Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF startet Initiative für das Grüne Herz Europas
Wien/Salamanca, 7. 10. 2013 – Der WWF startete auf der derzeit laufenden Wildniskonferenz „Wild 10“ im spanischen Salamanca eine neue Initiative um die Artenvielfalt in zwölf Ländern Mittel- und Osteuropas zu retten. Die Initiative mit dem Namen „Das Grüne Herz Europas“ will die fünf Naturschätze in dieser Region bewahren – Wälder, Flüsse, die Wildnis, die großen Beutegreifer wie Bären, Luchse und Wölfe sowie den Donaustör. Teil dieser Initiative sind neben dem österreichischen WWF-Büro auch das WWF Donau-Karpaten-Programm mit Sitz in Wien sowie das WWF Mittelmeerprogramm mit Sitz in Rom. „Das ‚Grüne Herz Europas‘ reicht vom Donaudelta über die Karpatenregion bis zu den alpinen Tälern Tirols und umfasst viele der schönsten Naturschätze des Kontinents“, so Andreas Beckmann, Leiter des WWF Donau-Karpaten-Programms.
Die neue WWF-Initiative umfasst das größte Gebiet der ältesten Wälder Europas außerhalb von Skandinavien und Russland. Dazu gehören auch die beeindruckendsten Wildnisregionen außerhalb Russlands, in denen zwei Drittel aller europäischen Bären, Luchse und Wölfe heimisch sind. Teil des Grünen Herzen Europas sind auch die noch intakten Flüsse und Feuchtgebiete an der unteren Donau und der 700 Kilometer lange Mur-Drau-Donau-Korridor zwischen der steirischen Grenzmur und der Mündung von Donau und Drau an der kroatisch-serbischen Grenze. Dort leben die bis zu sieben Meter langen Beluga-Störe (Hausen). Sie überlebten seit der Zeit der Dinosaurier und sind heute durch den Menschen vom Aussterben bedroht. „Die gesamte Region in Mittel- und Osteuropa hängt von diesen Naturschätzen ab. Dieser Naturreichtum bietet von Trinkwasser über Holz und Fischfang bis zur Regulierung des Klimas in Europa eine grüne Infrastruktur, die für unser Leben und unsere Gesundheit sehr wichtig ist“, erklärt Beckmann.
Der WWF warnt vor der Zerstörung dieser wertvollen natürlichen Ressourcen in den nächsten Jahren. Eine mangelhaft geplante Infrastruktur führt immer mehr zum Verlust von Wäldern und Wildnisgebieten und zur Zersiedelung der Landschaft. Die uralten Wälder im Grünen Herzen Europas sind durch illegale oder nicht nachhaltige Holzfällerei bedroht. Auch der Straßenbau, neue Skiresorts, landwirtschaftliche Flächen und große Teile der Infrastruktur nach dem Ende des Eisernen Vorhangs werden oft planlos und teilweise illegal durchgesetzt. Besonders kritisiert der WWF die unzähligen kleineren Wasserkraftwerke und Windturbinen, die nur einen minimalen Effekt für das erneuerbare Energieangebot haben, aber natürliche Flüsse, Bäche und wertvolle Naturgebiete zerstören.
„Wir brauchen eine ganzheitliche Planung für die Gesamtregion die die Förderung von erneuerbaren Energien mit einem umfassenden Naturschutzkonzept vereint“, so Beckmann. „Wir haben bereits die entsprechende EU-Gesetzgebung in Form der Wasserrahmen- und der Holzrichtlinie, regionale Schutzrahmen und die Donau- und Karpatenkonventionen. Auch fehlt es nicht an den Zugeständnissen der Regierungen um diese beeindruckenden Wälder und die Artenvielfalt in der Region zu retten. Die regionalen Entwicklungspläne innerhalb der EU, die EU-Donau-Strategie, Zertifikate wie das Holzgütesiegel FSC (Forest Stewardship Council) oder Dienstleistungen des Ökosystems und starke Partner im privaten und im Non-Profit-Sektor geben uns Hoffnung. Der WWF wird dafür kämpfen, dass alle diese Instrumente zusammengebracht und implementiert werden“, so Beckmann abschließend.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 , Email: franko.petri@wwf.at, www.wwf.at/presse.
Link zur Wildniskonferenz: www.wild10.org. Interviews mit deutschsprachigen WWF-Experten sind telefonisch direkt von der Konferenz auf Anfrage möglich.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung
Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.
WWF: Nachwuchs-Rekord bei stark bedrohten Flussdelfinen im Mekong gibt Hoffnung
Zahl der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine in Kambodscha steigt auf 118 Tiere – Heuer sechs Kälber geboren – WWF erfreut über positives Ergebnis intensiver Artenschutzmaßnahmen
EU-Klimaresilienz: 34 Organisationen fordern Vorrang für naturbasierte Lösungen
Offener Brief an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – Städte- und Gemeindeverbände, Wasserversorger und Fischerei fordern Natur als Europas „erste Verteidigungslinie“













