Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
WWF-Umfrage zeigt: Kaum Schranken für Unternehmen bei illegalem Holzhandel
Die große Mehrheit der Holzunternehmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz weiß nicht genau, woher sie ihren Rohstoff Holz bezieht. Das ist das Ergebnis einer WWF-Unternehmensbefragung. Dafür hat der WWF 68 der größten Holz verarbeitenden Unternehmen der Möbelindustrie in Österreich, Deutschland und der Schweiz befragt. Demnach können 67 Prozent der befragten Holzunternehmen lediglich angeben, aus welcher Weltregion ihre Hölzer kommen, den genauen Herkunftsort können sie aber nicht nennen. Die Aussagen über die Herkunft des Rohstoffes sind dabei nicht nur ungenau, sondern auch ungeprüft: Der WWF fordert deswegen die Einführung eines gesetzlich festgeschriebenen Nachweis- und Kontrollsystems, wie es vom EU-Parlament befürwortet wird.
„Das Ergebnis unserer Studie macht deutlich: Das Fehlen von Nachweispflichten in Europa begünstigt die illegale Waldzerstörung in den großen Waldnationen“, so WWF Waldexpertin Nina Griesshammer. „Europa trägt eine wesentliche Mitschuld an der Abholzung der globalen Waldflächen. Deswegen brauchen wir eine gesetzliche Nachweispflicht.“
Dabei unterstützen die befragten Unternehmen überwiegend eine Nachweispflicht über die Herkunft des Holzes, wie die Befragung ergab. 69,6 Prozent der vom WWF befragten Firmen wünschen sich transpa-rente Maßnahmen auf Gesetzesebene zur Kontrolle des Handels mit Holz aus unbekannten Quellen.
„Eine strikte Nachweispflicht würde gleiche Rahmenbedingungen für alle setzen und das würde den Unternehmen nur zugute kommen“, so Griesshammer. „Wir fordern Landwirtschaftsminister Berlakovich auf, sich auf dem Treffen der EU-Agrarminister im Juni für die Einführung einer strikten Gesetzgebung zur Bekämpfung des Handels mit illegal geschlagenem Holz einzusetzen. Damit würde Berlakovich dem Willen der meisten EU-Bürger entsprechen. Schließlich erwarten nach einer repräsentativen WWF-Umfrage 90 Prozent der Europäer eine solche Regelung von der Politik.“
Jedes Jahr verschwinden weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald, vor allem in den Tropen. Ein großer Teil davon wird illegal, also unter Missachtung nationaler und internationaler Gesetze, gewonnen. Vor allem in den großen Urwaldregionen der Erde ist der Anteil illegal geschlagenen Holzes an den Importen besonders hoch: In Indonesien liegt er bei mehr als 70 Prozent, in Russland bei bis zu 50 Prozent. Ein Großteil davon landet auf dem europäischen Markt. Österreich bezieht nahezu die Hälfte seines Rohholzes und seiner Holzprodukte aus Deutschland, das im weltweiten Ranking der Hauptabnehmerländer für ille-gales Holz Platz 3 belegt. Somit trägt auch unser Land zur Zerstörung wertvoller globaler Waldressourcen bei.
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Lisa Simon, WWF-Pressesprecherin, Tel.: +43-1-488 17 215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz
Good News: Schon wieder Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark
Gleich zwei Zwillingsgeburten bei den Berggorillas im Virunga-Nationalpark sorgen für Aufsehen. Feldteams konnten bereits beobachten, dass die Tiere innerhalb ihrer Familie einen bemerkenswerten Zusammenhalt zeigen.
WWF: Neue Salzburger Wolfsverordnung widerspricht europäischem Artenschutzrecht
Naturschutzorganisation kritisiert die geplanten anlasslosen Tötungen von Wölfen – Vorgehen gegen geschützte Wildtiere ist in Salzburg völlig überschießend
WWF: Interne Akten zeigen schwere Mängel beim Kraftwerksausbau Kaunertal
23 Nachforderungen, jede zweite betrifft Sicherheitsfragen – Tiwag-Unterlagen unvollständig, zentrale Risiken trotz Nachreichungen immer noch ungeklärt – WWF fordert Stopptaste für UVP












