Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
WWF Österreich macht Rettungsvorschläge für Klimastrategie
In seiner Stellungnahme zur Klima- und Energiestrategie liefert der WWF Österreich konkrete Rettungsvorschläge für den massiv kritisierten Entwurf von Umweltministerin Elisabeth Köstinger und Verkehrsminister Norbert Hofer. „Die Bundesregierung muss sich zu einer großen ökosozialen Steuerreform bekennen und alle umweltschädlichen Subventionen möglichst rasch streichen. Darüber hinaus braucht es ein großes Energiespar-Programm und eine naturverträglich gestaltete Energiewende. Ansonsten wird Österreich beim Klimaschutz weiter zurückfallen“, sagt Hanna Simons, Leiterin der Natur- und Umweltschutzabteilung des WWF Österreich. „Wer sich die Dekarbonisierung vornimmt, muss deutlich mutiger und weitsichtiger agieren. Ohne Nachbesserungen sind weder die Pariser Klimaschutzziele noch die deutlich weniger ambitionierten EU-Ziele erreichbar. In etlichen Punkten fällt der Strategie-Entwurf sogar hinter das Regierungsprogramm zurück“, verweist Simons auf etliche Schwachstellen, die der WWF im „Schwarzbuch Klimastrategie“ aufgedeckt hat (Online abrufbar via https://www.wwf.at/de/klima-und-energiestrategie-2018 ).
„Aus einer verpassten Chance kann nur dann noch eine gute Strategie werden, wenn konkret und transparent nachgebessert wird“, ergänzt WWF Klimasprecher Karl Schellmann. Zentral dafür sei, dass die Bundesregierung das über Jahre ausgedünnte Umweltbudget massiv aufstockt sowie frisches Geld für die Umsetzung der Klimastrategie bereitstellt. „Hier muss sich vor allem Finanzminister Hartwig Löger bewegen. Denn Klimaschutz rechnet sich und bringt eine mehrfache Dividende für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Das wissen auch immer mehr Unternehmen, die sich für eine ambitionierte und langfristig ausgerichtete Strategie aussprechen“, verweist Schellmann auf den von WWF Österreich und GLOBAL 2000 gemeinsam initiierten „Appell der Wirtschaft“ mit 318 Unternehmen.
Der WWF Österreich fordert, dass die bisher vorgelegten Maßnahmen erweitert und mit konkreten Zeitplänen zur Umsetzung, Finanzierung und politischen Verantwortlichkeit ergänzt werden. „Denn ohne Verbindlichkeit droht die künftige Strategie zum bloßen Papiertiger zu werden und würde Österreich in Sachen Klimaschutz weiter zurückfallen. In weiterer Folge drohen unserem Land Strafzahlungen in Millionenhöhe, wenn europäische Verpflichtungen verfehlt werden“, warnt Hanna Simons.
Darüber hinaus erneuert der WWF Österreich seine Forderung nach einem umfassenden Transparenzpaket zum Konsultationsprozess: „Wir befürchten, dass mutige Vorschläge bestenfalls ignoriert werden und dieser Prozess wie schon bei den Vorgänger-Regierungen als Farce enden könnte. Klimaschutz darf nicht den üblichen Bremsern in den Hinterzimmern überlassen werden. Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf umfassende Informationen“, begründet WWF Klimasprecher Schellmann. Seine konkreten Forderungen sind:
- Veröffentlichung aller Stellungnahmen sowie aller internen und externen Studien, die für die Klima- und Energiestrategie sowie den Konsultationsprozess erstellt worden sind.
- Öffentliche Bewertung aller Eingaben und Informationen mit begründetem Zusatz der Bundesregierung, was berücksichtigt wurde und was nicht.
- Ein öffentlich zugänglicher Abschlussbericht mit konkreten Empfehlungen sowie allen Konsens- und Dissenspunkten.
- Genaue Dokumentation und Veröffentlichung der Protokolle der abgehaltenen Round-Tables auf www.mission2030.info
Rückfragehinweis:
Karl Schellmann, WWF Leitung Klimaschutz & Energie, Tel.: +43 676 83488 249, karl.schellmann@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich













