Mindestens 23 Abschüsse allein im ersten Halbjahr 2026 – Von Jänner bis Juni schon mehr behördliche Tötungen als im gesamten Vorjahr – WWF kritisiert aggressives Vorgehen gegen geschützte Art
WWF kritisiert Niederösterreichs Angriff auf Renaturierung scharf
Der WWF kritisiert den Angriff der niederösterreichischen Landesregierung auf die EU-Renaturierungsverordnung als „fahrlässig und verantwortungslos“. Finanzlandesrat Anton Kasser stellt die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme als reine Kostenfrage dar und droht sogar mit einer Blockade der Umsetzung. „Mitten in der Klima- und Biodiversitätskrise derart auf der Bremse zu stehen, ist verantwortungslos gegenüber Gemeinden, Landwirtschaft und Bevölkerung. Renaturierung ist eine ideale Vorsorge gegen Hitze, Dürre, Hochwasser und Artensterben“, sagt WWF-Experte Arno Aschauer.
Der WWF weist insbesondere die Kostenargumentation von Kasser als irreführend zurück. Die erwähnten „150 Milliarden Euro“ beziehen sich auf eine europaweite Hochrechnung über mehrere Jahrzehnte bis zum Jahr 2070. Zugleich liegt der von der EU-Kommission geschätzte Nutzen im selben Zeitraum mit rund 1.860 Milliarden Euro rund zwölfmal höher. Auch für Österreich bestätigt das Umweltbundesamt eine klar positive Kosten-Nutzen-Bilanz. „Wer nur über Ausgaben spricht und die vermiedenen Schäden sowie die Vorteile verschweigt, führt die Öffentlichkeit in die Irre. Die teuerste Variante ist das Nichtstun“, sagt Aschauer.
Schutzgebiete, Naturparke und freiwillige Leistungen ersetzen keine verbindliche Wiederherstellung geschädigter Lebensräume, betont der WWF. „Gerade Niederösterreich ist von Trockenheit, Bodenverbrauch, überhitzten Ortskernen und geschädigten Flüssen stark betroffen. Renaturierung bringt kühlere Siedlungen, lebendigere Böden, mehr Wasserrückhalt und bessere Sicherheit vor Extremwetter“, sagt WWF-Experte Aschauer.
Die Naturschutzorganisation fordert daher den Bund und die Länder auf, den nationalen Wiederherstellungsplan ambitioniert umzusetzen und die Gemeinden gezielt zu unterstützen, statt ein zentrales Zukunftsprojekt rückwärtsgewandt zu blockieren.
News
Aktuelle Beiträge
March erstmals über 30 Grad: WWF warnt vor Hitzestress für Fische
Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.










