Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
WWF setzt mit Big Jump starkes Zeichen für Gewässerschutz
Wien, Marchegg, am 9. Juli 2018 – Tausende Menschen in ganz Europa haben gestern, Sonntag, 8. Juli, mit einem Sprung ins Wasser ein deutliches Zeichen für Gewässerschutz gesetzt. Der „Big Jump“ fand an über 160 Locations in 18 Ländern statt und unterstreicht die grenzübergreifende Notwendigkeit von lebendigen Flüssen. In Österreich sind auf Initiative des Umweltverbandes WWF über 100 TeilnehmerInnen im niederösterreichischen Marchegg ins kühle Nass gesprungen.
Der Hintergrund zu dieser spaßigen Aktion ist ein durchaus ernster. 2018 ist ein wichtiges Jahr für den Schutz des Wassers. Wie ein aktueller Bericht der Europäischen Umweltagentur zeigt, sind 60 Prozent der europäischen Gewässer in keinem guten Zustand. In Österreich gelten nur 15 Prozent der Flüsse als ökologisch intakt. „Trotz dieser katastrophalen Zahlen steht die EU-Wasserrahmenrichtlinie auf dem Prüfstand. Diese EU-weiten Standards im Gewässerschutz drohen abgeschwächt zu werden, das darf nicht passieren. Die Folge wäre eine weitere Verschlechterung unserer Gewässer durch Übernutzung und zunehmende Verbauung.“ warnt Bettina Urbanek, WWF-Gewässerexpertin.
Der WWF setzt sich mit dem Big Jump dafür ein, dass die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie eingehalten werden. Im Rahmen des großen Life+ Projektes „Untere Marchauen“ zeigt der WWF gemeinsam mit viadonau und dem Landesfischereiverband Niederösterreich vor, wie es gehen kann: Aktuell werden an der March Revitalisierungen durchgeführt, wodurch der Fluss mehr Platz erhält, ökologisch aufgewertet wird und mehr Lebensraum für Fische, Amphibien und Co. bietet. Rund um den Big Jump am 8. Juli konnten BesucherInnen das Vorbildprojekt besuchen, Exkursionen zu den Störchen sowie den seltenen Konik-Pferden in die Au unternehmen und malerische Flussfahrten auf der March genießen. Höhepunkt war der gemeinsame Sprung in den Fluss um 14.00 Uhr, zeitgleich mit tausenden anderen Flüsse-Fans in ganz Europa.
Hintergrund: Big Jump
Der Big Jump wurde im Jahr 2002 vom European Rivers Network ins Leben gerufen, mit dem Ziel das Bewusstsein für das Thema Gewässerqualität in Europa zu stärken. Die Veranstaltung versteht sich als Open Source-Event: Allen Flüsse-LiebhaberInnen steht es offen, eigene Big Jumps zu organisieren. Seit 2002 haben etwa 200.000 Menschen an über 2.000 Big Jumps in 34 Ländern teilgenommen, um europaweit einen verstärkten Schutz von Flüssen, Seen und Sumpfgebieten einzufordern. Mehr Infos unter: www.wwf.at/bigjump2018
Rückfragen & Kontakt:
Vincent Sufiyan, WWF-Pressesprecher, Tel. 0676 83488 308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Bettina Urbanek, WWF-Gewässerexpertin, Tel. 0676 834 88 275, E-Mail: bettina.urbanek@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten
WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium
Rekordtemperaturen, Massentourismus, Überfischung: WWF fordert 5-Punkte-Schutzpaket für das Mittelmeer
Umweltschutzorganisation macht auf dramatischen Zustand des Mittelmeers aufmerksam – Konkrete Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung, Überfischung, intensive Schifffahrt und Artensterben gefordert













