Mindestens 23 Abschüsse allein im ersten Halbjahr 2026 – Von Jänner bis Juni schon mehr behördliche Tötungen als im gesamten Vorjahr – WWF kritisiert aggressives Vorgehen gegen geschützte Art
WWF Österreich kritisiert Beschluss des EU-Parlaments: Neue Subventionen für die Plünderer der Meere
Brüssel, Wien, am 4. April 2019. Trotz der starken Überfischung der Meere hat das Europäische Parlament am Donnerstag völlig kontraproduktive Subventionen für den Kauf und die Modernisierung von Fangschiffen beschlossen. Damit würde die ohnehin bereits überhöhte Fangkapazität der EU-Flotten weiter ausgeweitet werden. „Die geplante Wiedereinführung umweltschädlicher Subventionen widerspricht den internationalen Zusagen der Europäischen Union, die Überfischung zu beenden. Stattdessen soll jetzt das Geld der europäischen Steuerzahler dazu verwendet werden, die Ausbeutung unserer Meere weiter zu befeuern und die Zukunft der Fischerei zu riskieren. Zu den Verlierern zählt die Natur und am Ende die Fischer selbst, denn es drohen leere Meere“, kritisiert Simone Niedermüller, Meeresbiologin beim WWF Österreich. Der WWF setzt sich dafür ein, alle schädlichen Subventionen abzuschaffen und stattdessen in den Schutz der Meere zu investieren.
Bisher hat die Europäische Union Subventionen für den Bau neuer Fangschiffe aus guten Gründen verboten, um die Überfischung einzudämmen. Die jetzt vorgesehene Wiedereinführung verstößt gegen das Ziel der Vereinten Nationen, Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen (SDG 14). Dieses fordert ausdrücklich, dass jene Subventionen, die zu Überkapazitäten und Überfischung beitragen, bis 2020 untersagt werden. Zudem untergräbt der aktuelle Beschluss auch die positive Absicht des EU-Parlaments, zumindest 25 Prozent der Investitionen des Fischereifonds EMFF in den Schutz und die Wiederherstellung der Meeresumwelt umzuleiten – zum Beispiel für selektivere Fanggeräte, um Beifänge zu vermeiden.
Österreich muss sich für Schutz der Meere einsetzen
In den nächsten Monaten wird der Rat der Fischereiminister seine Position festlegen und mit Kommission und Parlament über den finalen Beschluss des europäischen Fischereifonds verhandeln. Der WWF appelliert daher an die nationalen Regierungen, sich gegen die Wiedereinführung schädlicher Subventionen zu stemmen sowie Fischereikontrollen und Erforschung von Fischbeständen zu stärken. „Österreich muss sich auf EU-Ebene klar positionieren und seine internationale Verantwortung für den Schutz der Meere erfüllen“, fordert Simone Niedermüller eine klare Linie von Umweltministerin Elisabeth Köstinger.
Rückfragehinweis:
Gerhard Auer
WWF-Pressesprecher
+43 676 83488 231
gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
March erstmals über 30 Grad: WWF warnt vor Hitzestress für Fische
Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.













