WWF-Studie: Schutzgebiete gegen extreme Wetterereignisse

20. Mai 2008 | Presse-Aussendung

Wien/Bonn, 20. 05. 2008 – Die Zerstörung von Küsten, Wäldern und Flusslandschaften ist einer der wichtigsten Gründe für die verheerenden Folgen extremer Wetterereignisse. Hingegen können Schutzgebiete dazu beitragen, die Zahl der Opfer und die Höhe der Schäden durch Stürme oder Fluten deutlich zu verringern. Dies geht aus einem neuen Report hervor, den der WWF am […]

Wien/Bonn, 20. 05. 2008 – Die Zerstörung von Küsten, Wäldern und Flusslandschaften ist einer der wichtigsten Gründe für die verheerenden Folgen extremer Wetterereignisse. Hingegen können Schutzgebiete dazu beitragen, die Zahl der Opfer und die Höhe der Schäden durch Stürme oder Fluten deutlich zu verringern. Dies geht aus einem neuen Report hervor, den der WWF am heutigen Dienstag auf dem Bonner UN-Umweltgipfel vorgestellt hat. „Schutzgebiete und die Renaturierungen der Flüsse sind Bollwerke gegen Naturkatastrophen. Natürlich können sie weder Fluten noch Stürme verhindern. Aber sie mindern die Schäden oft deutlich“, so der Direktor des WWF-Naturschutzprogramms, Andreas Wurzer. Der WWF-Report untersucht Flutkatastrophen, Hitzewellen, Waldbrände, den Tsunami im Indischen Ozean und den Hurrikan Katrina. Seit 2002 haben Hochwasser allein in Österreich rund 4 Milliarden Euro an Schäden verursacht. „Auch in Österreich sind daher dringende Revitalisierungen der Flüsse notwendig um den durch den Klimawandel verursachten zukünftigen Flutkatastrophen wirksam begegnen zu können“, so Wurzer.

Durch die Abholzung der Wälder kommt es zu gefährlichen Bodenerosionen und Schlammlawinen. Zerstörte Korallenriffe, Mangrovenwälder und Dünenlandschaften führen dazu, dass bei Stürmen und extrem hohen Wellen mehr Menschen sterben und mehr küstennahe Infrastruktur wie Häuser, Straßen oder Industrie zerstört wird, so der WWF. Die Weltbank schätzt, dass mehr als 3,4 Milliarden Menschen den Risiken extremer Wetterereignisse ausgesetzt sind. In den letzten 50 Jahren haben sich die Folgen solcher Ereignisse verschärft. Ein Grund dafür ist der Verlust gesunder Ökosysteme.

So hat sich nach Angaben des WWF die Wucht der Wellen, die auf die Seychellen treffen, durch den Verlust von Riffen und Anstieg des Meeresspiegels verdoppelt. In den kommenden Jahren wird sich dieser Effekt weiter verstärken. Opferzahlen und Zerstörungen durch den Tsunami waren in den Küstengebieten geringer, wo Riffe und Mangrovenwälder bereits wirkungsvoll geschützt werden. Monokulturen wie Eukalyptusplantagen führen in der Mittelmeerregion zu mehr und sich schneller ausbreitenden Waldbränden.

Der WWF-Report nennt auch positive Beispielen für einen natürlichen Katastrophenschutz. 1,1 Millionen US-Dollar haben vietnamesische Gemeinden in die Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern investiert. Im Gegenzug sparten sie 7,3 Millionen US-Dollar für den Deichbau. Während des Taifuns Wukong im Jahr 2000 hatten diese Gemeinden deutlich weniger Opfer und Zerstörungen zu beklagen als Nachbarregionen. Die Schweiz schützt 17 Prozent ihrer Wälder, um der Lawinengefahr vorzubeugen. Der Wert dieser Schutzleistung wird auf 2 bis 3,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. „Naturschutz ist aktiver und konkurrenzlos preiswerter Menschenschutz“, resümiert WWF-Experte Wurzer. „In Bonn geht es nicht nur darum, die Artenvielfalt zu retten. Die Staaten müssen die vielfältigen Leistungen der Natur für künftige Generationen erhalten.“

Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231

Rückfragen

Hinweis: Dieser Inhalt wurde zuletzt vor mehr als einem Jahr aktualisiert. Zahlen und Fakten könnten daher nicht mehr aktuell sein. Bitte benutzen Sie die Globale Suche um aktuellere Inhalte zum Thema auf wwf.at zu finden.

Tiger, Gorilla, Eisbär & Co brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten. Unterstützen Sie uns dabei, faszinierende Lebewesen vor dem Aussterben zu bewahren und deren Lebensräume zu erhalten.

Tiger, Gorilla, Eisbär & Co brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten. Unterstützen Sie uns dabei, faszinierende Lebewesen vor dem Aussterben zu bewahren und deren Lebensräume zu erhalten.

Tiger, Gorilla, Eisbär & Co brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten. Unterstützen Sie uns dabei, faszinierende Lebewesen vor dem Aussterben zu bewahren und deren Lebensräume zu erhalten.

WWF-News per E-Mail

Im WWF-Newsletter informieren wir Sie laufend über aktuelle Projekte und Erfolge: Hier bestellen!

News

Aktuelle Beiträge

ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT – Umweltfonds jetzt auch in Deutschland verfügbar

ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT – Umweltfonds jetzt auch in Deutschland verfügbar

Mit dem ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT ermöglicht die Erste Asset Management nun auch Anleger:innen in Deutschland, in globale Unternehmen zu investieren, deren Produkte und Dienstleistungen bestimmten Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Vor allem die Themenfelder Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Recycling und Abfallwirtschaft, Wasseraufbereitung und –versorgung sowie nachhaltige Mobilität werden in der Strategie des Fonds berücksichtigt. In Österreich gehen der WWF und die Erste AM bereits seit 17 Jahren einen gemeinsamen Weg. Seit 2006 erreicht der Fonds eine überzeugende Performance und bietet interessante Wachstumschancen – sowohl in finanzieller als auch in ökologischer Hinsicht. Anleger:innen sollten dabei aber stets die Risiken beachten, die Investments in Wertpapiere beinhalten.

mehr lesen