Anhaltende Trockenheit verschärft Wassermangel im Nationalpark und gefährdet Biodiversität – WWF fordert Stadt Wien zum Handeln auf
WWF kritisiert geplante Angriffe auf den Wasserschutz
Wien. Die geplanten Angriffe auf den Wasserschutz in Europa werden Schritt für Schritt konkreter und damit gefährlicher: Gemäß aktuellen Forderungen eines Vertreters des deutschen Chemiekonzerns BASF in einem Bericht des Ö1-Morgenjournals soll der ökologisch schwer belastete Rhein mit weiteren Staustufen und Schleusen zugepflastert werden. „Neue Verbauungen wären absolut kontraproduktiv. Wer die Klimakrise durch Einschränkungen des Umweltschutzes verschärfen will, hat wirklich nichts verstanden. Eindimensionale Wachstumsphantasien auf Kosten der Natur verstärken die negativen Folgen des Klimawandels sogar noch“, kritisiert Bettina Urbanek vom WWF Österreich. Hinter den Kulissen setzt sich insbesondere die europäische Chemieindustrie massiv für eine Aufweichung der EU-Wasserrahmen-Richtlinie ein, die weitere Verschlechterungen der Fluss-Ökologie bremsen und verhindern könnte.
Laut der internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) herrscht großer ökologischer Handlungsbedarf im gesamten Flussgebiet – also in der Gewässerstruktur, in der Beschaffenheit des Flussbetts, der Ufer und der angrenzenden Aue. Nahezu der gesamte Rhein und seine Nebenflüsse – vor allem Neckar, Main und Mosel – wurden bereits für Schifffahrt, Wasserkraft und großteils technischen Hochwasserschutz aufgestaut und begradigt, die Aue durch Deiche vom Fluss getrennt. „Anstatt ausgewogen vorzugehen wurden ökologische Aspekte sowie Reserven für Trockenzeiten oft vernachlässigt, zugunsten einer Art Fluss-Autobahn für die Industrie. Das rächt sich jetzt aufgrund der Klimakrise doppelt“, sagt Urbanek unter Verweis auf die langen Dürreperioden 2018.
Ein Garant dafür, dass die Ökologie nicht unter die Räder kommt, ist das Verschlechterungsverbot für Flüsse in der Wasserrahmenrichtlinie, die derzeit jedoch von Industrie und Wirtschaft angegriffen wird. Aktuell outete sich BASF, wie bereits auch der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe. Heute findet ein wichtiges Treffen der EU-Wasserdirektoren in Wien statt, der WWF hat im Vorfeld dazu aufgerufen, sich klar zu einem strengen Schutz der europäischen Flüsse und Seen sowie des Grundwassers zu bekennen.
Alle Bürgerinnen und Bürger können direkt bei der EU-Kommission ein Zeichen setzen und sich für einen starken Gewässerschutz in Europa einsetzen. Alle Infos dazu gibt es unter www.wwf.at/wasser
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83488203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF warnt: Drei Viertel der Fluss-Pegel in Österreich mit Niedrigwasser
Extreme Trockenheit setzt Gewässer und Arten stark unter Druck – Besondere Betroffenheit in der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten – WWF fordert Schutzpaket für Flüsse
WWF fordert Sieben-Punkte-Plan gegen zunehmende Dürre
„Österreichs Wasserpolitik nicht klimatauglich“ – WWF fordert mehr Wasserrückhalt, weniger Versiegelung und konsequente Renaturierung – Biber als natürlichen Helfer fördern
Studie der Uni Graz: Fehlende Klimapolitik gefährdet Budgetsanierung
Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen













