September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF Österreich: Neue Klimastrategie ist eine verpasste Chance
– Pariser Klimaschutzziele sind mit dieser Strategie nicht erreichbar
– Österreich verschwendet weiterhin Milliarden für umweltschädliche Subventionen
– Sofort-Maßnahmen fehlen
Wien, am 28. Mai 2018. Der Umweltverband WWF Österreich bewertet die am Montag im Ministerrat beschlossene Klima- und Energiestrategie als verpasste Chance. „Das ist kein großer Wurf. Die Bundesregierung hat zwar Nachschärfungen vorgenommen, schiebt aber entscheidende Maßnahmen auf die lange Bank. Daher bleibt es vorerst dabei, dass Österreich bis zu fünf Milliarden Euro pro Jahr für umwelt- und gesundheitsschädliche Subventionen wie das Dieselprivileg verschwendet. Das ist das Gegenteil einer enkelfreundlichen Politik“, kritisiert Hanna Simons, die Leiterin der Natur- und Umweltschutzabteilung des WWF Österreich. „Auf Basis dieser Strategie sind weder die Pariser Klimaschutzziele noch die Dekarbonisierung erreichbar. Damit verspielt Österreich wirtschaftliche Chancen und riskiert Strafzahlungen in Millionenhöhe“, warnt Simons. „Wir werden die Bundesregierung daran messen, ob sie jetzt endlich konkrete Klimaschutz-Projekte umsetzt oder die Abhängigkeit von fossilen Energien unnötig verlängert“, kündigt die WWF-Expertin an.
Der WWF verweist auf die fehlende Finanzierung und Verbindlichkeit der Strategie und fordert eine rasche Konkretisierung in der Praxis. „Anreize und Bewusstseinsbildung sind wichtig, ersetzen aber keine politischen Maßnahmen und Budgets. Wer Klimaschutz auf ein Wohlfühlthema reduziert, darf sich nicht über steigende CO2-Emissionen wundern“, sagt Simons. Besonders viele Lücken enthält die Strategie beim großen CO2-Treiber Verkehr, beim Energiesparen und bei der Naturverträglichkeit, wo das positive strategische Bekenntnis jetzt mit Leben erfüllt werden muss. „Ein echter Naturschutz-Check erfordert klare Leitlinien in den künftigen Energiegesetzen“, betont Simons.
Auf Initiative von Umweltschutzorganisationen wie dem WWF hat die Bundesregierung ihren April-Entwurf in einigen Punkten nachgeschärft und vorherige Streichungen wieder ergänzt. Es gibt jetzt zum Beispiel Zuständigkeiten und Zeitpläne bei den "Leuchtturmprojekten", dazu zumindest ein Bekenntnis zum Abbau kontraproduktiver Anreize sowie zu einer Steuerstrukturreform mit klima- und energiepolitisch relevanten Maßnahmen. "Leider bleibt die Regierung hier auf halbem Wege stehen und kann sich nicht zu raschen Maßnahmen durchringen, obwohl sich hier alle Fachleute einig sind“, sagt Hanna Simons.
Positiv ist der jüngste Vorschlag von Umweltministerin Elisabeth Köstinger für einen europäischen CO2-Mindestpreis. „Wenn es dafür auf europäischer Ebene keine Mehrheit gibt, muss Österreich eine nationale Lösung angehen. Andere Länder zeigen bereits vor, dass das möglich ist“, schlägt Hanna Simons eine ambitionierte Vorgangsweise vor.
Rückfragehinweis:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01/48817231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen










