Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
WWF: Osteuropa braucht nachhaltiges Flussmanagement
Wien/Bukarest, 4. Juni 2013 – Hochwasserdämme sind kein Allheilmittel gegen Hochwasserkatastrophen sondern nur ein Notpflaster. Gerade an der Donau sind umfangreiche Renaturierungen von Überschwemmungsflächen notwendig um die Wassermassen zurückzuhalten, so der WWF. Die Mindestkosten würden sich auf 500 Millionen Euro belaufen, schätzt die Umweltorganisation. “Das wäre billiger als Hochwasserdämme zu bauen und die Kosten für die Schäden in Milliardenhöhe zu tragen“, sagte heute Orieta Hulea, die Naturschutzdirektorin des WWF in Zentral- und Osteuropa.
70 Prozent der Überschwemmungsflächen an der Donau wurden bis heute verbaut oder versiegelt. Eine Studie des WWF zeigt, dass entlang der Donau ein Potenzial von 800.000 Hektar Landfläche existiert, das in Überschwemmungsflächen umgewandelt werden könnte. 500.000 Hektar davon befinden sich allein an der unteren Donau. Der WWF hat berechnet, dass zumindest 100.000 Hektar Land in solche Retentionsflächen umgewandelt werden. Bei geschätzten Kosten von einer halben Million Euro pro Quadratkilometer belaufen sich die Kosten für den Hochwasserschutz an der Donau auf 500 Millionen Euro. So könnten 1,6 Milliarden Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Die Machbarkeitsstudien existieren bereits in den Donau-Anliegerstaaten. Leider fehlt es noch an den finanziellen Zusagen und die Eigentümerkonflikte der Grundbesitzer sind noch nicht ausreichend geklärt um nach 2015 besonders in Rumänien mit dem Rückbau entlang der Donau zu beginnen.
“Überschwemmungsflächen sind wie Schwämme, die große Mengen Wasser speichern können und sie nach dem Hochwasser langsam wieder in die Flüsse und ins Grundwasser abgeben können”, so Hulea. Der Fehler war in den letzten hundert Jahren diese Überschwemmungsflächen vom Flussbett abzuschneiden und sie in landwirtschaftliche Flächen umzuwandeln. “Das betrifft die untere Donau genauso wie den Großteil Europas“, so Hulea.
Dennoch sind die Länder an der Donau heute besser gerüstet um mit Hochwasserkatastrophen umzugehen. Der Managementplan für das Donau-Einzugsgebiet, der 2010 angenommen wurde, beinhaltet bereits Vorkehrungen für die Verbindung des Flusses mit Überschwemmungsflächen über die nationalen Grenzen hinweg. Die Donaustrategie der EU zoll zukünftig die Menschen vor Hochwasser schützen und gleichzeitig die Artenvielfalt des Flusses bewahren, hofft der WWF.
Der WWF arbeitet derzeit mit den zuständigen Behörden und Partnern an mehreren Projekten zur Schaffung von Überschwemmungsflächen entlang der Donau in Rumänien und Bulgarien. Die finanziellen Mittel dafür kommen aus Mitteln der EU. “Angesichts der steigenden Hochwassergefahr muss heute gehandelt werden um die Schäden von morgen zu verhindern“, fordert Hulea.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten













