Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF und BirdLife: Österreich muss sich für starkes EU-Naturschutzpaket einsetzen
Anlässlich der heutigen Tagung der EU-Umweltminister*innen in Brüssel fordern die Naturschutzorganisationen WWF und BirdLife eine ambitionierte Positionierung Österreichs zur geplanten Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Law). Die Europäische Union will damit mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresgebiete der EU bis 2030 renaturieren. „Die Wiederherstellung von Flüssen, Wäldern, Mooren und anderen Ökosystemen bindet Kohlenstoff und hilft uns zum Beispiel bei der Anpassung an die Klimakrise, beim Hochwasserschutz oder mittels Bestäubung bei der Ernährungssicherheit. Das geplante Gesetz kann deshalb ein Meilenstein für Natur, Klima, Wirtschaft und die Menschen in Europa werden. Wir müssen diese Chance ergreifen, bevor die Klima- und Biodiversitätskrise außer Kontrolle gerät„, fordern WWF-Experte Joschka Brangs und Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. Der Erfolg des geplanten Gesetzes steht und fällt mit der Umsetzung in den Mitgliedstaaten. Hier sehen die beiden Organisationen deutlichen Nachholbedarf: „Die gesamte Bundesregierung und die Bundesländer müssen endlich die bisherigen Versäumnisse angehen und den Erhalt der Natur als wesentliche Grundlage für unser Wirtschaften und Leben erkennen. Eklatante Mängel im österreichischen Naturschutz wurden vor kurzem erneut auch bei der Umsetzung des europäischen Schutzgebiets-Netzwerks Natura 2000 durch die Europäische Kommission festgestellt“, sagt Joschka Brangs vom WWF.
Wichtige Sanierungsziele bis 2030
WWF und BirdLife begrüßen das im Entwurf enthaltene übergreifende Ziel, mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresfläche wiederherzustellen und die Verpflichtung, die renaturierten Lebensräume zu erhalten. Genauso wichtig sind verbindliche Ziele zur Wiederherstellung von ehemals naturverträglich genutzten Kulturlandschaften. Diese verpflichten die Mitgliedstaaten, für die Erholung gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume zu sorgen, die derzeit stark übernutzt werden. Darüber hinaus müssen die Mitgliedstaaten nationale Aktionspläne aufstellen, die festlegen, was wo saniert und wie finanziert werden soll. Ebenfalls wichtig für die Verbindlichkeit ist die vorgesehene Überprüfung durch die EU-Kommission.
Ziele bei Flüssen und Mooren verbessern
Die geplante Sanierung von Flüssen ist grundsätzlich positiv, jedoch sollte das künftige Gesetz auch messbare und zeitgebundene Ziele enthalten, um Verbauungen zu beseitigen. Demnach sollten die Mitgliedstaaten zum Beispiel verpflichtet werden, 15 Prozent der verbauten europäischen Flussstrecken bis 2030 wieder in frei fließende Flüsse umzuwandeln und angrenzende Feuchtgebiete wiederherzustellen. Zusätzlich muss die Politik die Zielvorgaben für die Wiedervernässung von Mooren und anderen Feuchtgebieten verschärfen. Intakte Moore und Feuchtwiesen binden Kohlenstoff und schützen dadurch das Klima. Außerdem helfen sie uns bei der Anpassung an die Klimakrise und erhöhen die Artenvielfalt.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit










