Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus
WWF Österreich zur Steuerreform: Bundesregierung konserviert fossile Relikte und verweigert echte Ökologisierung
Wien, am 30. April 2019. Aus Sicht der Umweltschutzorganisation WWF Österreich verweigert die Bundesregierung eine umfassende Ökologisierung des Steuersystems und legt dazu bisher nur mutlose Mini-Schritte vor. „Eine echte ökologische Steuerreform zählt zu den günstigsten und wirksamsten Klimaschutzmaßnahmen. Stattdessen konserviert die Bundesregierung sündteure fossile Relikte wie das Dieselprivileg und ignoriert die Vorschläge und Erkenntnisse der Klimawissenschaft. Das belastet nicht nur Umwelt und Gesundheit der Menschen, sondern bringt auch milliardenschwere Risiken für künftige Budgets, wenn die Klimaziele verfehlt werden“, sagt WWF-Klimasprecher Karl Schellmann. Sein Fazit: „Diese Steuerreform schreibt Klimaschutz klein und Mutlosigkeit groß. Wer Österreichs internationale Verpflichtungen ernst nimmt, muss das gesamte Steuersystem auf Umwelt- und Klimaschutz ausrichten. Trippelschritte reichen nicht“, sagt Schellmann mit Blick auf das Pariser Abkommen und fordert daher eine umfassende Verbesserung der bisherigen Pläne.
Das, was die Bundesregierung unter dem Stichwort „Ökologisierung“ inszeniert, hat angesichts der miserablen CO2-Bilanz eine viel zu geringe Hebelwirkung. Gerade im Verkehrs-, Energie- und Gebäudebereich bräuchte es deutlich weitreichendere Maßnahmen. „Eine ökologische, sozial und wirtschaftlich gerechte Steuerreform würde Mensch und Umwelt auf allen Ebenen entlasten. Insbesondere müssten CO2-Emissionen einen Preis mit Lenkungswirkung erhalten, was auch viel zur Finanzierung ökologischer und sozialer Entlastungen beitragen würde“, so Schellmann. „Kontraproduktive Subventionen müssen rasch umgeschichtet und ökologisch vernünftig investiert werden. Jeder Haushalt sollte daraus einen Öko-Bonus erhalten. Auch öffentliche Verkehrsmittel, Radfahren und thermische Sanierung könnten damit deutlich stärker als bisher unterstützt werden“, erläutert Schellmann unter Verweis auf den gemeinsamen Appell von WWF Österreich und renommierten WissenschaftlerInnen zu Jahresbeginn.
Besonders unverständlich: Kontraproduktive Subventionen von jährlich bis zu 4,7 Milliarden Euro belasten die Umwelt und bremsen zugleich erneuerbare Alternativen. Dennoch werden sie im Zuge dieser Steuerreform laut den bisher vorliegenden Informationen wieder nicht angetastet. „Die Bundesregierung ignoriert hier sogar ihre selbst gelegten Messlatten. Sowohl das Regierungsprogramm als auch die Klimastrategie sehen dezidiert eine Durchforstung umweltschädlicher Ausnahmen vor. Dafür wäre also mehr als genug Zeit gewesen“, kritisiert Karl Schellmann vom WWF Österreich.
Rückfragehinweis:
Sarah Bimingstorfer
WWF-Pressesprecherin
+43 676 834 88 216
sarah.bimingstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf
Good News: Mehr Luchse in den Südostalpen
Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung













