In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
WWF: Luchse in Österreich nach wie vor gefährdet
Zum internationalen Tag des Luchses am 11. Juni warnt die Naturschutzorganisation WWF Österreich vor einem erneuten lokalen Verschwinden der größten Katzenart Europas. Zwar konnten die einst ausgerotteten Luchse hierzulande seit den 1970er-Jahren wiederangesiedelt werden. Ihre Zahl stagniert derzeit jedoch auf sehr niedrigem Niveau. “Die maximal 35 heimischen Luchse leben in kleinen, voneinander isolierten Beständen und können keine gesunde Population aufbauen”, erklärt die Biologin Magdalena Erich vom WWF. “Die Art besiedelt neue Gebiete nur zögerlich. Aufgrund der geringen Anzahl an Luchsen und der Zerschneidung ihres Lebensraums findet kein Austausch zwischen den Beständen statt. Auch illegale Verfolgung verschärft die Situation. Daher gibt es kaum Nachwuchs und genetische Verarmung durch Inzucht wird zu einem großen Problem.” Im schlimmsten Fall könnte der Luchs wieder gänzlich aus Österreich verschwinden.
Besonders besorgniserregend ist die Situation im Gebiet der Nördlichen Kalkalpen, wo der Bestand kaum mehr überlebensfähig ist. Der WWF ruft daher zu gemeinsamen Bemühungen aller beteiligten Interessengruppen auf, ein zukünftiges Bestandsstützungs-Projekt für den Luchs in den Nördlichen Kalkalpen voranzubringen, um das Überleben der streng geschützten Katzen dauerhaft zu sichern. Zudem braucht es mehr Anstrengungen im Kampf gegen Wildtierkriminalität und bessere Raumplanung. “Der Luchs spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem Wald”, erklärt Magdalena Erich vom WWF. “So sorgt er etwa als natürlicher Gegenspieler von Reh und Gämse für gesunde Populationen dieser Pflanzenfresser.”
Die Nördlichen Kalkalpen in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark wären aufgrund ihres Waldreichtums und der relativ dünnen Besiedelung eines der am besten geeigneten Luchs-Habitate in ganz Mitteleuropa, wie eine Machbarkeitsstudie zur Luchsbestandstützung zeigt. Derzeit leben in dem rund 12.000 Quadratkilometer großen Gebiet jedoch lediglich sieben Luchse, fünf davon im Nationalpark Kalkalpen – zu wenige für eine überlebensfähige Population. Dabei bietet das Habitat laut Studie Platz für 100 bis 250 Luchse. “Mit den entsprechenden Maßnahmen könnte das Gebiet eine Modellregion für den Luchs und ein wichtiges Bindeglied zu den Populationen in Slowenien, Italien und der Schweiz werden”, sagt WWF-Expertin Erich.
Aktuell gibt es lediglich drei kleine Luchsvorkommen in Österreich mit stark zerstückelten Verbreitungsgebieten. Im Norden des Landes hat Österreich Anteil an der grenzüberschreitenden böhmisch-bayerisch-österreichischen Population. Die Zahl der nachgewiesenen Luchse im Mühl- und Waldviertel stagniert seit Jahren bei rund 20 bis 25 Luchsen. Neben den sieben Individuen in den Nördlichen Kalkalpen gibt es als Folge der sich langsam ausbreitenden Population in der Ostschweiz ein Vorkommen mit einigen wenigen Luchsen in Vorarlberg und Tirol.
+++ Bilder und Verbreitungskarten +++
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