Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
WWF kritisiert Infrastrukturpaket: Naturschutz statt Betonmentalität
Wien, Freitag, 12. 11. 2010 – Der WWF kritisiert das Festhalten von Verkehrsministerin Doris Bures und der ASFINAG am Bau der S8-Marchfeldschnellstraße. Die Straße, die insgesamt 34 Kilometer lang ist, soll Wien mit Bratislava verbinden und würde rund 600 Millionen Euro kosten. Trotz einer negativen Rentabilität von 415 Millionen Euro und der schon bestehenden Autobahnverbindung (A6) in nur 20 Kilometern Entfernung soll die unnötige Straße dennoch gebaut werden.
Kostengünstigere und umweltverträglichere Alternativen wie Umfahrungen oder der Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln werden weitgehend ignoriert. „Der Nichtbau dieser Straße hätte die Einsparungen bei Pensionen, Pflegegeld und weitere sozialen Kürzunge im Sparbudget verhindern können“, kritisiert WWF-Sprecher Franko Petri. „Straßen sollen dort gebaut werden, wo sie Sinn machen, aber nicht um den Preis der Zerstörung der March-Thaya-Auen mit mehr als 500 gefährdeten Tierarten. Die Betonmentalität in Niederösterreich darf sich hier nicht durchsetzen“, kündigt Petri Widerstand gegen das Straßenprojekt an.
Vor mehr als zehn Jahren wurde bereits die so genannte Bürgermeister-Trasse mit einem Zug von Umfahrungen entlang der B8 konzipiert. Diese Kosten sparende Variante würde eine tatsächliche Entlastung der vom Verkehr stark belasteten Gemeinden bringen. Die hochrangige S8-Schnellstraße würde hingegen zusätzlichen Verkehr in der Region verursachen. „Anstatt den Verkehr zur Erreichung der Kyoto-Klimaziele Österreichs zu bremsen, wird hier buchstäblich noch mehr Öl ins Klimafeuer gegossen“, so Petri.

Verkehrsministerin Bures ignoriert völlig, dass die Fortsetzung des Bauvorhabens in der Slowakei überhaupt keine Priorität hat. Die Straße würde nach derzeitiger Planung blind an der slowakischen Staatsgrenze enden, so der WWF. Die Slowakei setzt derzeit ihre Prioritäten beim Straßenbau in den mittleren und östlichen Regionen des Landes.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass aus kurzsichtigen Gründen Projekte umgesetzt werden, die Österreich in Zeiten knapper Budgets viel Geld kosten und kaum einen Mehrwert bringen. Vielmehr sollten die vorliegenden umweltfreundlichen Verkehrskonzepte als Alternative zur Schnellstraße ernsthaft erwogen werden“, schlägt Petri vor. Das Bauvorhaben S8 würde eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zerschneiden. Insgesamt sind drei Europaschutzgebiete, darunter die March-Thaya-Auen von der geplanten Schnellstraße betroffen.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF
Tel. 01-48817-231 Email: franko.petri@wwf.at.
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