Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
WWF: Neues Standortgesetz ist Frontalangriff auf Natur und Umwelt
Wien, am 4. Juli 2018. Mit dem geplanten Standortentwicklungsgesetz will Wirtschaftsministerin Schramböck Umweltstandards und Beteiligungsrechte aushebeln, um kritische Großprojekte durchboxen zu können. Nach einer bestimmten Frist sollen Projekte sogar automatisch genehmigt werden, was auf Basis der bisher nur medial bekannten Pläne gleich mehrfach rechtswidrig wäre. „Damit droht ein massiver Angriff auf Natur- und Umwelt. Durch eine künstlich geschaffene Parallelstruktur werden umstrittene Großprojekte bevorteilt, während Anliegen des Umweltschutzes und der Bevölkerung ignoriert werden. Eine Umweltministerin, die ihren Job ernst nimmt, müsste dagegen ein Veto einlegen“, sagt Hanna Simons, die Leiterin der Natur- und Umweltschutzabteilung des WWF Österreich, unter Bezugnahme auf einen Bericht der PRESSE.
"Anstatt die bewährte Umweltverträglichkeitsprüfung behutsam qualitativ zu verbessern, gefährdet die Bundesregierung das gesamte System“, kritisiert Simons. Denn sollten aufgrund des geplanten Automatismus Projekte genehmigt werden, würden die Bescheide mit großer Wahrscheinlichkeit aufgrund der europa- und verfassungsrechtlichen Verstöße von Gerichten aufgehoben werden. Auch zivilrechtliche Klagen der Betroffenen wären wahrscheinlich. „Damit hätten auch die Projektbetreiber keine Rechtssicherheit, vieles müsste neu aufgerollt werden“, warnt WWF-Vertreterin Simons.
Der WWF fordert die Bundesregierung auf, das unausgegorene Gesetz zurückzuziehen und sich den tatsächlichen Bremsen im System zu widmen. Wer Verfahren nachhaltig beschleunigen will, muss sie durch vorgelagerte Strategische Umweltprüfungen entlasten und die UVP-Behörden mit mehr Ressourcen ausstatten. Parallel dazu ist die Qualität der eingereichten Unterlagen zu verbessern: In der Praxis gehen viele Verzögerungen darauf zurück, dass die Projektwerber zunächst nur Unterlagen mit mangelnder Qualität und Vollständigkeit einreichen. Auch Planänderungen im laufenden Verfahren bremsen viele Projekte.
Rückfragen & Kontakt:
WWF Österreich
Gerhard Auer
Pressesprecher
+43 676 83488 231
gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich













