisiert Bettina Urbanek vom WWF Österreich. Hinter den Kulissen setzt sich insbesondere die europäische Chemieindustrie massiv für eine Aufweichung der EU-Wasserrahmen-Richtlinie ein, die weitere Verschlechterungen der Fluss-Ökologie bremsen und verhindern könnte.
Laut der internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) herrscht großer ökologischer Handlungsbedarf im gesamten Flussgebiet – also in der Gewässerstruktur, in der Beschaffenheit des Flussbetts, der Ufer und der angrenzenden Aue. Nahezu der gesamte Rhein und seine Nebenflüsse – vor allem Neckar, Main und Mosel – wurden bereits für Schifffahrt, Wasserkraft und großteils technischen Hochwasserschutz aufgestaut und begradigt, die Aue durch Deiche vom Fluss getrennt. „Anstatt ausgewogen vorzugehen wurden ökologische Aspekte sowie Reserven für Trockenzeiten oft vernachlässigt, zugunsten einer Art Fluss-Autobahn für die Industrie. Das rächt sich jetzt aufgrund der Klimakrise doppelt“, sagt Urbanek unter Verweis auf die langen Dürreperioden 2018.
Ein Garant dafür, dass die Ökologie nicht unter die Räder kommt, ist das Verschlechterungsverbot für Flüsse in der Wasserrahmenrichtlinie, die derzeit jedoch von Industrie und Wirtschaft angegriffen wird. Aktuell outete sich BASF, wie bereits auch der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe. Heute findet ein wichtiges Treffen der EU-Wasserdirektoren in Wien statt, der WWF hat im Vorfeld dazu aufgerufen, sich klar zu einem strengen Schutz der europäischen Flüsse und Seen sowie des Grundwassers zu bekennen.
Alle Bürgerinnen und Bürger können direkt bei der EU-Kommission ein Zeichen setzen und sich für einen starken Gewässerschutz in Europa einsetzen. Alle Infos dazu gibt es unter www.wwf.at/wasser
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83488203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung
Amazonas: Neue Studie warnt vor 1,4 Millionen Hektar zusätzlicher Entwaldung
Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus













