Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF: Regenwaldschutz viel billiger als ein Tag Krieg im Irak
Wien, 26. Mai 2009 – Das ARPA-Programm (Amazon Region Protected Areas) im brasilianischen Amazonas-Regenwald ist das weltweit größte Naturschutzprogramm zum Schutz der Tropenwaldwälder. 600.000 Quadratkilometer Regenwald, das entspricht einer Fläche größer als Frankreich, sollen dabei von 2002 bis 2012 in einen Teppich aus verschiedenen Schutzkategorien einbezogen werden und einen wirksamen Schutzgürtel gegen die Entwaldung bilden. Eine Evaluation hat jetzt gezeigt, dass das umfassende Schutzprojekt bereits jetzt ein voller Erfolg ist. In seiner knapp sechsjährigen Laufzeit wurden die Ziele erreicht und großteils sogar übertroffen. Ein Fonds mit 110 Millionen US-Dollar soll auch zukünftig für den dauerhaften Schutz des Regenwaldes am Amazonas sorgen. „Regenwaldschutz ist globaler Klimaschutz und viel billiger als sinnloser Krieg“, so die WWF-Amazonasexpertin Martina Glanzl und weist darauf hin, dass eine Woche Irakkrieg mehr als zwei Milliarden US-Dollar kostet. Ein Tag Krieg im Irak kostet viermal soviel wie der Fonds zum Schutz des brasilianischen Amazonas.
ARPA ist ein Gemeinschaftsprojekt der brasilianischen Regierung, des WWF, der Weltbank, der Global Environmental Facility (GEF), der Deutschen Entwicklungsbank (KfW), des Brasilianischen Biodiversity Fund (FUNBIO) und einer Reihe weiterer NGOs. Das Projekt entstand nach einer Zusage des brasilianischen Präsidenten Cardoso an den WWF 1998. Ziel des Programms ist es, bis zum Jahr 2012 eine Fläche von 600.000 Millionen Quadratkilometer an Schutzgebieten in Brasiliens wichtigsten und wertvollsten Amazonasflächen zu sichern oder neu zu schaffen. Damit sollen zwölf Prozent des gesamten brasilianischen Amazonasgebiets dauerhaft gesichert werden. Ein Projekt dieser Größenordnung ist in politischer, technischer und finanzieller Hinsicht in der Geschichte des Naturschutzes einzigartig.
ARPA wird in zwei Phasen umgesetzt. Phase eins läuft bis zum Ende des Jahres 2009. Bis heute hat ARPA 145.000 Quadratkilometer als Nationalparks, ökologische Stationen, biologische Reservate und Gebiete für den Biodiversitätsschutz neu unter strikten Schutz gestellt – das ursprüngliche Ziel wurde sogar um 60 Prozent übertroffen. Auch wurden bereits mehr als 100.000 Quadratkilometer nachhaltig bewirtschaftete Reservate errichtet. „Als harte Nuss erwies sich das Ziel, 70.000 Quadratkilometer schon existierender Schutzgebiete auf den neuesten Stand effektiven Schutzes und Managements zu bringen, um die Erhaltung dieser Gebiete nachhaltig zu gewährleisten“, so Glanzl. Die völlige Sicherung der Gebiete konnte aber noch nicht erreicht werden.
Um auch in Zukunft die Finanzierung und Sicherung der ARPA-Gebiete zu gewährleisten, wurde ein Treuhandfonds eingereicht, der von der unabhängigen Organisation FUNBIO (Brasilianischer Fonds für Biodiversität) verwaltet wird. Mit Ende 2008 war dieser Fonds bereits mit mehr als 25,5 Millionen US-Dollar für die Sicherung der ARPA-Schutzgebiete bestückt.
Anfang 2010 geht ARPA in seine zweite Phase. Ab dem Jahreswechsel sollen bis 2012 200.000 Quadratkilometer an neuen Schutzgebieten geschaffen werden, davon 100.000 Quadratkilometer unter striktem Schutz und eine ebenso große Fläche als nachhaltig bewirtschafte Reservate. Die Regierung des Bundesstaates Amazonas hat die Gründung von sechs neuen Schutzgebieten mit einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratkilometern im ARPA-Gürtel angekündigt. Der ARPA-Fonds soll bis 2012 auf 110 Millionen US-Dollar aufgestockt werden. Der WWF engagiert sich vor allem für die Bereitstellung der nötigen Gelder, für die langfristige Sicherung der Gebiete und bringt sein Wissen für neue, innovative Schutzmechanismen ein.
Weitere Informationen und Bildmaterial:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Email: franko.petri@wwf.at, Web: www.wwf.at.
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