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WWF kritisiert Niederösterreichs Angriff auf Renaturierung scharf
Der WWF kritisiert den Angriff der niederösterreichischen Landesregierung auf die EU-Renaturierungsverordnung als „fahrlässig und verantwortungslos“. Finanzlandesrat Anton Kasser stellt die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme als reine Kostenfrage dar und droht sogar mit einer Blockade der Umsetzung. „Mitten in der Klima- und Biodiversitätskrise derart auf der Bremse zu stehen, ist verantwortungslos gegenüber Gemeinden, Landwirtschaft und Bevölkerung. Renaturierung ist eine ideale Vorsorge gegen Hitze, Dürre, Hochwasser und Artensterben“, sagt WWF-Experte Arno Aschauer.
Der WWF weist insbesondere die Kostenargumentation von Kasser als irreführend zurück. Die erwähnten „150 Milliarden Euro“ beziehen sich auf eine europaweite Hochrechnung über mehrere Jahrzehnte bis zum Jahr 2070. Zugleich liegt der von der EU-Kommission geschätzte Nutzen im selben Zeitraum mit rund 1.860 Milliarden Euro rund zwölfmal höher. Auch für Österreich bestätigt das Umweltbundesamt eine klar positive Kosten-Nutzen-Bilanz. „Wer nur über Ausgaben spricht und die vermiedenen Schäden sowie die Vorteile verschweigt, führt die Öffentlichkeit in die Irre. Die teuerste Variante ist das Nichtstun“, sagt Aschauer.
Schutzgebiete, Naturparke und freiwillige Leistungen ersetzen keine verbindliche Wiederherstellung geschädigter Lebensräume, betont der WWF. „Gerade Niederösterreich ist von Trockenheit, Bodenverbrauch, überhitzten Ortskernen und geschädigten Flüssen stark betroffen. Renaturierung bringt kühlere Siedlungen, lebendigere Böden, mehr Wasserrückhalt und bessere Sicherheit vor Extremwetter“, sagt WWF-Experte Aschauer.
Die Naturschutzorganisation fordert daher den Bund und die Länder auf, den nationalen Wiederherstellungsplan ambitioniert umzusetzen und die Gemeinden gezielt zu unterstützen, statt ein zentrales Zukunftsprojekt rückwärtsgewandt zu blockieren.
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