Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
WWF Österreich: Marchfeld-Schnellstraße steht vor dem endgültigen Aus
Wien, St. Pölten, am 21. Februar 2020. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich freut sich über die nach dem Abschluss der Verhandlungen erwartete Absage des Bundesverwaltungsgerichtes an den westlichen Abschnitt der Marchfeld-Schnellstraße (S8-West). Hauptgrund dafür ist das Vorkommen des sehr seltenen Triels, dessen Bestand durch die teure Schnellstraße existentiell bedroht wäre, was durch das Gerichtsgutachten bestätigt wird. „Damit ist auch die Weiterführung der S8 durch das östliche Marchfeld und eine Querung der ökologisch höchst wertvollen Marchauen sehr unwahrscheinlich. Das Scheitern der S8-West wäre daher ein großer Erfolg für den Naturschutz und die langjährige Arbeit von Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen“, sagt Jurrien Westerhof, der beim WWF Österreich für die Marchregion zuständig ist.
Besonders kritisch ist, dass die geplante Weiterführung der S8 in die Slowakei nicht ohne Querung der Marchauen möglich wäre. „Damit würde ein Naturschutzgebiet und Biodiversitäts-Hotspot von europaweiter Bedeutung – mit zahlreichen bedrohten Pflanzen- und Tierarten – von einer Betonschneise durchschnitten. Aus Naturschutzsicht wäre das völlig inakzeptabel. Dabei profitiert die Region immer mehr von Natur- und Fahrradtourismus und der Bio-Landwirtschaft“, so Westerhof.
WWF fordert Klimacheck und Öffi-Offensive
Nach wie vor unverständlich ist, dass ein derart verfehltes Bauvorhaben, das auch zu einer weiteren Zunahme der Treibhausgasemissionen geführt hätte, nicht allein schon aufgrund der Klimakrise gestoppt wird. „Daher braucht es dringend einen verbindlichen und unabhängigen Klimacheck für alle Infrastrukturvorhaben. Die Bundesregierung muss ihr dahin gehendes Versprechen rasch einlösen. Denn von der Lobau- bis zur Waldviertel-Autobahn stehen noch viele weitere klimaschädliche Projekte auf dem Plan“, warnt WWF-Vertreter Westerhof.
Für das Marchfeld fordert der WWF einen Planungsstopp für die Lobau-Autobahn und eine rasche Investitionsoffensive in umwelt- und klimaverträgliche Angebote – vom Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel bis zur Radweg-Infrastruktur: „Wo bleiben die gut getakteten und pendlertauglichen Busverbindungen? Wo sind im großteils völlig ebenen Marchfeld die Radwege? Daher muss das erwartete Scheitern der Schnellstraße zugleich der Startschuss für eine klimafreundliche Verkehrsinfrastruktur sein“, sagt Jurrien Westerhof vom WWF.
Rückfragehinweis:
Jurrien Westerhof, WWF-Programmbereichsleiter March-Thaya-Auen; E-Mail: jurrien.westerhof@wwf.at; Mobil: +43 676 834 88 260
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